Rothenberg

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Rothenberg in Hessen; zu anderen Bedeutungen siehe Rothenberg (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rothenberg
Rothenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rothenberg hervorgehoben
49.4993055555568.9184722222222420Koordinaten: 49° 30′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 30,48 km²
Einwohner: 2302 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64757
Vorwahl: 06275
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 014
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 23
64757 Rothenberg
Webpräsenz: www.rothenberg-odw.eu
Bürgermeister: Hans-Heinz Keursten (parteilos)
Lage der Gemeinde Rothenberg im Odenwaldkreis
Breuberg Höchst im Odenwald Lützelbach Bad König Brensbach Brombachtal Fränkisch-Crumbach Reichelsheim (Odenwald) Mossautal Michelstadt Erbach (Odenwald) Hesseneck Beerfelden Sensbachtal Rothenberg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Baden-Württemberg Baden-Württemberg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Kreis BergstraßeKarte
Über dieses Bild

Rothenberg ist die südlichste Gemeinde im Odenwaldkreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Rothenberg liegt in 170 bis 495 Meter Höhe im südlichen Odenwald und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, 5 km nördlich von Hirschhorn am Neckar entfernt. Der Hauptort liegt im Süden des Gemeindegebietes als Höhensiedlung in einer Rodung in 420 Meter Höhe auf dem Rücken der ansonsten bewaldeten Hirschhorner Höhe. Die Gemarkung erstreckt sich langgezogen längs des Finkenbachs nach Nordwesten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rothenberg grenzt im Norden an die Stadt Beerfelden (Odenwaldkreis), im Osten an die Stadt Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg), im Süden an die Stadt Hirschhorn (Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die Stadt Eberbach (Stadtteil Brombach) und die Gemeinde Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Finkenbach, Hinterbach, Kortelshütte, Ober-Hainbrunn, Raubach und Rothenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Rothenberg kam als Rodenberg im Jahr 1535 mit den Dörfern Ober-Hainbrunn und Unter-Finkenbach sowie Vogteirechten in Moosbrunn als kaiserliches Lehen an die Herren von Hirschhorn. Nach deren Aussterben 1632 kam der Besitz an Otto von Kronberg und nach dem Aussterben der Grafen von Kronberg 1704 an die Freiherren von Degenfeld-Schonburg. Über eine Hochzeit gelangte der Besitz 1786-1801 an die Grafen von Erbach-Fürstenau. Durch die Rheinbundakte kam Rothenberg und die Dörfer ohne Moosbrunn mit der Grafschaft Erbach 1806 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. 1835 war Rothenberg mit 1098 Einwohnern das drittgrößte Dorf des Landratsbezirks. Als im Zuge der Industrialisierung die Verkehrswege ausgebaut wurden, geriet dem Handwerker- und Marktort seine verkehrsungünstige Höhenlage zum Nachteil. Eine industrielle Entwicklung fand nicht statt und die Bevölkerungszahlen waren rückläufig. Das Ortsbild ist bis heute stark landwirtschaftlich geprägt. 1971 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ober-Finkenbach und Raubach eingemeindet. Die Weiler Kortelshütte und Hinterbach waren im 18. Jahrhundert erfolgte Siedlungsgründungen für Neusiedler und Besitzlose. Kortelshütte hat sich ab dem frühen 20. Jahrhundert nach Erschließung durch eine Landstraße und Ausweisung von Neubaugebieten zu einem Luftkurort entwickelt. Hinterbach erlangte in den 1930er Jahren Bedeutung durch seine Mineralquellen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Finkenbach eingegliedert. Raubach kam am 1. August 1972 hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Rothenberg 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,8 %
29,0 %
16,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,8 %p
-6,1 %p
+3,3 %p

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [3]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
WGR Wählervereinigung Gemeinde Rothenberg 54,8 8 52,0 8 45,5 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,0 4 35,1 5 41,5 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,1 3 12,8 2 13,0 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 57,2 63,3 72,4

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der parteilose Bürgermeister Hans Heinz Keursten wurde im ersten Wahlgang am 18. September 2005 mit 91,5 % der Stimmen wiedergewählt.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

In Rothenberg und den zugehörigen Ortschaften präsentiert sich eine ansehnliche Reihe von sehenswerten Kulturdenkmälern. Neben der evangelisch lutherischen Schwarzen Kirche von 1880 und der Evangelischen Pfarrkirche von 1883 sind insbesondere mehrere Fachwerkhäuser wie das Forsthaus Saubuche beim Ortsteil Raubach zu nennen, außerdem zahlreiche Kleindenkmäler wie Brunnen, Grenzsteine und Stellsteinreihen, darunter die Stellsteinreihe in Ober-Hainbrunn.

Um die Jahrhundertwende häuften sich die Beschwerden der Rothenberger Oberdorfbewohner über Mängel bei der Wasserversorgung. Die Quelle des Großen Brunnens am Hang des Gammelsbachtals schüttete genug Wasser. Die Landesbehörden im Großherzogtum Hessen betraute die Kulturinspektion Darmstadt und die fand die Lösung der Wasserversorgung mit zwei Wassermotoren, geliefert von der Zürcher Maschinenfabrik Schmid. Jeder der technisch interessanten Motoren treibt eine dreizylindrige Pumpe an. Die eine Drillingspumpe stammt aus dem Jahre 1902, die andere ist zwei Jahre jünger. Betrieben wird die historische Pumpstation zwischen Kortelshütte und Rothenberg heute von einem Kreis technisch begeisterter Idealisten.

Im zu Rothenberg zählenden Weiler Hinterbach befindet sich außerdem der letzte erhaltene hydraulische Widder im Odenwald.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358 und 359.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rothenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien