Rotenburg an der Fulda

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rotenburg an der Fulda
Rotenburg an der Fulda
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rotenburg an der Fulda hervorgehoben
50.9949361111119.727125183Koordinaten: 51° 0′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 183 m ü. NHN
Fläche: 79,84 km²
Einwohner: 13.325 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36199
Vorwahl: 06623
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 018
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 15
36199 Rotenburg an der Fulda
Webpräsenz: www.rotenburg.de
Bürgermeister: Christian Grunwald (CDU)
Lage der Stadt Rotenburg an der Fulda im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Rotenburg an der Fulda (amtlich Rotenburg a. d. Fulda) ist eine Stadt im Nordosten von Hessen und liegt am Fluss Fulda im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Historische Häuserzeile in Rotenburg (an der Fulda)

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt südlich des Stölzinger Gebirges im engsten Bereich des Fuldatales. Der tiefste Punkt liegt mit 180 m ü. NN im Bereich der zwei Fuldabrücken („Alte Fuldabrücke“ und „Brücke der Städtepartnerschaften“). Der höchste Punkt ist der 548,7 m ü. NN hohe Alheimer, der auf der Gemarkungsgrenze zwischen der Stadt und der Gemeinde Alheim liegt.

Die nächstgrößeren Städte sind das etwa 6 km südöstlich gelegene Bebra und das etwa 16 km südlich gelegene Bad Hersfeld. Die nächsten größeren Städte sind das etwa 50 km nördlich gelegene Kassel und das etwa 60 km südlich gelegene Fulda

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die angrenzenden Gemeinden sind, von Norden beginnend, Alheim, Spangenberg, Cornberg, Bebra und Ludwigsau. Auf der sogenannten „Stölzinger Höhe“, im Nordosten oberhalb des Stadtteiles Dankerode hat Rotenburg eine gemeinsame Grenze mit der Stadt Waldkappel.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Kernstadt liegt beiderseits der Fulda und es bestehen lediglich vier Brücken. Davon ist die Brücke der Städtepartnerschaften die einzige vollwertige Straßenbrücke. Auch die Altstadt besteht im Grunde genommen aus zwei Teilen, welche nur durch die Alte Fuldabrücke nahe dem Schloss, die dem Radfahrer-, Fußgänger- und Anlieger-Verkehr dient, getrennt sind. Die anderen beiden Brücken liegen in den Stadtrandbereichen und sind reine Fußgängerbrücken. Zu Rotenburg an der Fulda zählen die Stadtteile Lispenhausen, Braach, Schwarzenhasel, Erkshausen, Seifertshausen, Dankerode, Atzelrode (mit Gut Alte Teich und Wüstefeld) und Mündershausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Landgrafenschloss in Rotenburg, Frontansicht des Zentralbaus

Im Güterverzeichnis Breviarium Sancti Lulli des Klosters Hersfeld von 769 wurden die Dörfer (heutige Stadtteile) Braach, Lispenhausen und das wüst liegende Breitingen (Gedenkstein im Bereich der Schrebergärten, Tennisplätze) das erste Mal urkundlich erwähnt. Diese Dörfer bestanden aus sechs Gutshöfen und 90 Morgen Land.

Die Gisonen waren Vögte der Abtei Hersfeld. Sie bauten eine erste Sicherungsburg im Fuldatal, als es ihnen gelang, die Vogtei in ihren Besitz zu bekommen. Um diese Burg entstand eine Siedlung. Die Thüringer Landgrafen, die nach den Gisonen durch Erbschaft in den Besitz der Vogtei kamen, erbauten auf dem Berg Alter Turm die Burg Rodenberg, die heute noch in Ruinen sichtbar ist und von deren Namen vermutlich auch der Stadtname abgeleitet wurde.

Die Siedlung am linken Fuldaufer, die heutige Altstadt, wurde 1248 das erste Mal als Stadt erwähnt und nach dem hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg 1264 gehörte die Stadt zur Landgrafschaft Hessen. Die alte Talburg, auf der Seite der Altstadt, soll nach 1423 abgetragen worden sein. Im Jahre 1470 entstand das erste Schloss Rotenburg. Ein großer Stadtbrand zerstörte 1478 die Altstadt und auch das erst kurz zuvor errichtete Schloss. Zwischen 1627 und 1834 war Rotenburg Residenzstadt der landgräflichen Nebenlinie von Hessen-Rotenburg, der sogenannten Rotenburger Quart.

Rotenburg auf einem Stich von Matthäus Merian von 1655; ganz links der Bergfried der Burg Rodenberg

1615 brannten in Braach 57 Häuser ab, und im Dreißigjährigen Krieg wurden 1637 die Stadt und das Rathaus von Soldaten aus dem Regiment Isolani niedergebrannt.

Im März 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr als Verein gegründet; sie erhielt im Jahr 1900 ein Feuerwehrhaus mit Schlauchturm in der Nähe der Fulda.

Während des Zweiten Weltkrieges war Rotenburg Standort eines Kriegsgefangenenlagers für Offiziere, das Oflag IX A/Z. Eine Truppführerschule des Reichsarbeitsdiensts wurde im ehemaligen Landgrafenschloss eingerichtet.

Rotenburg war bis 1972 Kreisstadt des Altkreises Rotenburg; seit 1972 gehört es zum Landkreis Hersfeld-Rotenburg. 2003 erlangte die Stadt Bekanntheit durch den Kriminalfall Armin Meiwes.

Im Jahr 2004 erhielt die Stadt im Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ eine Silbermedaille und im darauffolgenden Jahr 2005 eine Goldmedaille und einen Sonderpreis für die Gestaltung des renaturierten Landschaftsraumes in der Flussaue der Fulda.

Im August 2007 richtete die Freiwillige Feuerwehr der Stadt anlässlich des 125-jährigen Jubiläums ihrer Gründung den 20. Hessischen Feuerwehrtag aus.

Religionen[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es zehn evangelische, zwei katholische und eine neuapostolische Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden im Rahmen der hessischen Gemeindegebietsreform die ehemals selbständigen Gemeinden Atzelrode (mit dem Wohnplatz Wüstefeld), Braach (mit der Grundmühle) und Mündershausen eingegliedert. Am 1. August 1972 kamen Dankerode, Erkshausen, Lispenhausen, Schwarzenhasel und Seifertshausen hinzu.[2] Alle diese ehemaligen Gemeinden sind jetzt Stadtteile von Rotenburg an der Fulda.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis (im Vergleich zu vorangegangenen Wahlen):

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
45,8 %
38,6 %
15,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-6,0 %p
+2,7 %p
+5,3 %p
-2,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,8 17 51,8 19 50,4 19
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,6 14 35,9 13 37,7 14
UBR Unabhängige Bürger Rotenburgs 15,6 6 10,3 4 9,3 3
FDP Freie Demokratische Partei - - 2,0 1 2,5 1
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,6 48,2 56,2

Christian Grunwald (CDU) wurde am 25. September 2011 mit einem Stimmenanteil von 59,5 % zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löste damit den langjährigen Bürgermeister Manfred Fehr (SPD) ab[3].

Wappen[Bearbeiten]

Rathaus von Rotenburg (erbaut zwischen 1597 und 1598)
Stadtwappen an der Rathaustreppe in Rotenburg

Blasonierung: „In Silber ein roter Dreiberg, darauf ein waagrechter grüner Ast, aus dem ein gebogener grüner Zweig mit drei Lindenblättern aufwächst.“

Bedeutung: Das Wappen stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Berg steht für den Rotenberg, auf dem eine Burg stand. Von dieser hat die Stadt ihren Namen. Der Lindenzweig stammt von älteren Zunftsiegeln, auf denen ein Kleeblatt und ein Stern abgebildet waren. Daraus entstand der Lindenzweig, der in das Stadtwappen übernommen wurde. Es gehört damit zu der nordhessischen Kleeblatt-Wappenfamilie wie Kassel und Felsberg. Die erste Darstellung der heute gültigen Form findet sich im Rittersaal, der Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen wurde. Siehe Wilhelm Wessel 1623: „Folgen die Wapen aller Städte in Fürstenthümern und Graffschaften dero Fürsten zu Hessen wie sie in Rotenbergk im Fürstlichen Schloß / im großen Saal zu finden.“ Die ersten Darstellungen auf dem mittelalterlichen Stadtsiegel zeigen einen Heiligen, einen Palmenzweig tragend, vor einem Stadttor. Es handelt sich vermutlich um den Stadtpatron, St. Jakobus den Älteren.

Der Wappenspruch lautet:
Rotenburg an der Fuld´ die Stadt,
im Schild drei grüne Blätter hat.
Der Berg ist rot, der Schild ist weiß,
der grünt, wer ehrbar lebt mit Fleiß.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Neustadt mit Fulda-Wehr bei Hochwasser; im Vordergrund die Schleuse aus dem 16. Jahrhundert

Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu den Städten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Kreisheimatmuseum Rotenburg, Äuserer Schlosshof [1]
  • Puppen- und Spielzeugmuseum, Bürgerstraße 1 [2]
  • Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (muzkkka), zum 31. Dezember 2011 aufgelöst
  • Jüdisches Museum in der ehemaligen Mikwe, Gedenk- und Begegnungsstätte, Brauhausstraße 2[4]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:

  • Das Schloss Rotenburg im Stil der Renaissance, in den Jahren 1570–1607 neu gebaut, um das Jahr 1790 umgebaut, einschließlich erhaltener Nebengebäude und der Schlosspark, seit 1953 Landesfinanzschule Hessen.
  • Das in den Jahren 1597–1598, anstelle eines älteren Baues, gebaute dreigeschossige Rathaus. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg, dem sogenannten „Kroatenjahr“ 1637 fast vollständig niedergebrannt. Danach wurde der Fachwerkgiebel erbaut. Das Portal aus der Renaissance und dem Kleeblattwappen ist erhalten geblieben (1598 datiert) und zeigt sich bis heute mit einer zweiläufigen barocken Treppe.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die nach dem Schutzpatron der Stadt benannte Pfarrkirche St. Jakobi
  • Die evangelische Pfarrkirche (ehemalige Stiftskirche „St. Elisabeth und Marien“) in der Neustadt, wurde ab 1371 (Inschrift am südlichen Turm) anstelle des Elisabeth-Hospitals erbaut. Zu dem ersten Bauabschnitt, der bis 1379 andauerte, gehören noch die zwei Chorflankentürme (bis in Höhe der Traufhöhe des Langhauses) und die Basismauern der zwei ersten Langhausjoche. Die dreischiffige und dreijochige Kirchenhalle (ursprünglich 5 Joche) wurde zwischen 1484 und 1501 errichtet. 1651 wurde im Erdgeschoss des Nordturmes die Gruft des Landgrafen Hermann von Hessen und dessen zweiter Ehefrau Juliane Kunigunde von Anhalt-Zerbst eingebaut. Sowohl die Halbrundapsis im Westen, der dreiseitige Ostabschluss, der erhöhte Südturm und die Gewölbe und Pfeiler in der Kirchenhalle gehören der Neugotik an und wurden zwischen 1822 und 1892 errichtet. Das alte gotische Westportal ist an der Nordseite des Langhauses eingebaut.
Schleuse an der Fulda aus dem 16. Jahrhundert; rechts das Schloss

Weiteres[Bearbeiten]

  • Auf dem Berg Alter Turm (418,1 m ü. NN) liegen verborgen im Wald die Ruinen der Burg Rodenberg (etwa 1150 von den Thüringer Landgrafen erbaut).
  • In der Nähe der Fuldabrücke befindet sich eine historische Wehranlage mit Schleuse aus dem 16. und 17. Jahrhundert (gebaut auf Veranlassung des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel).
  • Die Mikwe, das rituelle Tauchbad der ehemaligen jüdischen Gemeinde, wurde archäologisch gesichert und ist seit 2006 als Jüdisches Museum mit Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet.
  • Im Bereich der Altstadt sind Teile der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 12. und dem 13. Jahrhundert mit zwei Rundtürmen erhalten.
  • In der Kernstadt gibt es interessante Stein- und Fachwerkbauten mit Zwerchbau und einige noch erhaltene historische Gartenhäuschen.
  • In den Stadtteilen stehen außerdem einige historische Kirchen und traditionelle hessische Wilder-Mann-Fachwerkbauten:
    • Gebäude und Anlage der Grundmühle in Braach
    • Die letzte wasserbetriebene Mühle in Erkshausen
    • Sehenswerte Wasserburg Schwarzenhasel mit 3/4 Wassergraben in Schwarzenhasel im Haselgrund, Patronats- und Wohnhaus
    • Wasserburg in Lispenhausen, heute Wohnhaus
    • Berghöhe Alheimer mit Alheimerturm als Aussichtspunkt
    • Hofgut Wüstefeld mit ehemaligen Schafstall und Hofgut Dankerode mit Pferdezucht

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Vierzehn Stolpersteine erinnern seit dem 25. Mai 2010 an Rotenburger Juden, die Opfer des Holocaust wurden.[5] Am 27. Mai 2011 wurden weitere 29 Stolpersteine verlegt[6].

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Heimat- und Strandfest (jedes Jahr am ersten Wochenende im Juli)
  • Historischer Weihnachtsmarkt auf dem Rotenburger Marktplatz und den angrenzenden Gassen (ab Anfang Dezember für 16 Tage) mit der höchsten Weihnachtspyramide Deutschlands
  • Kuckucksmarkt im Rotenburger Stadtteil Braach (nordhessischer Kunst-, Handwerker- und Bauernmarkt, der jedes letzte Wochenende im Monat Mai bis Oktober stattfindet)

Weiteres[Bearbeiten]

Seit Oktober 2011 spielt der vom Hessischen Rundfunk produzierte Radio-Tatort in Rotenburg an der Fulda.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg

Eine besondere Bedeutung für die Stadt und die ganze Umgebung hat das auf einem Südhang über der Stadt gelegene Herz- und Kreislauf-Zentrum (HKZ).

Mit Stand vom Januar 2006 sind in der Stadt 4.188 Beschäftigte angestellt. Davon bietet das produzierende Gewerbe 989 Stellen, im Dienstleistungsbereich sind 2.143 Beschäftigte angestellt, im Handel sind es 367 Beschäftigte, im Bereich Land/Forstwirtschaft sind es 80 Beschäftigte und alle andere Branchen stellen 609 Beschäftigte. Für den Fremdenverkehr sind 1.325 Betten ausgewiesen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rotenburg liegt an der Bundesstraße 83 und an der sogenannten Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, die heute Teil der Mitte-Deutschland-Verbindung ist.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führen folgende Radwanderwege:

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitung erscheint von Montag bis Samstag die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) mit dem Lokalteil Rotenburg/Bebra. Mittwoch und Sonntag erscheint zusätzlich noch das kostenlose Anzeigenblatt „Kreisanzeiger“.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bis zur Auflösung im März 2006 war in der Alheimer-Kaserne an der Dickenrücker Straße 16 das Panzergrenadierbataillon 52 stationiert.[7] Seit Juli 2006 befindet sich dort das neu aufgestellte Führungsunterstützungsbataillon (FüUstgBtl) 286. Hinzu kam noch die 6. Kompanie des Feldjägerbataillons 251, die zuvor in Schwalmstadt stationiert war. Das FüUstgBtl 286 gehört dem Führungsunterstützungsregiment 28 in Mechernich an und ist Teil der Streitkräftebasis (SKB) der Bundeswehr. Am 26. Oktober 2011 wurde bekannt gegeben, dass nach langer Diskussion und einer Sanierung im mittleren zweistelligen Millionenbereich der Bundeswehrstandort Rotenburg a. d. Fulda aufgelöst wird. Nach einem Bericht der Tageszeitung HNA vom 24. März 2012 verbleibt das Feldjägerkontingent wahrscheinlich bis 2015 in der Alheimer Kaserne.[8]
  • Studienzentrum Rotenburg: Landesfinanzschule Hessen, Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege des Landes Hessen
  • Amtsgericht Rotenburg an der Fulda (bis 31. Dezember 2011)
  • Aus- und Fortbildungsstätte von Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement
  • BKK-Akademie – Tages- und Seminarhotel
  • Straßenmeisterei Rotenburg a. d. Fulda
  • Finanzamt Hersfeld-Rotenburg – Verwaltungsstelle Rotenburg a. d. Fulda

Bildung[Bearbeiten]

Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg
  • In der Stadt gibt es 10 Schulen, darunter die Jakob-Grimm-Schule, die als additive Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe tätig ist.[9]
  • Für Mitarbeiter der Betriebskrankenkassen gibt es die BKK Akademie. Dies war eine Einrichtung des BKK-Bundesverbandes, bis sie im Jahr 2009 in eine eigenständige GmbH umgewandelt wurde. Hier werden im Rahmen von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen hauptsächlich Sozialversicherungsrecht und verwandte Themen vermittelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich Lucaè (* 1644 in Brieg; † 1708 in Rotenburg an der Fulda), Pfarrer und Verfasser der Chronik "Das edle Kleinod an der Hessischen Landeskrone – Amt Rotenburg", Hofprediger in Kassel (ab 1676), Metropolitan in Spangenberg (ab 1694), Oberpfarrer der Jakobi-Kirche in Rotenburg an der Fulda (ab 1696)
  • August Vilmar (* 1800 in Solz; † 1868 in Marburg), Pfarrer und Lehrer in Rotenburg (1824–1833), Professor an der Marburger Universität; Straßenbezeichnung: "Vilmarstraße" als Abzweig "Am Alten Feld" in Rotenburg an der Fulda
  • Jakob Wilhelm Georg Vilmar (1804–1884), Pfarrer der Hessischen Renitenz, Pfarrer in Rotenburg (1830–1851); Straßenbezeichnung: "Vilmarstraße" als Abzweig "Am Alten Feld" in Rotenburg an der Fulda
  • Heinrich Eisenach (* 1814 in Kassel; † 1891 in Rotenburg an der Fulda), in Rotenburg als Kreisphysikus und Sanitätsrat tätiger Naturkundler, Zoologe und Botaniker
  • Paul Scheffer (* 20. April 1877 in Kassel; † 4. April 1916 in Berlin), deutscher Maler, der die „Rotenburger Mappe“,[10] geschaffen hat, das sind elf Steindrucke mit Ansichten von Rotenburg an der Fulda
  • Gustav Adolf Hauert (* 20. Februar 1896 in Fermersleben/Magdeburg; † 9. Oktober 1988 in Rotenburg an der Fulda), Lehrer, Schulrat, Schriftsteller, Heimatdichter, Sozialdemokrat seit 1920 in Rotenburg an der Fulda; Förderer des Jugendherbergswerkes, des Schauspielvereins Rotenburg an der Fulda, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Rotenburg an der Fulda, Mitbegründer des SPD-Ortsvereins Rotenburg an der Fulda; Teile seines lyrischen Nachlasses und die Theaterstücke mit allen Aufführungsrechten gingen an die Stadtverwaltung Rotenburg an der Fulda (Archiv der Stadt), sein Wohnhaus in der Altstadt diente zur Einrichtung des SPD-Vereinshauses Rotenburg an der Fulda
  • Peter Zirbes (1898–1988), deutscher Maler, der in Rotenburg wirkte und starb. Nach ihm ist der Zirbes-Brunnen in der Rotenburger Altstadt benannt.
  • Georg Ellenberger (* 26. Juni 1906 in Bad Hersfeld; † 1. Dezember 1983 in Rotenburg an der Fulda), Kaufmann und Kommunalpolitiker, 1946–1966 im Stadtparlament Rotenburg an der Fulda; 1972 Ehrenbürgerrecht für die zahlreichen Verdienste um die Stadt Rotenburg an der Fulda
  • Walter Wallmann (1932–2013), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (1986–1987), Hessischer Ministerpräsident (1987–1991), Richter am Amtsgericht in Rotenburg (1966)
  • Günter Schabowski (* 1929), Journalist und Politiker, Mitglied des ZK der SED und des Politbüros, Redakteur der „Heimatnachrichten“ (1993–1999) in Rotenburg
  • Armin Meiwes (* 1961), Computertechniker, bekannt geworden als „Kannibale von Rotenburg“, nachdem er einen Menschen getötet und Teile der Leiche verspeist hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Deist, Thomas Sippel: Rotenburg an der Fulda. Sutton Verlag, 2005, ISBN 3-89702-852-2
  • Heinrich Nuhn: Ein Rundgang durch Rotenburg a. d. Fulda. Spuren jüdischen Lebens, 2001, ISBN 3-933231-18-3
  • Heinrich Nuhn: Die Rotenburger Mikwe. Kulturdenkmal und Zeugnis der Vielfalt jüdischen Lebens, 2006, ISBN 3-933734-11-8
  • Heinrich Nuhn: In Memoriam. 43 Rotenburger Opfer des Holocaust, 2011, Selbstverlag Jüdisches Museum Rotenburg
  • Angela Pooch: Historische Einblicke in unsere Stadt. Archiv der Stadtverwaltung, 1997, ISBN 3-932580-02-8
  • Albert Deist, Thomas Sippel: Rotenburg an der Fulda: 1948 bis 1983, Sutton Verlag, 2008, ISBN 3-86680-251-X
  • Achim Meyer: Rotenburg an der Fulda – Häuser, Gassen und Geschichten.
  • Achim Meyer: Bilder aus Rotenburg an der Fulda. (Bildband in Fünf Sprachen)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 406 und 407.
  3. http://www.hna.de/nachrichten/kreis-hersfeld-rotenburg/rotenburg/buergermeisterwahl-rotenburg-grunwald-liegt-ueber-prozent-vorn-1419781.html
  4. Webseite des „Jüdischen Museums in der ehemaligen Rotenburger Mikwe“
  5. Stolpersteine erinnern an ermordete Juden HNA vom 26. Mai 2010
  6. Initiative Stolpersteine für Rotenburg
  7. Standortdatenbank Bundeswehr. Rotenburg an der Fulda. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, abgerufen am 19. Juni 2013.
  8. Feldjäger bleiben bis 2015 - Rotenburg/Bebra - Lokales - Nachrichten - HNA Online. Website HNA Online. Abgerufen am 25. März 2012.
  9. Von Juni 1940 bis März 1945 dienten die Schul- und Internatsgebäude als Lager für kriegsgefangene Offiziere der Alliierten (Oflag IX A/Z).
  10. Titelblatt der Rotenburger Mappe

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rotenburg an der Fulda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Rotenburg an der Fulda – in den Nachrichten