Rotbärtige Sklavenameise

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Rotbärtige Sklavenameise
Arbeiterin der Rotbärtigen Sklavenameise (Formica rufibarbis)

Arbeiterin der Rotbärtigen Sklavenameise (Formica rufibarbis)

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Familie: Ameisen (Formicidae)
Unterfamilie: Schuppenameisen (Formicinae)
Gattung: Waldameisen (Formica)
Art: Rotbärtige Sklavenameise
Wissenschaftlicher Name
Formica rufibarbis
Fabricius, 1793

Die Rotbärtige Sklavenameise (Formica rufibarbis) aus der Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae) gehört zur Gattung der Waldameisen (Formica) und dort zur Untergattung der Sklavenameisen (Serviformica).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arbeiterinnen sind 4 bis 7,5 Millimeter groß, die Königinnen 9 bis 11 Millimeter und die Männchen 9 bis 10 Millimeter. Die Gaster und der Kopf sind mattschwarz bis bräunlich, der Thorax ist rötlich mit unterschiedlich starker Rotfärbung. Die Farbe kann von schwarzrötlich bis leuchtend rot variieren. Diese Art kann man leicht mit Formica cunicularia, Formica clara und Formica pratensis verwechseln.

Die verwandte Grauschwarze Sklavenameise (Formica fusca) ist vollständig schwarz gefärbt, die Blutrote Raubameise (Formica sanguinea) hat einen rötlichen Kopf. Beide sind daher leicht von der Rotbärtigen Sklavenameise zu unterscheiden. Die Rote Waldameise (Formica rufa) und die Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena) besiedeln einen anderen Lebensraum.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Rotbärtige Sklavenameise kommt in Europa von Iberien bis nach Westsibirien vor. In den Alpen gibt es diese Art bis zu einer Höhe von 2000 Metern. Diese Art ist in ganz Deutschland planar bis submontan weit verbreitet.[1]

Lebensraum[Bearbeiten]

Formica rufibarbis bevorzugt kurzgrasige, thermophile Graslandhabitate, meist mit Sandboden oder sandhaltigem Boden. Sie ist somit auf Trockenrasen, gerne auch an Wegrändern heimisch und findet sich auch in Gärten. Die Rotbärtige Sklavenameise ist insgesamt etwas wärmeliebender als die ganz ähnliche Art Formica cunicularia und dringt im Gegensatz zu dieser auch weiter in urbane Lebensräume vor.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Diese Ameise ist sehr aggressiv, vor allem bei Angriffen auf das Nest und verteidigt sich besser gegen Sozialparasiten als Formica cunicularia. Dennoch ist sie eine Hilfsameise für andere Arten, wie z. B. die Blutrote Raubameise (Formica sanguinea). Außerdem kann Formica rufibarbis gut klettern und auch senkrechte Glaswände erklimmen. Die Geschlechtstiere schwärmen zwischen Ende Juni und Anfang August.[1]

Ernährung[Bearbeiten]

Formica rufibarbis ernährt sich größtenteils zoophag, also von Insekten und Spinnentieren, zu einem geringen Teil auch vom Honigtau der Wurzel- und Blattläuse.

Nestbau[Bearbeiten]

Die Nester dieser Ameise sind unterirdisch und meist einfache Erdnester ohne Nesthügel. Um die zahlreichen Nesteingänge finden sich jedoch kleine Anhäufungen von Sand oder Erde. Kolonien bestehen grundsätzlich nur aus einem einzelnen Nest. Die Nestgründung erfolgt claustral durch eine einzelne Königin, aber auch in Pleometrose. Die Kolonien sind mit 1000 bis 3000 Arbeiterinnen etwas volkreicher als die Kolonien von Formica cunicularia und sind stärker polygyn.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Formica rufibarbis bildet zusammen mit Formica cunicularia, Formica clara und fünf weiteren Arten die Formica-rufibarbis-Gruppe innerhalb der Sklavenameisen.[2]

Synonyme[Bearbeiten]

Folgende Namen sind jüngere Synonyme für Formica rufibarbis:[2]

  • Formica fusca var. cinereorufibarbis

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Bernhard Seifert: Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas. lutra Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Görlitz/Tauer 2007, ISBN 978-3-936412-03-1
  2. a b Seifert, B.and R. Schultz. 2009. A taxonomic revision of the Formica rufibarbis Fabricius, 1793 group (Hymenoptera: Formicidae). Myrmecologische Nachrichten 12: 255-272.

Weblinks[Bearbeiten]