Rotflanken-Andenkolibri

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Rotflanken-Andenkolibri
Oreotrochilus adela gemalt von John Gould

Oreotrochilus adela gemalt von John Gould

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Bergnymphen (Oreotrochilus)
Art: Rotflanken-Andenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Oreotrochilus adela
d'Orbigny & Lafresnaye, 1838

Der Rotflanken-Andenkolibri (Oreotrochilus adela) oder manchmal auch Adelakolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Argentinien und Bolivien umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als gering gefährdet (Near Threatened) eingeschätzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Der Rotflanken-Andenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 12 Zentimetern. Der leicht gebogene Schnabel wird ca. 25 Millimeter lang. Der Schwanz ist keilförmig. Die Oberseite des Männchens ist graubraun mit einer schwachen bronzenen Färbung, so dass sie geschuppt wirkt. Die Kehle glitzert in einem intensiven Grün. Die Unterseite ist kastanienfarben mit einem kräftigen Schwarz in den zentralen Bereichen. Der blauschwarze Schwanz weist bei den inneren Steuerfedern kastanienfarbene Bereiche auf. Das Weibchen hat eine weiße Kehle mit dunkelfarbenen Sprenkeln und grünen runden Flecken. Die Unterseite ist rotbraun und wird im zentralen Bereich blasser. Die Schwanzfedern sind dunkel mit weißen Sprenkeln. Der Basisfedern des Schwanzes sind rotbraun. Die zentralen Steuerfedern sind blauschwarz.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitung

Diese Kolibris bewegen sich vorwiegend in halbtrockenen Polylepis-Waldgebieten. Oft sieht man sie auch in Schluchten mit dichterem Gebüsch wie Barnadesia. Sofern genügend säulenartige Kakteen und Gebüsche vorhanden sind, kommen sie auch in typischem Dodonea-Heideland vor. Man findet sie in Höhen zwischen 2600 und 4000 Metern. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Bolivien vom südlichen Teil des Departamento La Paz über Cochabamba und Potosí nach Chuquisaca. Nur sehr selten kann man sie im Nordwesten Argentiniens (Departamento Yavi) beobachten. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um Migranten handeln könnte.

Verhalten[Bearbeiten]

Die Vögel ernähren sich u.a. vom Nektar der Blüten der Barnadesia, von Lippenblütlern und Säulenkakteen. Hin und wieder räumen sie dem Estella-Andenkolibri (Oreotrochilus estella) das Feld. In der Paarungszeit sitzt das Männchen auf freiliegenden Ästen, zwitschert melodiös und plustert sich auf. Nähert sich ein Weibchen so schlägt es zusätzlich mit den Flügeln.

Forschungsgeschichte und Namensgebung[Bearbeiten]

Während der Namensteil oreo auf die griechischen Bezeichnungen óros (=Berg) zurückzuführen ist, steht das Wort trochilus für Kolibri. Der Begriff Trochilus, den Linnaeus 1758 verwendete, ist historisch problematisch: Dieser Begriff wurde bereits von Aristoteles für einen Vogel, der den Mund eines Krokodils aufsucht, ohne von diesem verletzt oder gar gefressen zu werden verwendet. Étienne Geoffroy Saint-Hilaire vermutete, dass Aristoteles damit den Krokodilwächter (Pluvianus aegyptius) beschrieb. Trotzdem hat sich unter den Wissenschaftlern eingebürgert, diesen Begriff im Zusammenhang mit Kolibris zu verwenden.

Das im wissenschaftlichen Namen verwendete Wort Adela ist auf das griechische Wort adelos (= dunkel, unbekannt, versteckt) zurückzuführen. In der älteren englischsprachigen Literatur findet man den Trivialnamen Adela's Hill Star[2]. Dies würde auf einen Dedikationsnamen für eine Frau hinweisen. Dieser Trivialname ist aber wohl auf einen Schreibfehler von John Gould zurückzuführen, der in seinem Werk Family of Hummingbirds - Monograph of the Trochilidae (1849-1861) für den Kolibri den wissenschaftlichen Namen Oreotrochilus adelae verwendete.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America, Zoological Museum and Apollo Boooks, S. 255, ISBN 978-8788757163
  • Charles Knight: Penny Cyclopaedia of the Society for the Diffusion of Useful Knowledge, Band 25, Charles Knight and Co, S 275, 1843
  • Bo Beolens, Michael Watkins: Whose Bird?: Common Bird Names and the People They Commemorate, Yale University Press, 2004, S. 19, ISBN 978-0300103595
  • Edward S. Gruson: Words For Birds: A Lexicon Of North American Birds with Biographical Notes, Quadrangle Books, S 207,1972

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oreotrochilus adela in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2010.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 27. Juli 2010
  2. Fieldiana 1918 S. 232 Charles B. Cory Catalogue of Birds of the America (engl.)