Roter Oktober (Süßwarenfabrik)

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Süßwarenfabrik Roter Oktober
Roter Oktober-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1851 (als Konditorei „Einem")
Sitz Moskau, Russland
Mitarbeiter 3033 (Stand 2008)[1]
Branche Süßwarenhersteller
Website www.konfetki.ru
Das ehemalige Produktionsgebäude der Süßwarenfabrik „Roter Oktober“ an der Moskwa (Lage55.74060737.60926)

Die OAO Roter Oktober (russisch Красный Октябрь, Transkription Krasny Oktjabr, deutsch: Roter Oktober) ist ein russischer Hersteller von Süßwaren und der Name der gleichnamigen Fabrik in Moskau.

Geschichte[Bearbeiten]

Werbebild vor 1917

1851 eröffnete der Deutsche Theodor Ferdinand von Einem eine kleine Konditorei am Arbat. In der Konditorei „Einem“, in der Schokolade und Bonbons hergestellt wurden, beschäftige er fünf Mitarbeiter.[2] [3] Von Einem lernte 1857 seinen zukünftigen Geschäftspartner Julius Heuss kennen, mit dem er im selben Jahr ein Konditoreigeschäft am Theaterplatz in Moskau eröffnete.[3]

1867 ließ von Einem zusammen mit seinem Geschäftspartner Heuss am Sophienufer, direkt gegenüber vom Kreml, seine erste Schokoladenfabrik bauen. 1876 starb von Einem.[2] In Moskau errichtete von Einems Nachfolger Julius Heuss die für damalige Verhältnisse größte und modernste Süßwarenfabrik des Landes an der Südspitze der Jakimanka-Insel.

1907 starb Julius Heuss.[4] Die Firma wurde von fünf seiner Söhne weitergeführt.[5]

Nach der Oktoberrevolution wurde die Firma verstaatlicht und im Jahr 1918 in „Staatliche Süßwarenfabrik Nr. 1, vormals Einem“ umbenannt. 1922 wurde sie in den heutigen Namen „Roter Oktober“ umbenannt.

Im Jahr 1966 begann man mit der Produktion der bekanntesten Schokolade der Fabrik „Aljonka“,[3] deren Werbeträger ein bekanntes kleines Mädchen ist. Das Mädchen, das auf der Verpackung der Schokolade zu sehen ist, existiert wirklich, es ist die Tochter eines Mitarbeiters der Fabrik, der „Aljonka“ fotografiert hat, als sie acht Monate alt war.[3]

1992 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.[3] Am 27. Mai 1994 richtete man auf dem Fabrikgelände ein Museum ein.[3]

Im Jahr 2007 wurde die Produktion in den Norden der Stadt verlegt. Übrig blieben das Fabrikmuseum und ein kleiner Laden, in dem Süßigkeiten von Roter Oktober verkauft werden. Das sechs Hektar große Gelände in bester Stadtlage konnte vor Abriss und lukrativer Neubebauung bewahrt werden. In den umgebauten Fabrikgebäuden befinden sich mittlerweile Boutiquen von Modemachern zu erschwinglichen Mieten, ein Café mit Video-Installationen, eine beliebte Discothek mit Blick auf die Moskwa und eine Fernsehstation für Internetfernsehen.[6]

Film[Bearbeiten]

  • Roter Oktober - Moskaus Herz aus Schokolade. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2010, 14:25 Min., Buch und Regie: Roland Strumpf, Produktion: 3sat, Erstsendung: 17. Dezember 2010 in 3sat, Inhaltsangabe mit Online-Video.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Süßwarenfabrik Krasny Oktjabr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reports, konfetki.ru
  2. a b Dana Ritzmann: Süße Erinnerungen an den Roten Oktober. Eurasisches Magazin. 31. März 2006. Abgerufen am 21. März 2011.
  3. a b c d e f About company - History and Traditions (en) konfetki.ru. Abgerufen am 21. März 2011.
  4. Moskaus Herz aus Schokolade, wieninternational.at, 18. August 2010, archiviert von Internet Archive
  5. Julius Heuss, ein Pfarrerssohn aus Walddorf. Kirchengemeinde Walddorf. Abgerufen am 21. März 2011.
  6. Moskaus Herz aus Schokolade, 3sat, Dezember 2010

55.78713237.655909Koordinaten: 55° 47′ 14″ N, 37° 39′ 21″ O