Rotenburg (Wümme)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rotenburg (Wümme)
Rotenburg (Wümme)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rotenburg (Wümme) hervorgehoben
53.1069444444449.396944444444430Koordinaten: 53° 6′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 99,01 km²
Einwohner: 21.072 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27356
Vorwahl: 04261
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 039
Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Große Straße 1
27356 Rotenburg (Wümme)
Webpräsenz: www.rotenburg-wuemme.de
Bürgermeister: Detlef Eichinger (parteilos)
Lage der Stadt Rotenburg (Wümme) im Landkreis Rotenburg (Wümme)
Bremen Hamburg Schleswig-Holstein Landkreis Cuxhaven Landkreis Diepholz Landkreis Harburg Landkreis Osterholz Landkreis Stade Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Ahausen Alfstedt Anderlingen Basdahl Rotenburg (Wümme) Bötersen Bothel Breddorf Bremervörde Brockel Bülstedt Deinstedt Ebersdorf (Niedersachsen) Elsdorf (Niedersachsen) Farven Fintel Gnarrenburg Groß Meckelsen Gyhum Hamersen Hamersen Hassendorf Heeslingen Hellwege Helvesiek Hemsbünde Hemslingen Hepstedt Hipstedt Horstedt (Niedersachsen) Horstedt (Niedersachsen) Kalbe (Niedersachsen) Kirchtimke Kirchwalsede Klein Meckelsen Lauenbrück Sittensen Lengenbostel Oerel Ostereistedt Reeßum Rhade Rotenburg (Wümme) Sandbostel Scheeßel Seedorf (bei Zeven) Selsingen Sittensen Sittensen Sottrum Stemmen (Landkreis Rotenburg) Tarmstedt Tiste Tiste Vahlde Vahlde Vierden Visselhövede Vorwerk (Niedersachsen) Westertimke Westerwalsede Wilstedt Wohnste ZevenKarte
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Rotenburg (Wümme) (Plattdeutsch Rodenborg (Wümm)) ist eine Mittelstadt und Kreisstadt des Landkreises Rotenburg (Wümme) im nordöstlichen Niedersachsen an der Wümme. Sie liegt im Dreieck zwischen Bremen, Hannover und Hamburg.

Geografie[Bearbeiten]

Die Wümme in Rotenburg
Luftbild von Rotenburg 2012

Rotenburg liegt im Naturraum Stader Geest am Schnittpunkt mehrerer ihrer Teilgebiete: Die Stadt befindet sich in der Niederung der drei Flüsse Wümme, Wiedau und Rodau. Nördlich grenzt das Stadtgebiet an die Zevener Geest, südlich an die Achim-Verdener Geest. Um Rotenburg befinden sich ausgedehnte Wälder und naturbelassene Moore sowie der Große und der Kleine Bullensee.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Osterholz-Scharmbeck
52 km
Zeven, Bremervörde
24 km, 48 km
Tostedt, Hamburg
31 km, 70 km
Bremen
46 km
Nachbargemeinden Schneverdingen
28 km
Verden
24 km
Walsrode, Hannover
34 km, 96 km
Visselhövede, Soltau
19 km, 36

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Mittelalter[Bearbeiten]

Der heutige Ort entstand im Schutz der westlich von ihm gelegenen Burg Rotenburg, die um 1195 von Bischof Rudolf von Verden (1189–1205) als sein Amtssitz und als Bollwerk gegen die nahe gelegene Burg Ottersberg des Erzbischofs von Bremen gegründet worden war. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt. Wissenschaftlich bevorzugt wird die Herkunft von Rodungsburg im Sumpfgelände oder der roten Burg (Hinweis auf roten Backstein als Baumaterial). Rotenburg, das zum Bistum und zum Stift Verden gehörte, diente wiederholt als Residenz der Bischöfe. Anfang des 15. Jahrhunderts erhielt der Ort eine Weichbildverfassung, d. h. besondere Freiheitsrechte im Verhältnis zum Landesherrn. Ein Bürgermeister und ein Ratsmann werden urkundlich genannt. Die Bezeichnung Weichbild wandelte sich später in Flecken. Um 1500 wurde der Ort, der sich zum Marktflecken entwickelte, mit Mauern und Toren befestigt.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Seit dem 16. Jahrhundert lässt sich eine zentralörtliche Funktion Rotenburgs für die umliegenden Kirchspiele nachweisen und damit auch der Sitz einer Amtsverwaltung für einen Verwaltungsbezirk, den Vorgänger des heutigen Landkreises. 1566 führte Bischof Eberhard von Holle (1566–1586) die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis ein. Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel, lutherischer Fürstbischof von Verden und Osnabrück, baute die Burg Ende des 16. Jahrhunderts zu einem prächtigen Renaissance-Schloss um, in dessen Kapelle ein Orgelprospekt des bedeutenden Künstlers Ludwig Münstermann stand (heute Focke-Museum, Bremen) und das 1626 durch Truppen Tillys teilweise zerstört wurde.

Rotenburg war 1647–1666 von Hexenverfolgung betroffen: neun Frauen und drei Männer gerieten in Hexenprozesse, eine Frau wurde 1665 verbrannt.[2]

Schwedische Zeit[Bearbeiten]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg endete die Herrschaft der Verdener Bischöfe und Rotenburg kam als Teil des nun säkularisierten und jetzt Herzogtum Verden genannten Stifts unter schwedische Herrschaft. In dieser Zeit bauten die neuen Landesherrn die Burg mit den Resten des Schlosses zu einer modernen Festungsanlage als Vorwerk zum Schutze der Hauptfestung Stade aus. Der Festungsausbau erforderte die Niederlegung der westlichen Teile des Ortes, wodurch eine Ostverschiebung der Siedlungsfläche notwendig wurde. Auch die Gemeindekirche musste abgebrochen und an die Stelle der heutigen Stadtkirche verlegt werden.

Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 wurde Rotenburg in einem Feldzug durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Im Zuge des Friedens von Saint-Germain im Jahre 1679 fiel Rotenburg wieder an Schweden.

Die Festung blieb bis ca. 1680 in Funktion. Danach wurde sie vernachlässigt, die Gebäude wurden abgebrochen und nur die Befestigungsanlagen teilweise modernisiert. Nach 1843 sind die letzten Wälle eingeebnet worden. An ihrer Stelle befindet sich heute das Gelände des ehemaligen Heimatmuseums. In der Zeit zwischen 1626 und 1835 lassen sich sieben Stadtbrände zählen, von denen einige zur gesamten Vernichtung der örtlichen Bausubstanz führten. Die schwedische Landesherrschaft dauerte bis zur Eroberung durch Dänemark 1712.

Zugehörigkeit zu Hannover, Preußen und dem Deutschen Reich[Bearbeiten]

1715 gelangte Rotenburg mit dem gesamten Herzogtum Verden durch Kauf an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (seit 1814 Königreich Hannover). Hier bildete es das Zentrum des Amtes Rotenburg innerhalb der Landdrostei Stade. Diese Struktur ist noch heute in den Grenzen verschiedener Institutionen wie beispielsweise der IHK Stade oder des Landschaftsverbandes Stade erkennbar. Nach Annexion Hannovers 1866 durch Preußen lag Rotenburg innerhalb der Provinz Hannover, weshalb der Ort die Bezeichnung Rotenburg in Hannover erhielt. In dieser Zeit entstand der Bahnanschluss an der Rollbahn Bremen–Hamburg, die 1874 eröffnet wurde. 1880 erfolgte die Gründung der bis heute bestehenden Rotenburger Werke der Inneren Mission als Stätten für geistig Behinderte. 1905 verlegte das von Elise Averdieck gegründete evangelisch-lutherische Diakonissenmutterhaus Bethesda seinen Sitz von Hamburg nach Rotenburg, welches mit dem Bau eines Krankenhauses (heutiges Diakonieklinikum) und der Übernahme der Pflege für die Bewohner der Rotenburger Werke verbunden war. 1929 erhielt der Flecken Rotenburg die Stadtrechte. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die in Rotenburg ansässigen Juden (wie beispielsweise die ortsansässige Kaufmannsfamilie Cohn) größtenteils deportiert und ermordet.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Rathaus am Pferdemarkt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die nun zum Bundesland Niedersachsen gehörende und zu über 90 Prozent evangelische Stadt durch die Ansiedlung vieler Heimatvertriebener vor allem aus Schlesien und Ostpreußen stark an. Unter den damaligen Neubürgern befand sich auch eine große Zahl Katholiken, welche 1961 in der Corpus-Christi-Kirche ein neues Kirchengebäude bezogen. Weitere Neubürger zogen in Verbindung mit der örtlichen Garnison ( Lent Kaserne ) oder dem Diakoniekrankenhaus zu. Rotenburg verlor den ursprünglichen Charakter einer Ackerbürgerstadt. Zahlreiche Neubaugebiete und Schulbauten waren die Folge. Am 16. Mai 1969 wechselten Stadt und Landkreis ihren Namen von Rotenburg in Hannover in Rotenburg (Wümme). 1977 blieb die Stadt im Rahmen der Kreisgebietsreform Sitz der Kreisverwaltung eines vergrößerten Landkreises Rotenburg. Seit Öffnung des Eisernen Vorhangs erlebte Rotenburg einen weiteren Wachstumsschub durch Zuzug vieler Russlanddeutscher und anderer Spätaussiedler aus Ländern des ehemaligen Ostblocks. Durch diese Gruppe von Neubürgern werden inzwischen mehrere Stadtviertel geprägt. Rotenburg war während der Fußballweltmeisterschaft 2006 Gastgeber der Nationalmannschaft von Trinidad und Tobago.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden im Zuge der niedersächsischen Gemeindegebietsreform die Gemeinden Borchel, Mulmshorn, Unterstedt und Waffensen eingemeindet[3], wodurch sich das Stadtgebiet auf 98,81 km² vergrößerte.

Religion und Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Im traditionell evangelisch-lutherisch geprägten Rotenburg (Wümme) steht die Stadtkirche Rotenburg (Wümme). Die römisch-katholische Kirchengemeinde hat ihren Sitz in der Corpus-Christi-Kirche.

In Rotenburg (Wümme) befinden sich Gemeinderäume der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der Freien evangelischen Gemeinde (FeG), der Zeugen Jehovas, der Neuapostolischen Gemeinde, der Zionsgemeinde sowie der Adventgemeinde.

Weitere[Bearbeiten]

Eine islamische Moscheegemeinde mit Sitz in der Küçük-Ayasofya-Moschee befindet sich in der Fuhrenstraße. Der Moscheeverein gehört der Islamischen Föderation Bremen an[4] und wird der IGMG zugerechnet.

An die bis 1938 in Rotenburg lebenden Mitbürger jüdischen Glaubens wird durch die neu aufgebaute Cohn-Scheune erinnert.[5] In Rotenburg existiert noch ein erhaltener jüdischer Friedhof im Stadtviertel Imkersfeld. Ein wachsender Anteil der Bevölkerung ist konfessionell ungebunden.

Politik[Bearbeiten]

Kreishaus in Rotenburg

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Durch die Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab sich folgende Verteilung der 34 Sitze im Rat der Stadt:

Partei / Liste Sitze
CDU 12
SPD 12
Bündnis 90/Die Grünen 6
FDP 1
Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB) 1
Wählerinitiative Rotenburg (WIR) 1
Die Linke 1

Zusätzlich gehört dem Rat der direkt gewählte Bürgermeister an.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rotenburg ist durch eine Städtepartnerschaft verbunden mit

Zu anderen Rotenburgs (in unterschiedlicher Schreibweise) unterhält die Stadt Patenschaften:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bronze-Gruppe Drei Generationen von Carsten Eggers auf der Großen Straße
  • Evangelisch-lutherische Stadtkirche (bedeutende neugotische Hallenkirche unter dem Einfluss von Friedrich Schinkels Friedrichswerderscher Kirche Berlin, 1860–1862 durch den Bremer Architekten Klingenberg errichtet, mit Altaraufbau, Orgelprospekt, Kanzel und gusseisernen Säulen der Erbauungszeit, Taufstein aus dem 16. Jahrhundert, Glocke aus dem 14. Jahrhundert, Gemälde von Rudolf Schäfer aus dem 20. Jahrhundert; Turm aus dem 18. Jahrhundert)
  • Im alten Rudolf Schäfer-Haus in der Innenstadt hat der Rudolf-Schäfer-Verein ein Museum eingerichtet mit Bildern von Rudolf Schäfer.
  • In direkter Nachbarschaft zur Stadtkirche wurde die historische Cohn-Scheune wiederaufgebaut und am 19. September 2010 als Museum für jüdisches Leben in Rotenburg und Umgebung sowie als interreligiöses Begegnungszentrum eröffnet. Es handelt sich hierbei um ein Fachwerkhaus, das sich im Besitz der früher hier ansässigen jüdischen Familie Cohn befand und dessen abmontiertes Originalfachwerk erhalten geblieben war.
  • Das Kriegerdenkmal 1914/18 neben der Stadtkirche zur Erinnerung an die gefallenen Söhne der Stadt
  • Speicherviertel am Stadtstreek (Gebäude von 1806/1812)
  • Fachwerk- und Steinbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts in Goethestraße und Großer Straße (wie z. B. Kantor-Helmke-Haus, Superintendentur, Alte Apotheke, Rudolf-Schäfer-Haus)
  • Heimathaus (ehemals Heimatmuseum) in einem 2-Ständer-Bauernhaus des 18. Jahrhunderts, das von Bellen im 20. Jahrhundert hierher übertragen wurde. Es steht auf dem Gelände, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts Burg, Schloss und Festung Rotenburg trug. Fragmente des Renaissanceschlosses sind am ehemaligen Heimatmuseum aufgestellt. Das Heimathaus dient als Veranstaltungsgebäude. Auf dem Außengelände wird im Sommer ein Biergarten betrieben. Die Kneippanlage und der Apothekergarten, die Remise mit Wagen sowie der alte Backofen, der durch eine Backgruppe regelmäßig benutzt wird, und der zur Zeit ungenutzte Honigspeicher gehören zum Ensemble des Geländes. Die museale Hinterlassenschaft des Heimatmuseums wird zur Zeit aufgearbeitet, ein Wiedereröffnen des Museums ist geplant
  • Moderner Brunnen Paar-oh-die von Jürgen Goertz auf dem Neuen Markt
  • Evangelisch-lutherische Kirche Zum Guten Hirten (1912 erbaut, mit Altargemälden von Rudolf Schäfer)
  • Kunstturm (ehemaliger Schlauchturm der Feuerwehr, heute Galerie)
  • Katholische Corpus-Christi-Kirche (1961) mit Marienkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bekannte Unternehmen des Fahrzeugbaues (Borco-Höhns, Seico), der Automobilzulieferindustrie (ein Werk von Dura Automotive Systems), der Baustoffindustrie (Xella/Ytong), der Informationstechnologie (MTRIX) und der Logistik (Oetjen) haben sich in Rotenburg angesiedelt. Zudem ist Rotenburg Stammsitz des größten Garten- und Landschaftsbaubetriebes Niedersachsens, der Firma Grewe mit ca. 380 Mitarbeitern.

Die Stadt ist ein bedeutender Dienstleistungsstandort mit Sitz einer überregional bedeutenden Einrichtung für Menschen mit Behinderung (Rotenburger Werke der Inneren Mission). Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg in Rotenburg mit rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt zu den größten Krankenhäusern in Niedersachsen. Zur Entstehung der beiden Einrichtungen siehe auch im Absatz Geschichte. Rotenburg besitzt Geschäftsstellen der Volksbank Wümme-Wieste eG und der Bremischen Volksbank eG. Daneben befindet es sich im Einzugsbereich der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde, die ihren Sitz in Zeven hat.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Rotenburg ist Bundeswehrstandort. Nach den Heeresfliegern, die bis Anfang 1990 hier stationiert waren, folgten Instandsetzungs-, Logistik- und Fernmeldeeinheiten.

Durch die Transformation der Bundeswehr wurde das Fernmeldebataillon 1 zum Fernmelderegiment 1 und ist nach wie vor der 1. Panzerdivision in Hannover unterstellt.

Im Jahr 1964 erhielt die Kaserne den Namen Lent-Kaserne.

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der Einnahme der Struktur HEER2011 wird das Jägerbataillon 91 neu aufgestellt und der Panzerlehrbrigade 9 unterstellt.

Der Flugplatz Rotenburg (Wümme) (EDXQ) wird heute zivil genutzt.

Auf dem Flugplatzgelände ist zudem der Ortsverband des Technischen Hilfswerks untergebracht, welcher dort häufig die alten Bunker der Bundeswehr nutzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Durch Rotenburg verlaufen die Bundesstraßen 71, 75, 215 und 440.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Rotenburg hat einen Bahnhof an der Haupteisenbahnstrecke Bahnstrecke Hamburg–Bremen, auf der im Rahmen des sogenannten Hanse-Netzes Züge der metronom Eisenbahngesellschaft verkehren, und ist ferner Ausgangspunkt der von Regionalbahnen der DB Regio befahrenen Bahnstrecke Verden–Rotenburg (Weser-Aller-Bahn) mit durchgehender Wochenendverbindung nach Minden, die auch häufig als Umleitungsstrecke der Relation Hamburg-Hannover/-Ruhrgebiet befahren wird. Daneben besteht die von den EVB im Güterverkehr betriebene Strecke über Zeven nach Bremervörde (ehemals durchgehende Verbindung Bremervörde-Walsrode). Die ebenfalls den EVB gehörende Bahnstrecke nach Brockel (früher nach Visselhövede) wurde 2008 demontiert. Weitere Arbeiten am Rotenburger Bahnhof wurden 2009 vorgenommen. So wurde zum Beispiel das komplette Bahnhofsgebäude neu errichtet.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Rotenburg (Wümme) verfügt über einen 64 Hektar großen Flugplatz im Stadtteil Luhne, der von der Bundeswehr übernommen wurde. Heute ist er ein Verkehrslandeplatz, gelegen im Dreieck Hamburg, Hannover und Bremen, zugelassen für Luftfahrzeuge mit einem Abfluggewicht von bis zu 5,7 Tonnen. Er verfügt über eine 806 m lange Asphaltbahn. Die ICAO-Kennung des Flugplatzes lautet EDXQ.

ÖPNV[Bearbeiten]

Der ÖPNV wird durch Linienbusse gewährleistet, die hauptsächlich von der Weser-Ems-Busgesellschaft betrieben werden. Rotenburg liegt im Geltungsbereich der Verkehrsgemeinschaft Nordost-Niedersachsen, der sich im südlichen Hamburger Umland befindet, und ist ferner an den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen angebunden.

Medien[Bearbeiten]

  • Die täglich erscheinende Rotenburger Kreiszeitung besteht – vormals als Rotenburger Anzeiger – seit 1867. Mittlerweile ist sie eine regionale Kopfausgabe der Kreiszeitung Syke in der Kreiszeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG und hat eine verbreitete Auflage von 10.403 Exemplaren und mit den Visselhöveder Nachrichten einen eigenen kleinen Ableger. Im Gegensatz zu allen übrigen Titeln dieser Mediengruppe ist sie Mitglied der Anzeigentarifgemeinschaft Bremer Anzeigenblock der Bremer Tageszeitungen AG.
  • Seit 1977 erscheint die anzeigenfinanzierte Wochenzeitung Rotenburger Rundschau, deren verbreitete Auflage bei 67.680 Exemplaren liegt – einschließlich ihrer Regionalausgaben Scheeßeler Anzeiger und Visselhövdeder Anzeiger. Sie gehört seit Mitte 2013 ebenfalls zur Mediengruppe Kreiszeitung.
  • Der Verein row-people eV. gibt seit 2001 das Online-Landkreis-Magazin ROW-People heraus.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Stadtbibliothek Rotenburg mit ca. 34.000 Medien

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Kantor-Helmke-Schule (Grundschule)
  • Schule am Grafel (Grundschule)
  • Stadtschule (Grundschule)
  • Theodor-Heuss-Schule (Hauptschule)
  • Realschule
  • Pestalozzischule (Sonderschule)
  • Ratsgymnasium
  • Berufsbildende Schule (BBS)
  • Fachschule für Sozialpädagogik (Diakonissenmutterhaus) / Berufsfachschule Sozialassistent/in
  • Fachschule für Heilerziehungspflege
  • Kinderkrankenpflegeschule
  • Lindenschule (Förderschule für geistige Entwicklung)
  • Krankenpflegeschule
  • Kreismusikschule (mit 12 Zweigstellen)
  • Montessori-Grundschule
  • Volkshochschule

Bürgerengagement und Forschung[Bearbeiten]

Die Kreisarchäologie Rotenburg ist für die Denkmalpflege im Landkreis Rotenburg zuständig und forscht zu verschiedenen Schwerpunktthemen. Zu den laufenden Forschungsprojekten gehören 2012 z. B.:

  • Die spätmesolithische Station Oldendorf 52
  • Neolithische Siedlung bei Lavenstedt
  • Der Urnenfriedhof von Wittorf[6]

Verschiedene Selbsthilfegruppen bieten ein niedrigschwelliges Beratungsangebot. Besonders die Rotenburger ADHS-Selbsthilfegruppe ist durch die jährlich ausgerichteten interdisziplinären Symposien zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung überregional bekannt geworden.[7]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Erlebnisbad Ronolulu
  • Moorerlebnispfad am Bullensee
  • Wümmering in Mulmshorn (Motorrad-Sandbahnrennen)

Das Große und Weiße Moor ist eines der am besten erhaltenen Hochmoore in Niedersachsen. Vom NABU Rotenburg wurden ein Moorerlebnispfad sowie vier Wanderwege zwischen 1,5 und 11,5 km Länge angelegt.[8]

Kultur[Bearbeiten]

Die Rotenburger Rockgruppe Everlaunch wurde 1999 gegründet.

Seit 1982 zieht die Rotenburger Gitarrenwoche jährlich international renommierte Gitarristen in die Kreisstadt.

Das letzte von ehemals drei Kinos in Rotenburg wurde im März 2007 abgerissen um einen Supermarkt zu bauen.[9] Heute betreibt die Kulturinitiative Rotenburg (KIR) in wechselnden Lokalitäten ein mobiles Stadtkino.[10]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Die Spirituosenfabrik Bruns existiert seit 1906 und produziert Schnäpse und Liköre. Häufig haben deren Namen einen Bezug zur Stadt Rotenburg. So gibt es passend zum Maskottchen des Rotenburger Kartoffelmarktes Knolli einen gleichnamigen Kartoffelschnaps. Außerdem im Programm sind der Bullensee blau und der Rotenburger Tropfen.[11]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Rotenburg (Wümme) wurde am 7. März 1891 gegründet.[12]

Sport[Bearbeiten]

Der mit mehr als 2000 aktiven Mitgliedern größte Verein im Landkreis Rotenburg (Wümme) ist der Tus Rotenburg, der am 5. Mai 1861 gegründet wurde. Die größten und erfolgreichsten Sparten sind die Handball-Abteilung, deren Herren aktuell in der Landesliga spielen, und die gemeinsame Basketball-Abteilung mit dem TV Scheeßel, deren 1. Damen in die 1. Bundesliga aufgestiegen sind. Eine der bekanntesten Sparten ist die Aerobic-Abteilung, die mehrere Deutsche Meisterschaften verbuchen konnte.

Der Rotenburger SV wurde 1949 gegründet.

Auf der Sandbahn "Wümmering" in Mulmshorn jährlich im Juli Motorrad-Sandbahnrennen des MSC Mulmshorn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben oder noch wirken[Bearbeiten]

  • Otto Modersohn (1865–1943), Maler
  • Rudolf Schäfer (1878–1961), Kirchenmaler
  • Birgit Lemmermann (* 1962), Gymnasiallehrerin (am Ratsgymnasium), Autorin (insbesondere von Kinder- und Jugendbüchern auf Plattdeutsch) und Übersetzerin

Literatur[Bearbeiten]

  • Enno Heyken: Rotenburg – Kirche, Burg und Bürger (= Rotenburger Schriften. Sonderheft 7). Heimatbund Rotenburg, Rotenburg/Hann 1966, S. 104–181.
  • Bernhard Haake: Rotenburger Datenbank. Rotenburg 1979.
  • Dietmar Kohlrausch: 800 Jahre Rotenburg (Wümme). Von der bischöflichen Residenz zur modernen Kreisstadt. Stadt Rotenburg, Rotenburg 1994.
  • Jürgen Hoops von Scheeßel, Heinrich Ringe von Bartelsdorf: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden. ibidem-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89821-999-0.
  • Manfred Wichmann (Hrsg.): Jüdisches Leben in Rotenburg. Begleitbuch zur Ausstellung in der Cohn-Scheune. PD-Verlag, Heidenau 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rotenburg (Wümme) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Rotenburg (Wümme) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Jürgen Hoops und Heinrich Ringe: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden, 2. Auflage, Stuttgart 2011, S. 325–328; Joachim Woock: Unterrichtsmaterialien zum Thema „Hexenverfolgung im Stift Verden und in den Herzogtümern Bremen-Verden“, Verein für Regionalgeschichte Verden e. V., Verden 2009, S. 88–96.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 244.
  4. Islamische Föderation Bremen (IFB)
  5. Rotenburger Rundschau: Wie Phönix aus der Asche
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKreisarchäologie Rotenburg: Forschung. Abgerufen am 13. Februar 2012.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format2. ADHS Symposium 7. November 2012. Abgerufen am 1. November 2012.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNaturerlebnispfad am Bullensee. Abgerufen am 29. Januar 2012.
  9. Anja Philipp-Kindler: Der Glanz des Gloria. In: TAZ. 27. März 2006, abgerufen am 13. Januar 2012.
  10. Webseite der Kulturinitiative Rotenburg (Wümme). Abgerufen am 13. Januar 2012.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie BRUNS Spirituosenfabrik. Abgerufen am 13. Februar 2012.
  12. Freiwillige Feuerwehr Rotenburg (Wümme)
  13. Joachim Woock: Unterrichtsmaterialien zum Thema „Hexenverfolgung im Stift Verden und in den Herzogtümern Bremen-Verden“, Verein für Regionalgeschichte Verden e. V., Verden 2009, S. 88–96.