Rote Quellbinse

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Rote Quellbinse
Blysmus rufus.jpeg

Rote Quellbinse (Blysmus rufus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Quellbinsen (Blysmus)
Art: Rote Quellbinse
Wissenschaftlicher Name
Blysmus rufus
(Huds.) Link

Die Rote Quellbinse (Blysmus rufus), auch als Rotbraune Quellbinse oder Rotbraunes Quellried bezeichnet, ist in Deutschland ein seltenes, meist nur mit kleinen oder sehr ungleichmäßigen Beständen vorkommendes Sauergrasgewächs (Cyperaceae).

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Die Pflanze ist nur an den Küsten von Europa bis Sibirien und in Teilen Amerikas beheimatet. Die Rote Quellbinse wächst fast ausschließlich in Salzwiesen der Küsten oder auch Binnensalzstellen. Sie ist die Kennart der Pflanzengesellschaft (Assoziation) der Quellried-Salzbinsen-Rasen (Blysmetum rufi Du Rietz 1925 em. Gilln. 1960).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die sommergrüne, ausdauernde Rote Quellbinse wird 5 bis 30, zuweilen bis 40 Zentimeter groß und bildet lange unterirdische, bogig, verzweigte Ausläufer (Rhizome). Die meist aufrecht wachsenden blühenden Sprosse sind bis zur Mitte beblättert. Der Triebgrund ist rund. Die parallelnervigen, blaugraugrün gefärbten, 3 Millimeter breiten und um 20 Zentimeter langen Blätter sind flach und schwach rinnig aber ungekielt und stets kürzer als der Stängel. Dieser ist mehr oder minder rund und glatt und ebenfalls grau-grün gefärbt. Die Blattscheiden sind rund. Die vordere Scheidenwand ist häutig. Die hinteren Scheidenwände sind sehr weit nach vorne übergreifend. Die Scheidenmündung ist kreisrund mit ausgeprägtem Hautkragen.

Die Einzelblüten, welche über drei weichhaarige Blütenhüllborsten verfügen, stehen in einer endständigen, 1 bis 2 Zentimeter langen, zweizeiligen Ähre. Diese besteht aus 3 bis 8 Ährchen. Die Spelzen sind kastanienbraun. Am Grund des Blütenstandes gibt es ein spelzenartiges, kleines Tragblatt, welches nicht länger als 3 Zentimeter wird.

Ähnlich ist die Zusammengedrückte Quellbinse (Blysmus compressus). Diese verfügt jedoch über im Querschnitt rundlich zusammengedrückte, gekielte Blätter. Die Spelzen sind rotbraun. Die Blütenhülle besteht aus drei bis sechs rauen Blütenhüllborsten.

Gefährdung[Bearbeiten]

Die Rote Quellbinse ist nach der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands stark gefährdet. In den Bundesländern Brandenburg und Berlin sowie Sachsen-Anhalt gilt die Art als ausgestorben. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist die Pflanze vom Aussterben bedroht. auch in Niedersachsen ist sie stark gefährdet. Derzeit gehen ihre Bestände stark zurück. Gründe für den Rückgang sind unter anderem das Brachfallen extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen, die ausbleibende Überflutung von Salzwiesen und Marschen aufgrund von Küstenschutzmaßnahmen sowie die Trockenlegung von Feuchtwiesen.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4
  • E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7
  • A. Petersen: Die Sauergräser. Schlüssel zur Bestimmung im blütenlosen Zustand. Akademie-Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-05-500257-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blysmus rufus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien