Roti (Insel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Roti
Satellitenbild von Roti
Satellitenbild von Roti
Gewässer Timorsee, Sawusee
Inselgruppe Timorarchipel
Geographische Lage 10° 28′ S, 123° 23′ O-10.466666666667123.38333333333444Koordinaten: 10° 28′ S, 123° 23′ O
Lage von Roti
Fläche 1214 km²dep1 w3
Höchste Erhebung 444 m
Hauptort Ba'a
Strand von Nusa Manuk
Strand von Nusa Manuk

Roti (auch Rote, Bahasa Indonesia: Pulau Roti) ist eine indonesische Insel vor der Westspitze Timors.

Geographie[Bearbeiten]

Karte von Ost-Nusa Tenggara

Die Insel Roti hat eine Fläche von 1214 km². Die höchste Erhebung erreicht 444 m.[1] Nördlich liegt die Sawusee, südlich die Timorsee, weiter nach Westen liegen die Inseln Sawu und Sumba. Nach Nordosten trennt Roti die Straße von Roti von seinen direkten Nachbarn Timor und Semau

Um Roti herum liegen mehrere kleinere Inseln. Westlich liegen die Inseln Ndao, Nuse (Nusa) und Doo, östlich Usu, Nusa Manupui und Boti, nördlich Ndoa, Nusa Kodi, Huana, Batuhun und Nusa Bibi und südwestlich Pamana (Dana, Dona, Ndana), Helihana, Landu, Manuk, Batu Bibi, Liu, Nusa Nak und Lai.[2][3][4] Pamana ist die südlichste Insel Indonesiens.

Roti bildet mit seinen Nachbarinseln den Regierungsbezirk (Kabupaten) Rote Ndao in der Provinz Ost-Nusa Tenggara der Kleinen Sundainseln. Hauptort ist Ba'a im nördlichen Zentrum der Insel. Südlich des Dorfes Nembralla gibt es ein Surfgebiet. Eine Fähre verbindet täglich die Insel mit der Provinzhauptstadt Kupang in Westtimor.

Die kurze Regenzeit dauert von Dezember bis März. In dieser Zeit bilden sich Bäche und Flüsse, die in der Trockenzeit wieder verschwinden. Es gibt einige wenige, kleine Seen, die ganzjährig existieren, doch der Großteil der Insel ist trocken. Der größte ist der See Usipoka (Danau Oesipoka) auf einer Meereshöhe von 20 m auf der Halbinsel Tapuafu im Nordosten Rotis. Mit einem Gehalt von 18,8 ppt ist das Wasser sehr salzhaltig, möglicherweise besteht eine Verbindung zum Meer. Die Wassertiefe beträgt bis zu 245 m.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Mehrheit der einheimischen Rotinesen ist christlich und spricht die zentral-malayo-polynesische Sprache Rotinesisch, das in mehrere Dialekte gegliedert ist (Bilba, Dela-Oenale, Dengka, Lole, Ringgou, Termanu, Tii). Es gibt aber auch Einwanderer von anderen Inseln Indonesiens. Weitere der 123.000 Rotinesen leben um Kupang auf Westtimor und auf der Insel Semau.

Eine weitere einheimische Sprache auf Roti ist Ndao (Selbstbez. Dhao), das hauptsächlich auf der benachbarten Insel Ndao gesprochen wird. Bini ist eine Ritualsprache mit eigenem Vokabular, die als „Sprache der Ahnen“ verstanden wird. Auf Bini gesungene Verse werden mit dem Nationalinstrument der Rotinesen, der Bambuszither Sasando begleitet.

Geschichte[Bearbeiten]

1681 eroberten die Niederländer die Insel Roti, von wo in Folge Sklaven nach Timor gebracht wurden. Außerdem rekrutierten die Niederländer auf Roti Soldaten für ihre Armee und bauten Schulen, nachdem der dortige Herrscher 1729 zum Christentum konvertiert war. Aus den Rotinesen wurde eine gut ausgebildete Elite. Um sich diese als Gegengewicht zu den Timoresen nutzbar zu machen, förderten die Niederländer deren Einwanderung nach Westtimor, so dass sie und ihre Sprache noch heute hier präsent sind.[5]

Zwischen 1746 und 1749 scheiterten die Topasse beim Versuch, von Westtimor aus die Kontrolle über Roti zu erlangen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Markt von Ba'a

Neben dem Surftourismus ist Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle. Für das Dorf Pepela spielt die Fischerei eine große Rolle, weswegen es schon zu Streitigkeiten mit Australien kam.[6]

Fauna[Bearbeiten]

McCords Schlangenhalsschildkröte

Die auf Roti und Timor vorkommende McCords Schlangenhalsschildkröte (Chelodina mccordi) wurde erst 1994 erstmals beschrieben und ist stark gefährdet. Ein Endemit der Insel ist der Auffenbergs Waran. Ebenfalls ein auffälliger Vertreter der Fauna Rotis ist der Timor-Wasserpython (Liasis mackloti).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rhodin, A. G. J., Ibarrondo, B. R. und Kuchlin, G.: Chelodina mccordi Rhodin 1994 — Roti Island snake-necked turtle, McCord's snake-necked turtle, kura-kura rote in: Rhodin, A. G. J., Pritchard, P. C. H., van Dijk, P. P., Saumure, R. A., Buhlmann, K. A., und Iverson, J.B. (Eds.). Conservation Biology of Freshwater Turtles and Tortoises: A Compilation Project of the IUCN/SSC Tortoise and Freshwater Turtle Specialist Group. Chelonian Research Monographs No. 5, S. 008.1-008.8, doi:10.3854/crm.5.008.mccordi.v1.2008 (ISSN 1088-7105), 2008 (Englisch).
  2. Karte von Roti, abgerufen am 17. März 2013
  3. Karte von Roti, abgerufen am 17. März 2013
  4. Karte von Roti, abgerufen am 17. März 2013
  5. Jane's oceania - Timor
  6. Jill Elliott, 1996, "Fishing in Australian Waters," Inside Indonesia vol. 46 http://www.insideindonesia.org/edit46/elliott.htm; Richard Tanter, 2000, "After fear, before justice: Indonesia and Australia over the long haul, as if ethics mattered." Inside Indonesia vol. 61 http://www.insideindonesia.org/edit61/richard.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien