Rotnackenwallaby

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Rotnackenwallaby
Wallaby with joey444.jpg

Rotnackenwallaby (Macropus rufogriseus)

Systematik
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Macropus
Untergattung: Wallabys (Notamacropus)
Art: Rotnackenwallaby
Wissenschaftlicher Name
Macropus rufogriseus
(Desmarest 1817)
Verbreitungskarte des Rotnackenwallabys
Albino Rotnackenwallaby mit Jungtier im Beutel

Das Rotnackenwallaby (Macropus rufogriseus) ist eine mittelgroße Känguruart aus der Gruppe der Wallabys. Es gibt zwei Unterarten, M. r. banksianus auf dem australischen Festland und M. r. rufogriseus auf Tasmanien. Die tasmanische Unterart wird Bennett-Wallaby oder Bennett-Känguru genannt.

Merkmale[Bearbeiten]

Kopf des Rotnackenwallabys

Rotnackenwallabys erreichen eine Kopfrumpflänge von 92 bis 105 Zentimetern. Ihr Schwanz ist rund 70 bis 75 Zentimeter lang. Das Gewicht der Tiere beträgt 14 bis 19 kg, wobei die Männchen deutlich größer als die Weibchen werden. Ihren Namen haben sie vom rötlichen Fell im Nacken- und Schulterbereich, der übrige Körper ist graubraun gefärbt. Die in Tasmanien vorkommende Unterart, das Bennett-Wallaby, ist kleiner und hat längeres Haar als die auf dem australischen Festland vorkommende Unterart. Wie bei den meisten Känguruarten sind die Hinterbeine deutlich länger und kräftiger als die Vorderbeine, der Schwanz ist lang und muskulös.

Der Kopf ist wie bei allen Kängurus relativ klein, die Ohren sind vergleichsweise lang. An der Oberlippe erstreckt sich ein weißer Streifen, die Schnauze ist dunkelbraun gefärbt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Rotnackenwallabys leben in den Küstenregionen des östlichen und südöstlichen Australiens, in den Bundesstaaten Queensland, New South Wales und auf der Insel Tasmanien. Lebensraum dieser Tiere sind vorwiegend Eukalyptuswälder und daran angrenzende offene Grasflächen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Sie sind in erster Linie dämmerungsaktiv, wobei sie auch manchmal bei Tageslicht nach Nahrung suchen. Sie haben kein ausgeprägtes Sozialverhalten, viele Tiere leben einzelgängerisch, können sich aber auch zu losen, nicht dauerhaften Gruppen zusammenschließen. Die Nahrung ist wie bei allen Kängurus pflanzlich und besteht aus Gräsern, Kräutern und Schößlingen.

Während sich Tiere auf dem Festland das ganze Jahr über fortpflanzen können, fallen in Tasmanien die meisten Geburten in die Monate Februar und März. Die Tragzeit beträgt rund 30 Tage, das Neugeborene verbringt seine ersten neun Lebensmonate im Beutel der Mutter und wird mit 12 bis 17 Monaten entwöhnt. Wie bei vielen Känguruarten lässt sich auch bei ihnen eine verzögerte Geburt beobachten.

Rotnackenwallabys und Menschen[Bearbeiten]

Rotnackenwallabys sind häufig und weit verbreitet und zählen laut IUCN nicht zu den bedrohten Arten. Es gab häufig Versuche, die Tiere auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes anzusiedeln. So gibt es eine kleine Population auf der Insel Inchconachan im schottischen Loch Lomond. Eine weitere Population, die jedoch inzwischen wahrscheinlich ausgestorben ist, gab es im Peak District in Derbyshire, England. Otto Koenig hat versucht, 50 Exemplare in Österreich auszuwildern. Die Tiere verendeten jedoch im Winter durch Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel.

In Deutschland kommen Bennettkängurus z. B. in der Region um Burg Stargard in Mecklenburg vor. Hier entwichen 2001 durch einen Einbruch mehrere Tiere aus ihrem Gehege im lokalen Zoo. Drei Tiere konnten nicht wieder eingefangen werden und vermehren sich seitdem in der freien Natur. Auch der harte Winter 2009/2010 konnte ihnen nichts anhaben.[1] Hinzuweisen ist darauf, dass aus England und Schottland bereits seit ca. 1900 Verwilderungen dieser Art dokumentiert sind. Meist sind sie nach einiger Zeit in einem besonders harten Winter zugrunde gegangen (z.B. im Peak District, Derbyshire 1963).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht von 3sat über Kängurus in der Region Burg Stargard, Deutschland

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999. ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Macropus rufogriseus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien