Rothenburg (Saale)

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51.64583333333311.75694444444486Koordinaten: 51° 38′ 45″ N, 11° 45′ 25″ O

Rothenburg
Höhe: 86 m
Fläche: 5,4 km²
Einwohner: 796 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Eingemeindet nach: Wettin-Löbejün
Postleitzahl: 06193 (ehemals 06420)
Vorwahl: 034691
Brachwitz Döblitz Domnitz Gimritz Nauendorf (Saalekreis) Neutz-Lettewitz Plötz Rothenburg (Saale) Wettin Wettin, OT Dößel Löbejün SaalekreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Rothenburg in Wettin-Löbejün

Saalefähre „Altes Mädchen“ bei Rothenburg

Rothenburg ist ein Ortsteil der Stadt Wettin-Löbejün im nördlichen Saalekreis in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rothenburg liegt 25 Kilometer nordwestlich von Halle (Saale) an der Saale. Westlich von Rothenburg liegt die Könnerner Ortschaft Zickeritz. Im Norden befindet sich das Zentrum von Könnern. Südlich von Rothenburg liegt Friedeburg (Saale), ein Ortsteil von Gerbstedt sowie der Saaledurchbruch bei Rothenburg. Rothenburg liegt im Naturpark Unteres Saaletal.

Geschichte[Bearbeiten]

Bronzefunde, Hügelgräber und Urnen belegen, dass bereits in prähistorischer Zeit Menschen im Gebiet des heutigen Rothenburgs siedelten. Später errichteten die Slawen in der Nähe von Rothenburg eine Wallburg zur Sicherung des Saaleübergangs. Der Name der Burg ist als Sputinesburg bzw. Zputinesburg (961) und im 11. Jahrhundert als Spiutni überliefert. Der Name Rothenburg (vom roten Erdreich des Berges) taucht erst später auf. Um 1075 ist die Burg wahrscheinlich beim Aufstand der Sachsen gegen Heinrich IV zerstört worden.siehe auch Rothenburg

Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort ab 1625 unter der Besatzung der Truppen Wallensteins, 1636 wurde der Ort durch die Schweden unter Banér verwüstet. Auch die Pest forderte im selben Jahr 33 Opfer, so dass Rothenburg die folgenden Jahre nahezu entvölkert war – Dreyhaupt berichtet, dass zwischen 1640 und 1643 nur der Müller und die Witwe des Pfarrers mit ihren drei Söhnen in Rothenburg lebten. Beim Durchzug von Soldaten versteckten sie sich in Dornenhecken. Für die Jahre 1680 und 1681 sind abermals 32 Pestopfer belegt.

Von den Wüstungen im Gebiet von Rothenburg, Widenheim, Hohndorf (beide seit mindestens 1456 wüst), Barnena (bis Mitte des 16. Jahrhunderts), Katzene und Garwesel, sind keine Überreste mehr sichtbar.

Im 15. Jahrhundert begann man in Rothenburg mit dem Kupferbergbau, der, anfangs stockend und vom Dreißigjährigen Krieg unterbrochen, bis ca. 1730 andauerte. Neben Kupfer gewann man auch Silber. Der Ort gewann an Bedeutung, als hier von 1770 bis 1815 das von Preußen gegründete königlich-magdeburgisch-halberstädter Oberbergamt ansässig war, ab 1815 wurde dieses jedoch in das nahegelegene Halle (Saale) verlegt. Ab 1818 entstanden dann ein Kupferhammer, 1844 die Prinz Carlshütte. 1909 entstand daraus das Rothenburger Messingwerk.

1844 wurde nach einem Brand die heute bestehende neue Kirche St. Marien errichtet.

Während des Zweiten Weltkrieges gehörte das Werk Rothenburg zum Kupfer- und Messingwerk Hettstedt und war ein Rüstungsbetrieb. Es wurden dort Munition sowie Munitionsteile hergestellt. Ebenfalls befand sich in Rothenburg ein Außenlager des KZ Buchenwald sowie ein Arbeitserziehungslager. Zwischen 1943 und 1945 verloren hier infolge von Misshandlungen und der mörderischen Arbeitsbedingungen insgesamt 56 Menschen aus verschiedenen Ländern Europas, mehrheitlich Sowjetbürger, ihr Leben.

Das heutige Draht- und Seilwerk entstand nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus einer Metallwarenfabrik. In den Jahren 1945 und 1946 wurden für die kriegsgeschädigte Bevölkerung vorrangig Haushaltsgeräte aus Aluminium produziert.

Am 1. Januar 2011 wurden die Gemeinden Städte Löbejün und Wettin sowie den Gemeinden Brachwitz, Döblitz, Domnitz, Gimritz, Nauendorf, Neutz-Lettewitz, Plötz und Rothenburg, die zuvor bereits in der Verwaltungsgemeinschaft Saalkreis Nord zusammengeschlossen waren, zur neuen Stadt Wettin-Löbejün zusammengefasst.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Marienkirche

Religion[Bearbeiten]

Die lutherische Kirchgemeinde Rothenburg mit der St.-Marien-Kirche ist das Zentrum des Kirchspiels Rothenburg im Pfarrsprengel Wettin, Kirchenkreis Halle-Saalkreis, Propstsprengel Halle-Wittenberg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Willi Schreiber (SPD) war der letzte Bürgermeister der Gemeinde und wurde am 10. Juni 2001 gewählt.

Ortspartnerschaften[Bearbeiten]

Befreundete Städte: Rothenburg ob der Tauber (Bayern), Rotenburg a. d. Fulda (Hessen), Rotenburg (Wümme) (Niedersachsen), Rothenburg/O.L. (Sachsen), Rothenburg LU (Schweiz), Czerwieńsk (Rothenburg an der Oder) (Polen) ,

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kirche St. Marien
  • Reste der Alten Burg (Wallanlagen)
  • Femegericht auf der Schleuseninsel
  • „Schlackenhalde“ direkt am Saaleradweg, mit Informationen über den Hüttenort Rothenburg
  • Schifffahrtssäule mit Wetterfahne von 1820

Sport[Bearbeiten]

  • Mehrere kleine Matten-Skisprungschanzen dienen dem SFV Rothenburg zur Nachwuchsförderung.
  • TSV Rothenburg, Sportgruppe „Jumbos“, Volleyball, Frauengruppe und Breitensport
  • Fußballverein SV 1926 Rothenburg e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In Rothenburg befindet sich eine Fähre über die Saale sowie eine Schleuse. Die frühere Kleinbahn Könnern–Rothenburg wird seit 1963 ausschließlich im Güterverkehr genutzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Westfälische Drahtindustrie GmbH / Draht- und Seilwerke Rothenburg
  • EMZORO / Maschinenbau Ersatzteile Zorn Rothenburg
  • Kuhnert Drahtwaren GmbH

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rothenburg (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien