Rotkaninchen (Art)

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Rotkaninchen
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Rotkaninchen (Pronolagus)
Art: Rotkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Pronolagus rupestris
(A. Smith, 1834)

Das Rotkaninchen (Pronolagus rupestris) ist eine Art der afrikanischen Rotkaninchen innerhalb der Hasenartigen. Sein Verbreitungsgebiet ist auf den Süden und Osten Afrikas beschränkt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die drei Arten der Rotkaninchen unterscheiden sich nur gering voneinander und auch die Systematik ist noch nicht vollständig geklärt. Kennzeichnend gegenüber anderen Hasen in Afrika sind die rotbraune bis braune Färbung, die auch den Schwanz mit einschließt, sowie die vergleichsweise kurzen Ohren der Tiere. Der Natal-Wollschwanzhase ist dabei die größte Art der Rotkaninchen, unterschieden werden die drei Arten jedoch nur aufgrund von geringen Unterschieden der Fellfärbung und der Schädelmaße.[1]

Die Körperlänge des Hasen beträgt wie die der verwandten Arten je nach Quelle 35 bis 50 oder 38 bis 56 Zentimeter, der Schwanz ist 5 bis 10 bzw. 3,5 bis 13,5 Zentimeter lang. Die Ohren haben eine Länge von 6 bis 10 Zentimeter und die Hinterfüße von 7,5 bis 10 Zentimeter. Das Körpergewicht liegt bei 2 bis 2,5 bzw. 1,35 bis 3,05 Kilogramm.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Rotkaninchen
Verbreitungsgebiet von Pronolagus saundersiae, der gelegentlich als eigene Art geführt wird

Das Verbreitungsgebiet des Rotkaninchens besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten im Süden des afrikanischen Kontinents. Das südlichere umfasst Teile von Südafrika und reicht bis Lesotho, eine davon getrennte Population lebt in einem Gebiet vom südwestlichen Kenia bis in das zentrale Tansania, das östliche Sambia und Malawi.[3][1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Das Rotkaninchen kommt in steinigen Gebieten mit strauchiger Vegetation oder Grasflächen in Berg- und Gebirgsregionen vor. Wie alle Rotkaninchen ist es vorwiegend nachtaktiv und ruht tagsüber in Felshöhlen.[1]

Das Rotkaninchen ernährt sich vorwiegend von jungen, sprießenden Gräsern. Die Fortpflanzungszeit reicht über das gesamte Jahr, wobei die Weibchen ein bis zwei Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Das Rotkaninchen wird als eigenständige Art den Rotkaninchen (Gattung Pronolagus) zugeordnet.[4] Nach einzelnen Arten und auch bei der IUCN wird Pronolagus saundersiae als eigene Art betrachtet,[5] diese wird nach Wilson & Reeder 2005 als Unterart von Pronolagus rupestris geführt.[4]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Das Rotkaninchen wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.[3] Aktuelle Schätzungen gehen von einer Populationsgröße von mehr als 10.000 Tieren in Südafrika aus, der Bestandsrückgang für Südafrika wird auf etwa 10 % bis 2022 geschätzt.[3]

Aufgrund der begrenzten, natürlichen Verfügbarkeit des von den Tieren bevorzugten Habitates kommt es in ihrem Verbreitungsgebiet bereits zu einer starken Fragmentation der Populationen. Eine weitere Veränderung des Habitats erfolgte durch die zunehmende Besiedelung der Lebensräume. Auf diese Weise gingen die Lebensräume seit 1900 um etwa 20 % zurück, Prognosen gehen von einem weiteren Lebensraumverlust von etwa 20 % bis 2022 aus.[3] Das Rotkaninchen ist zudem eine beliebte Jagdbeute – sowohl für den Jagdsport, als auch für die Nahrungsversorgung.[3]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c A.G. Duthie, T.J. Robinson: The African Rabbits In: Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.): Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (PDF; 11,3 MB) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990; S. S. 124-127. ISBN 2-8317-0019-1.
  2. Pronolagus rupestris auf der Homepage „Gateway to Wildpro“. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  3. a b c d e f Pronolagus rupestris in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: A.T. Smith, A.F. Boyer, 2008. Abgerufen am 8. Juli 2012
  4. a b Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Pronolagus randensis in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  5. Pronolagus saundersiae in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: A.T. Smith, C.H. Johnston, 2008. Abgerufen am 8. Juli 2012

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pronolagus rupestris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pronolagus rupestris in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: A.T. Smith, A.F. Boyer, 2008. Abgerufen am 8. Juli 2012