Rottenburg am Neckar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rottenburg am Neckar
Rottenburg am Neckar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rottenburg am Neckar hervorgehoben
48.4772222222228.9344444444444349Koordinaten: 48° 29′ N, 8° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 349 m ü. NHN
Fläche: 142,26 km²
Einwohner: 41.718 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72108
Vorwahlen: 07472, 07478, 07457, 07073
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 036
Stadtgliederung: Kernstadt und 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 18
72108 Rottenburg am Neckar
Webpräsenz: www.rottenburg.de
Oberbürgermeister: Stephan Neher (CDU)
Lage der Stadt Rottenburg am Neckar im Landkreis Tübingen
Landkreis Böblingen Landkreis Calw Landkreis Esslingen Landkreis Freudenstadt Landkreis Reutlingen Landkreis Rottweil Zollernalbkreis Ammerbuch Bodelshausen Dettenhausen Dußlingen Gomaringen Hirrlingen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Mössingen Nehren (Württemberg) Neustetten Ofterdingen Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Starzach TübingenKarte
Über dieses Bild

Rottenburg am Neckar (bis 10. Juni 1964 nur Rottenburg) ist eine Mittelstadt im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg. Sie liegt rund 50 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Stuttgart und etwa zwölf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Tübingen. Nach Tübingen ist sie die zweitgrößte Stadt des Landkreises Tübingen und bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.

Seit dem 1. Mai 1972 ist Rottenburg am Neckar Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Hirrlingen, Neustetten und Starzach hat die Stadt Rottenburg am Neckar eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Die Stadt ist Sitz der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Der Neckar in Rottenburg

Die Römer- und Bischofsstadt liegt am Übergang des Neckars aus dem engen Tal des Oberen Gäus in ein weites Tal zwischen den Höhen des Schönbuchs im Norden und dem Rammert im Süden. Der Neckar erreicht von Horb und Starzach kommend im Südwesten das Stadtgebiet unweit des Stadtteils Bieringen, den er zunächst durchfließt. Anschließend fließt er in nordöstlicher Richtung an den Stadtteilen Obernau, Schwalldorf und Bad Niedernau vorbei und erreicht dann die Kernstadt. Diese durchfließt er ebenfalls[2] in nordöstlicher Richtung (die Altstadt liegt am linken Ufer), um anschließend nördlich des Stadtteils Kiebingen das Stadtgebiet in Richtung Tübingen wieder zu verlassen. Er durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von 14,5 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Rottenburg, sie werden im Norden beginnend im Uhrzeigersinn genannt: Ammerbuch, Tübingen, Dußlingen, Ofterdingen, Bodelshausen, Hirrlingen, Starzach, Eutingen im Gäu ¹, Nagold ², Neustetten, Mötzingen ³, Bondorf ³ und Gäufelden ³. Sie gehören zum Landkreis Tübingen beziehungsweise zu den Landkreisen Freudenstadt ¹, Calw ² und Böblingen ³.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Rottenburgs besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten, in nachfolgender Tabelle aufgeführten Stadtteilen.

Wappen Stadtteil Einwohner (Jan. 2008) Fläche
in ha
Eingemeindung
Wappen Rottenburg (Kernstadt) 19261 4006
Wappen Bad Niedernau 569 410 1. Dez. 1971
Wappen Baisingen 1277 720 1. Dez. 1972
Wappen Bieringen 692 686 1. Dez. 1972
Wappen Dettingen 1783 962 1. Jan. 1975
Wappen Eckenweiler 514 198 1. Dez. 1971
Wappen Ergenzingen 4166 1004 1. Dez. 1972
Wappen Frommenhausen 467 362 1. Jan. 1972
Wappen Hailfingen 1581 751 1. Jan. 1972
Wappen Hemmendorf 848 657 1. Jan. 1972
Wappen Kiebingen 2007 518 1. Dez. 1971
Wappen Obernau 503 378 1. Jan. 1972
Wappen Oberndorf 1466 614 1. Apr. 1974
Wappen Schwalldorf 781 581 1. Jan. 1972
Wappen Seebronn 1714 811 1. Jan. 1972
Wappen Weiler 1081 384 1. Dez. 1971
Wappen Wendelsheim 1555 470 1. Feb. 1972
Wappen Wurmlingen 2487 714 1. Dez. 1971

Die eingemeindeten Orte sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

In der Kernstadt werden zum Teil weitere Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Kreuzerfeld, Burgäcker/Äuble und Hohenberg.

Ferner gehören zur Kernstadt auch noch einige räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die aber nur sehr wenige Einwohner haben. Hierzu gehören Dürrbachhöfe, Eratskirche, Hammerwasen, Heuberger Hof, Kalkweil, Oberwörthaus, Papier- oder Bronnenmühle, Schadenweilerhof und Weggental. Auch in einigen Stadtteilen gibt es räumlich getrennte kleine Wohnplätze, z. B. in Baisingen (Bühlhof, Fichtenhof und Jungholzhof) in Bieringen (Hennental) und in Weiler (Katzenbacher Ziegelhütte).

Raumplanung[Bearbeiten]

Rottenburg am Neckar bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Neckar-Alb, zu dessen Mittelbereich neben Rottenburg selbst die Gemeinden Hirrlingen, Neustetten und Starzach des Landkreises Tübingen gehören.

Klima[Bearbeiten]

Klimadaten von Rottenburg am Neckar
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 5 10 13 18 21 24 24 20 14 8 4 Ø 13,7
Min. Temperatur (°C) -2 -2 1 4 8 11 13 13 10 6 1 -1 Ø 5,2
Temperatur (°C) -0,7 0,6 4,0 7,8 12,2 15,6 17,6 16,7 13,7 8,8 3,4 0,3 Ø 8,4
Niederschlag (mm) 53 53 52 66 91 96 77 84 55 50 62 57 Σ 796
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3
-2
5
-2
10
1
13
4
18
8
21
11
24
13
24
13
20
10
14
6
8
1
4
-1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
53
53
52
66
91
96
77
84
55
50
62
57
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Niederschlag: klimadiagramme.de Mittelwerte der Periode 1961 bis 1990,
Durchschnittstemperatur: klimadiagramme.de, Min/Max-Temperatur: weather.msn.com

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte und Römerzeit[Bearbeiten]

Rottenburg liegt in einer seit vorgeschichtlicher Zeit dicht besiedelten Region (siehe Urgeschichte Baden-Württembergs). In den vergangenen Jahren wurden Grabungen in Fundstellen des Mesolithikums (in Siebenlinden), des Neolithikums und der Hallstattzeit durchgeführt.

Vermutlich im Jahre 98 n. Chr. mit der Errichtung des Neckar-Odenwald-Limes unter Trajan kam das Gebiet um Rottenburg unter römische Herrschaft. Die Datierung dieser Eroberung auf die Chattenkriege Domitians in den Jahren 83 und 85 gilt heute als überholt, auch wenn das Gebiet wohl bereits seit dem Bau der Kinzigtalstraße im Jahre 73/74 unter römischem Einfluss stand (vgl. Alblimes, Kaiser Vespasian).

Das genaue Gründungsjahr der römischen Siedlung Sumelocenna ist unbekannt, eine Gründung im Jahre 98 gilt – analog zur Gründung Rottweils im Jahre 73 – als plausibel. Sumelocenna lag an der römischen Fernstraße Cannstatt – Rottweil (Arae Flaviae) – Hüfingen (Brigobanne) – Schleitheim (Iuliomagus) – Windisch/CH (Vindonissa). Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde Sumelocenna Hauptort einer Civitas. Diese Gebietskörperschaft ist in ihrer Bedeutung ungefähr mit einem Regierungsbezirk vergleichbar und umfasste im Falle von Rottenburg wohl das gesamte mittlere Neckarland. Der Name Sumelocenna stammt übrigens aus dem Keltischen. Vermutlich bedeutete er „Die Leute des Sumelo“, einer damaligen keltischen Sippe.

Hypocaust des römischen Bades hinter der Rottenburger Altstadt. Aquarell von General Eduard von Kallee im Herbst 1884[3]

Sumelocenna gehörte zu den bedeutendsten Römerstädten im heutigen Baden-Württemberg. Das römische Sumelocenna wurde über eine 7 km lange Wasserleitung mit Quellwasser aus dem Rommelstal versorgt. Im Stadtgebiet gab es mehrere öffentliche Bäder. Im späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert nach Christus wurde die Stadt – mutmaßlich zum Schutz gegen Angriffe der Alemannen oder anderer germanischer Stämme – ummauert (denkbar ist aber auch, dass die Mauer aus nicht-militärischen Gründen erbaut wurde, wie dies etwa um dieselbe Zeit in Trier geschah). Nur in zwei weiteren Städten in Südwestdeutschland ist eine römische Stadtmauer belegt, nämlich in Ladenburg (Lopodunum) und in Bad Wimpfen im Tal. Die ummauerte Fläche umfasste in Rottenburg wie in Ladenburg rund 32 Hektar, in Bad Wimpfen waren es ca. 19 Hektar.

Nach dem Sturm der Alamannen auf den Limes im Jahre 259/260 n. Chr. und der anschließenden Räumung des Dekumatlandes ging das römische Sumelocenna unter. Der Bischofssitz in Rottenburg stammt erst aus dem 19. Jahrhundert, er ist deswegen (anders als bei anderen Römerstädten wie etwa Chur oder Worms) kein Hinweis auf eine Siedlungskontinuität in der Völkerwanderungszeit.

In alamannischer Zeit verlagerte sich das Siedlungszentrum etwas nach Osten, wo der Ort Sülchen entstand. Die Herleitung des Ortsnamens Sülchen aus einer vulgärlateinischen Form Sulocenna gilt als möglich. Im alten römischen Stadtgebiet sind zwar einige alamannische Sonderbestattungen, aber keine Siedlungsreste bekannt. Offenbar verfiel die alte Römerstadt.

Im deutschsprachigen Raum gibt es mehrere Städte mit dem Namen Rottenburg. Meistens bedeutet dieser Name eine aus Ziegelsteinen errichtete „rote Burg“ bzw. „rote Stadt“ (ahd. burg = <ummauerte> Stadt). Mit zwei t geschrieben kann dieser Name aber auch „zerstörte, verfallene Stadt“ bedeuten, was im Falle von Rottenburg am Neckar für die mutmaßliche Entstehungszeit des Namens im frühen Mittelalter durchaus passen könnte (vgl. Rottweil und Kastelruth sowie die nach ehemaligen Römerkastellen benannten Städte Neckarburken und Osterburken). Eine Übertragung des Burgnamens der vermutlich im 11. Jahrhundert erbauten Rotenburg auf den Namen einer vormaligen Siedlung Rotenburg, die der späteren Stadt Rottenburg den Namen gab, ist ebenfalls denkbar.[4]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Marktbrunnen (1482/83)

Eine Siedlung Rottenburg wird in einer Urkunde von 1274 erstmals auf eine eindeutige Weise erwähnt, in der ein Konrad, genannt Herter, als Rottenburger Bürger, als „civis in Rotenburg“ bezeichnet wird.[5]

Um das Jahr 1280 gründete Graf Albrecht II. von Hohenberg eine neue Stadt, eine „civitas nova“, in der Nähe dieser Siedlung. Die Chronisten der Sindelfinger Annalen schreiben über das Jahr 1280: „In diesem Jahr begann man mit dem Bau der neuen Stadt bei Rottenburg, mit Mauern und neuen Gebäuden“.[6]

Diese neue Stadt, die schon 1291 „rothinburch“ genannt wurde, wurde zu dem neuen Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft Hohenberg ausgebaut – eine Folge der beständigen Gebietserweiterungen der Hohenberger in Richtung Neckartal. Im Jahr 1292 wird die Hohenberger Stiftung des in der Stadt gelegenen Karmeliterklosters durch den Bischof von Konstanz in seinen Rechten bestätigt. Im Jahr 1296 wird erstmals der erste der beiden Stadttürme erwähnt, im Jahr 1315 die Ringmauer der Stadt und zwei Jahre später die Neckarbrücke, die den freien Zugang zu der späteren Spitalstadt erst ermöglichte.

1381 wurde Rottenburg als Teil der Grafschaft Hohenberg an die Habsburger verkauft. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte Rottenburg eine besondere kulturelle Blüte, nachdem Mechthild von der Pfalz die Stadt nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns, Erzherzog Albrecht VI. von Österreich († 1463), des Bruders von Kaiser Friedrich III., zu ihrem Witwensitz erkoren hatte. Sie richtete dort einen Musenhof ein und sammelte Dichter, Musiker, Gelehrte und Künstler um sich. Diese glanzvollen Zeiten endeten mit ihrem Tod 1482.

Durch zwei Stadtbrände 1644 und 1735 wurden große Teile der mittelalterlichen Bebauung zerstört. Die Altstadt wird deshalb vor allem durch Gebäude aus der Barockzeit geprägt.

Übergang an Württemberg[Bearbeiten]

Bis es 1805 an Württemberg fiel, war Rottenburg vorderösterreichische Oberamtsstadt. In württembergischer Zeit wurde Rottenburg Sitz des Sechsten Kreises, ab 1810 der Landvogtei am mittleren Neckar und ab 1817 Sitz eines württembergischen Oberamtes, das 1924 in Kreis Rottenburg umbenannt, dann aber 1938 aufgelöst wurde. Seither gehört die Stadt mit ihrem Umland zum Landkreis Tübingen.

Während des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Eugen-Bolz-Denkmal in Rottenburg

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Bischof Joannes Baptista Sproll 1938 aus seiner Diözese verbannt. Dennoch kam es 1940 durch seine Amtsvertreter in seinem Namen zu einem offenen Protest gegen die Euthanasiemorde. In Hailfingen wurde 1944/45 ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet, um die Zwangsarbeiten am Militärflugplatz noch auszuweiten. Es kam dort und in der Folge durch die Aushungerung zur Ermordung vieler Gefangener. Eine Informationstafel am Ende der Rollbahn erinnert an dieses Geschehen, seit Juni 2010 gibt es eine KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen. Kurz vor Ende des Kriegs wurde in Berlin-Plötzensee der in Rottenburg geborene und von den Nazis abgesetzte württembergische Staatspräsident Eugen Bolz hingerichtet. Eine Gedenktafel an seinem Haus Königstraße 15 erinnert an den Zentrums-Politiker und Hitler-Gegner.[7]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl Rottenburgs überschritt im Rahmen der Gemeindereform Anfang der 1970er Jahre die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Mai 1972 beschloss.

Geschichte der Stadtteile[Bearbeiten]

Dorfkirche von Bad Niedernau

Bad Niedernau wurde 1127 erstmals erwähnt. Das Dorf unter der Grundherrschaft der Grafen von Hohenberg wurde 1381 an Österreich verkauft. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte es zur österreichischen Landschaft Niederhohenberg. 1805 kam Niedernau zu Württemberg und wurde dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1938 kam Niedernau zum Landkreis Tübingen. Bereits 1938 erhielt der Ort die Bezeichnung „Bad“, nachdem die bereits in der Römerzeit und dann im Mittelalter als „Sauerbrunnen“ bekannte Heilquelle für Kureinrichtungen genutzt wurde.

Baisingen wurde 1258 als „Bözzingen“ erstmals urkundlich erwähnt. Für das 13. und 14. Jahrhundert sind Angehörige einer niederadeligen Familie bekannt, die sich nach dem Ort nannten. Über die Grafschaft Hohenberg kam Baisingen 1381 unter die Oberhoheit Österreichs, doch war der Ort zwischen 1380 und 1505 an die Herren von Gültlingen verpfändet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten die Herren von Wernau und die Schenken von Stauffenberg den Blutbann inne. 1805 kam Baisingen an Württemberg und wurde dem Oberamt Horb (ab 1938 Landkreis Horb) zugeordnet. Mit der Eingliederung nach Rottenburg 1972 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Bieringen wurde 1275 als „Büringen“ erstmals erwähnt. Seit dem 13. Jahrhundert tauchen immer wieder Personen auf, die sich nach dem Ort benennen. Über die Grafen von Hohenberg gelangte der Ort 1381 an Österreich. Ab 1454 war der Ort an die Herren von Eichern verliehen, die in 1476 an die Herren von Ehingen verkauften. Diese bauten sich ein kleines Herrschaftsgebiet auf, doch gelangte Bieringen an verschiedene Eigentümer, darunter die Herren von Wernau und Ow, dann die Grafen von Attems und ab 1788 die Freiherren von Raßler. 1805 wurde der Ort württembergisch und dem Oberamt Horb (ab 1938 Landkreis Horb) zugeteilt. Mit der Eingliederung nach Rottenburg 1972 kam Bieringen zum Landkreis Tübingen.

Dettingen wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort kam über die Grafschaft Hohenberg 1381 an Österreich und 1805 an Württemberg. Dann wurde Dettingen dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Eckenweiler wurde um 1120 als „Eckenwiler“ erstmals erwähnt. In jener Zeit erhielt das Kloster Hirsau von den Pfalzgrafen von Tübingen einige Besitzungen im Ort. Im 13. Jahrhundert war der Ort Hohenbergisch und 1362 wurde Eckenweiler an die Pfalzgrafen von Tübingen verkauft, die es 1382 an Württemberg verkauften. Schon bald wurde der Ort dem Amt Herrenberg zugeordnet. Ab 1808 wurde er dem Oberamt Rottenburg angegliedert und nach dessen Auflösung 1938 kam Eckenweiler zum Landkreis Horb. Mit der Eingemeindung, zunächst 1971 in die Nachbargemeinde Ergenzingen und dann nach Rottenburg 1972 kam Eckenweiler zum Landkreis Tübingen.

Ergenzingen wurde um 777 als „Corgozsinga“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Grundherrschaft lag im 12. Jahrhundert bei den Tübinger Pfalzgrafen, seit dem späteren 13. Jahrhundert bei den Grafen von Hohenberg. 1381 wurde Ergenzingen österreichisch und 1805 kam der Ort an Württemberg und wurde dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1938 kam Ergenzingen zum Landkreis Horb und mit der Eingemeindung nach Rottenburg 1972 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Frommenhausen wurde 1258 als „Frumhusen“ erstmals erwähnt. Das Dorf gehörte zur Grafschaft Hohenberg und kam mit dieser 1381 an Österreich. Das Gericht unterstand dem Nachbarort Schwalldorf. 1805 wurde Frommenhausen württembergisch und dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Nach dessen Auflösung 1938 kam Frommenhausen zum Landkreis Tübingen.

Hailfingen wurde 1093 als „Hadelvinga“ erstmals erwähnt. Über die Grafschaft Hohenbeg kam der Ort 1381 an Österreich und 1805 an Württemberg. Hier gehörte der Ort zum Oberamt Rottenburg. Nach dessen Auflösung 1938 kam Hailfingen zum Landkreis Tübingen.

Hemmendorf wurde um 1120 als „Hemmindorf“ erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert sind Edelfreie von Hemmendorf erwähnt, die als Wohltäter der Klöster Zwiefalten und Hirsau auftraten. 1258 erwarb das um 1250 gegründete Johanniterspital die Besitzungen des Klosters Hirsau und besaß danach die Rechte am gesamten Ort. Hemmendorf bildete ab 1281 eine eigene Kommende und gehörte zum katholischen Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Die Kommende Hemmendorf erwarb zahlreiche Einkünfte der umliegenden Dörfer. 1805 kam der Ort an Württemberg, das die Kommende aufhob. Danach gehörte Hemmendorf zum Oberamt Rottenburg und nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Kiebingen wurde 1204 als „Chubingen“ erstmals erwähnt. Im Jahre 1342 wurde südlich des Ortes das Kloster Rohrhalden als Einsiedelei der Pauliner Eremiten gegründet. Das Kloster durchlebte im Laufe der Jahrhunderte Blüte und Niedergang, bis es im Jahre 1748 aufgelöst und im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde. Bereits 1381 kam Kiebingen von der Grafschaft Hohenberg an Österreich und gehörte später zur Landschaft Niederhohenberg. 1805 kam Kiebingen an Württemberg und wurde 1808 dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Obernau wurde 1145 als „Owa“ erstmals erwähnt. 1245 tauchen Edelfreie von Ow auf, ab 1275 die Herren von Wachendorf, Hirrlingen und Bodelshausen, dann auch Roseck, Öschingen, Wurmlingen, Hechingen, Pfäffingen und Rottenburg. Neben der Herrschaft Ow tauchen auch die Grafen von Hohenberg als Ortsherren auf. Beide Herrschaften teilten sich den Ort. Im 15. Jahrhundert waren die Besitzverhältnisse mehrfach aufgesplittert. Die Herren von Ehingen vereinigten den Besitz. 1698 waren die Herren von Raßler die Lehnsherren. 1805 wurde Obernau württembergisch und kam zum Oberamt Rottenburg. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Oberndorf wurde 1292 erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert teilten sich die Grafen von Eberstein und die Herren von Hailfingen den Ort. 1550 waren Österreich, Württemberg und Eberstein zu je einem Drittel die Besitzer. Nach den Ebersteinern waren im 16. Jahrhundert die Ehinger die Ortsherren, anschließend die Herren von Wolkenstein und im 18. Jahrhundert Freiherr von Ulm zu Erbach. Das österreichisch-württembergische Kondominat wurde 1805 ganz württembergisch und ab 1810 Teil des Oberamts Herrenberg. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Schwalldorf wurde um 1120 als „Swaldorff“ erstmals erwähnt. Spätestens ab 1304 gehörte der Ort den Grafen von Hohenberg, die 1377 auch die Ow'schen Rechte erwarben. 1381 fiel der Ort an Österreich und gehörte später zur Landschaft Niederhohenberg. 1805 wurde Schwalldorf württembergisch und dem Oberamt Rottenburg zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Seebronn wurde 1182 bzw. 1263 als „Sebrunnen“ erstmals erwähnt. Über die Grafschaft Hohenberg kam der Ort 1381 an Österreich und gehörte später zur Landschaft Niederhohenberg. 1805 wurde Seebronn württembergisch und dem Oberamt Rottenburg zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Weiler wurde 1244 als „Wilaere“ erstmals erwähnt. Über die Grafschaft Hohenberg kam der Ort 1381 an Österreich und gehörte später zur Landschaft Niederhohenberg. 1805 wurde Weiler württembergisch und dem Oberamt Rottenburg zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Wendelsheim wurde um 1180 als „Winolfheim“ erstmals erwähnt. Über die Pfalzgrafen von Tübingen kam der Ort an die Grafschaft Hohenberg mit dieser 1381 an Österreich. Diese gaben den Ort mehrfach zu Lehen aus, so dass er in der Folgezeit stark zersplittert war. Unter anderem waren die Herren von Suntheim begütert. Nach 1762 wurden alle Lehen eingezogen und verteilt. 1805 fiel der Ort an Württemberg und gehörte dann zum Oberamt Rottenburg. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen.

Wurmlingen wurde um 1100 urkundlich erwähnt. Über die Grafschaft Hohenberg kam der Ort 1381 zu Österreich. Danach war Wurmlingen mehrfach verpfändet, so unter anderem an die Freiherren von Hohenberg und an die Herren von Raßler. 1805 wurde Wurmlingen württembergisch und dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Nach dessen Auflösung 1938 kam der Ort zum Landkreis Tübingen. Auf dem Kapellenberg befindet sich die zur Zeit von Papst Leo IX. erbaute Sankt-Remigius-Kapelle, auch Wurmlinger Kapelle genannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Rottenburg am Neckar wurden folgende Gemeinden eingegliedert. Soweit nicht anders angegeben gehörten die Gemeinden alle zum Landkreis Tübingen:

  • 1. Dezember 1971: Bad Niedernau, Eckenweiler (Landkreis Horb), Kiebingen, Weiler, Wurmlingen
  • 1. Januar 1972: Frommenhausen, Hailfingen, Hemmendorf, Obernau, Schwalldorf, Seebronn
  • 1. Februar 1972: Wendelsheim
  • 1. Dezember 1972: Baisingen, Bieringen und Ergenzingen (alle Landkreis Horb)
  • 1. April 1974: Oberndorf
  • 1. Januar 1975: Dettingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1394 3.768
1581 2.750
1681 2.875
1764 3.158
1810 4.620
1834 6.356
1849 6.829
1861 5.996
1. Dezember 1871 ¹ 6.145
1. Dezember 1880 ¹ 7.136
1. Dezember 1900 ¹ 7.027
1. Dezember 1910 ¹ 7.604
16. Juni 1925 ¹ 7.652
Jahr Einwohner
16. Juni 1933 ¹ 7.654
17. Mai 1939 ¹ 7.750
13. September 1950 ¹ 9.446
6. Juni 1961 ¹ 10.786
27. Mai 1970 ¹ 12.965
31. Dezember 1975 30.583
31. Dezember 1980 31.770
27. Mai 1987 ¹ 33.108
31. Dezember 1990 36.006
31. Dezember 1995 39.689
31. Dezember 2000 41.336
31. Dezember 2005 42.861
31. Dezember 2010 42.501

¹ Volkszählungsergebnis

In der Liste der Groß- und Mittelstädte in Deutschland nimmt Rottenburg Rang 247 ein.

Religionen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Wurmlinger Kapelle, St. Remigius

Rottenburg am Neckar gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „ante nemus“, Landkapitel Sülchen-Wolfenhausen unterstellt. Zunächst gab es nur die Pfarreien Sülchen und Ehingen, deren Kirchen außerhalb der Stadtmauern lagen. 1293 wird sie als Kirche St. Martin, ab 1513 als St. Johann Baptist bezeichnet. In jener Zeit waren die Pfarrrechte bereits auf die Kirche am Markt (St. Martin) übertragen worden. Die Kirche in Sülchen wird heute als Friedhofskirche genutzt. Die ursprünglich zweite Pfarrkirche in Ehingen am rechten Neckarufer wurde 1275 erstmals erwähnt. 1339 taucht sie als St. Remigius-Kirche auf. Die ursprüngliche Kirche wurde 1711 abgebrochen und durch einen Neubau, die heutige Klausenkapelle, ersetzt. Die Pfarrrechte dieser Kirche waren bereits 1364 auf die Stiftskirche St. Moriz übertragen worden, die um 1300 erbaut und bis 1433 vollendet war. Die Kirche St. Martin am Markt, seit Ende des 14. Jahrhunderts Pfarrkirche für den Sprengel am linken Neckarufer, wurde im 15. Jahrhundert neu erbaut. Die Vorgängerkapelle wurde bereits 1318 erwähnt.

In den ersten Jahren der Reformation konnte die neue Lehre in Rottenburg zunächst viele Anhänger finden, doch wurde sie durch Erzherzog Ferdinand von Österreich bekämpft. Daher blieb Rottenburg fast ausschließlich katholisch.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die beiden Pfarreien St. Martin und St. Moriz gehörten zunächst weiterhin zum Bistum Konstanz. Nach dessen Aufhebung wurde in Rottenburg 1817 ein Generalvikariat eingerichtet. 1821 wurde das neue Bistum Rottenburg errichtet. Zu dessen Dom wurde die Pfarrkirche St. Martin erhoben. Rottenburg wurde auch Sitz eines Dekanats.

Auch die heutigen Stadtteile Rottenburgs (mit Ausnahme von Eckenweiler) blieben nach der Reformation katholisch. Daher gibt es jeweils eine katholische Kirchengemeinde und eine Kirche. Die Gemeinden, die alle auch zum Dekanat Rottenburg gehören, sind (in Klammer das Baujahr der heutigen Kirchen, doch gab es meist schon Vorgängerbauten): St. Konrad Bad Niedernau (18. Jahrhundert mit älteren Teilen), St. Anastasia Baisingen (1755 mit Erweiterung und Turm von 1890), St. Peter und Paul Bieringen (gotischer Bau mit Veränderungen von 1788 und 1891), St. Dionysius Dettingen (1911), Heilig Geist Ergenzingen (1964/67 mit gotischem Turm und Chor) und Krönungskirche (1966) auf der Liebfrauenhöhe, St. Vitus Frommenhausen (1770 mit Erweiterung von 1933), St. Laurentius Hailfingen (1515/19 mit Veränderungen 1780), St. Johannes Baptist Hemmendorf (gotischer Bau mit Verlängerung von 1894/95), Heilig Geist Kiebingen (15. Jahrhundert mit Erweiterung 1897/99; neue Kirche von 1961), St. Peter und Paul Obernau (1805 im klassizistischen Stil), St. Ursula Oberndorf (um 1439 mit Schiff von 1778/79), St. Andreas Schwalldorf (1733 und Erweiterung von 1936), St. Jakobus Seebronn (1755 mit Turm von 1705), St. Wolfgang Weiler (1828, Vorgängerbau von 1475), St. Katharina Wendelsheim (1895 neugotischer Umbau eines älteren Vorgängerbaus) und St. Briccius Wurmlingen (Kapelle aus dem 15. Jahrhundert mit Erweiterung von 1821). Die Wurmlinger Kapelle auf dem Berg war bis ins 16. Jahrhundert die Pfarrkirche des Ortes.

Weitere Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet sind die 1737 wieder errichtete Antoniuskapelle, die 1682 bis 1695 erneuerte Wallfahrtskirche St. Marien sowie die ehemaligen Klosterkirche des Karmeliterklosters aus dem 18. Jahrhundert, die allerdings seit 1817 profaniert ist.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten nach Rottenburg. 1818 wurde eine eigene Pfarrei errichtet, die zunächst mit dem Nachbarort Remmingsheim in Personalunion geführt wurde. 1831 erhielt Rottenburg einen eigenen Pfarrverweser und 1841 einen ständigen Pfarrer. 1855/56 konnte die Gemeinde ihre eigene Kirche erbauen. Die Gemeinde gehört zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie betreut auch die Protestanten in den heutigen Rottenburger Stadtteilen Bad Niedernau, Dettingen, Frommenhausen, Kiebingen, Obernau, Schwalldorf, Weiler, Wendelsheim und Wurmlingen. Die Gemeinde gliedert sich heute in drei Pfarrbezirke (Süd, Ost und West). Im Stadtteil Eckenweiler wurde infolge der frühen Zugehörigkeit des Ortes zu Württemberg die Reformation eingeführt. Der einzige überwiegend evangelische Stadtteil Rottenburgs hat daher eine eigene evangelische Kirchengemeinde und Kirche (erbaut 1787/88). Die Gemeinde betreut auch die Protestanten in Bieringen. Früher gehörte auch Ergenzingen zur Gemeinde. Dort wurde inzwischen jedoch eine eigene Kirchengemeinde gegründet. Eine evangelische Kirche gibt es in Ergenzingen bereits seit 1966. Die Protestanten in Hemmendorf werden von der Nachbarkirchengemeinde Bodelshausen und in Seebronn von der Kirchengemeinde Remmingsheim (Gemeinde Neustetten) betreut. Auch diese drei Kirchengemeinden (Ergenzingen, Bodelshausen und Remmingsheim) gehören zum Dekanat Tübingen.

Die Protestanten in Baisingen werden von der Nachbargemeinde Mötzingen, in Hailfingen von der Kirchengemeinde Bondorf und in Oberndorf von der Kirchengemeinde Reusten (Gemeinde Ammerbuch) betreut. Diese drei Kirchengemeinden gehören zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Herrenberg.

Weitere christliche Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Rottenburg auch eine Gemeinde der Zeugen Jehovas, die Neuapostolische Kirche und eine Baptisten-Gemeinde.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Schon für das Jahr 1596 sind jüdische Einwohner im jetzigen Stadtteil Baisingen bezeugt. Nach der Vertreibung aus den großen Städten, aus Vorderösterreich und dem Herzogtum Württemberg waren die Juden gezwungen, sich auf dem Land eine neue Bleibe zu suchen. Sie fanden sie in reichsritterschaftlichen Dörfern unter dem Schutz der Ortsherren; in Baisingen waren dies seit 1696 die Schenken von Stauffenberg. Sie wiesen die Juden in Schutzhäuser ein, deren Zahl sich mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung vermehrte. Bereits 1843 waren 235 von 727 Einwohner Baisingens Juden, später ging die Zahl wieder zurück, 1933 lebten jedoch immer noch 86 Juden in dem Ort. Etwa 60 wanderten in der Zeit der Verfolgung aus, die Zurückgebliebenen wurden in die Vernichtungslager deportiert. 1784 wurde die Synagoge Baisingen errichtet, die heute zu den besterhaltenen Landsynagogen Deutschlands zählt. Sie wurde von einem 1989 gegründeten Förderverein erhalten und restauriert, ohne sie aber in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Alle wichtigen Spuren ihrer Geschichte sollten bewahrt werden.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 14 Sitze
  • SPD: 6 Sitze
  • Grüne: 4 Sitze
  • FDP: 4 Sitze
  • Wählerinitiative Rottenburg (WiR): 3 Sitze
  • Junge Aktive (JA): 3 Sitze
  • Freie Bürger (FB): 3 Sitze
  • Bürgerfreundliche Heimat (BfH): 2 Sitze
  • Die Linke: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

In Rottenburg ist ab 1304 erstmals ein Stadtschultheiß genannt. Dieser war der von der Herrschaft eingesetzte Stadtvorstand. Daneben gab es einen Stadt- bzw. Amtsvogt. Neben dem Stadtschultheißen gab es zwei vom Rat gewählte Bürgermeister und 24 Räte. Diese wurden zunächst von der Herrschaft eingesetzt, später von der Bürgerschaft gewählt. 12 Räte bildeten zugleich das Gericht. Ab 1555 gab es vier Bürgermeister, einen großen Rat mit 48 Mitgliedern und den alten Rat mit 24 Mitgliedern. Ab 1751 wurde ein Stadtmagistrat eingerichtet. Die zu Rottenburg spätestens seit dem 14. Jahrhundert gehörige Siedlung Ehingen hatte ein eigenes Meiergericht mit einem hohenbergischen Rentmeister.

Nach dem Übergang an Württemberg leitete ein Bürgermeister, später Stadtschultheiß, die Stadtverwaltung, wobei Jakob Holzer bis 1819 zunächst als einziger den Titel „Oberbürgermeister“ verliehen bekam. Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1972 erhielten alle Stadtoberhäupter die Amtsbezeichnung „Oberbürgermeister“. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Rottenburg am Neckar seit 1801

  • 1801–1812: Sebastian Halder, Johann Michael Liebermann, L. Xaver Glückher, Josef Anton Hornstein und Ignaz Kapferer mit unterschiedlichen Amtszeiten
  • 1812–1823: Jakob Holzherr
  • 1824–1831: Friedrich Erath
  • 1832–1848: Ignaz Hofmeister
  • 1848–1851: Franz Orgeldinger
  • 1852–1865: Karl Schnitzler
  • 1865–1872: Josef Wiech
  • 1872–1886: Michael Holzherr
  • 1886–1896: Florian Steiner
  • 1896–1923: Alfons Winghofer
  • 1923–1933: Josef Schneider
  • 1933–1945: Wilhelm Seeger
  • 1945–1946: Hugo Schneider
  • 1946–1954: Franz Adis
  • 1954–1959: Karl Müller
  • 1959–1979: Egbert Regenbrecht
  • 1979–1995: Winfried Löffler
  • 1995–2008: Klaus Tappeser
  • seit 2008: Stephan Neher

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Rottenburg am Neckar zeigt einen von Silber und Rot geteilten Schild. Die Stadtflagge ist weiß-rot.

Schon das älteste bekannte Siegel der Stadt aus dem Jahr 1282 zeigt den geteilten Wappenschild der Grafen von Hohenberg. Es überdauerte alle Herrschaftswechsel und ist bis heute im Gebrauch.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rottenburg am Neckar unterhält seit 1979 mit Saint-Claude in Frankreich eine Städtepartnerschaft. Der Stadtteil Wendelsheim hat ebenfalls seit 1979 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Ablis. Die Ortschaft Kiebingen ist mit Lion-sur-Mer durch eine Partnerschaft verbunden. Am 7. Juli 2000 wurde die Partnerschaft zwischen dem Stadtteil Ergenzingen und der österreichisch-burgenländischen Gemeinde Gols formell besiegelt. Darüber hinaus hat Dettingen seit dem Jahr 2000 freundschaftliche Beziehungen zu Monostorapati in Ungarn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Diözesanmuseum

Einen großen Einblick in christliche Kunst gibt das 1862 gegründete Diözesanmuseum, das seit 1994 im umgebauten Kirchenschiff des ehemaligen Karmeliterklosters und heutigen Priesterseminars eine neue Heimat gefunden hat. Das Diözesanmuseum besitzt eine hervorragende Sammlung von Plastiken und Tafelbildern des 13. bis 18. Jahrhunderts, Messgewändern des 15./16. Jahrhunderts, Kruzifixen und Altargerät des Mittelalters, Werken barocker Gold- und Silberschmiedekunst sowie Zeugnissen der Volksfrömmigkeit. In der Schatzkammer befindet sich das älteste Exponat: das Bursa-Reliquiar von Ennabeuren, ein einzigartiges Zeugnis aus der Zeit der Christianisierung (um 650–700). Herausragend unter den Zeugnissen aus der Zeit der Romanik sind die Bronze-Kruzifixe von Amrichshausen und Wolpertswende.

Sumelocenna – Römisches Stadtmuseum

Eine Dauerausstellung zum Alltagsleben in Sumelocenna, dem römischen Rottenburg. In die Ausgrabungen sind Teile der antiken Stadt integriert.

Stiftsmuseum

Im gotischen Saal (Obergeschoss) der Ulrichskapelle der ehemaligen Stiftskirche und heutigen Morizkirche ist das Stiftsmuseum untergebracht. Es beherbergt kirchliche Kunst aus der Zeit des Chorherrenstifts (15. bis 18. Jahrhundert), Holzskulpturen aus der Morizkirche und aus der Altstadtkapelle barocke Sakralgeräte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Dom zu Rottenburg
Bischöfliches Palais 1903

Der Rottenburger Dom St. Martin gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die heutige Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Die Vorgängerkapelle wurde bereits 1318 erwähnt.

Weitere alte Kirchen in Rottenburg sind die zwischen 1300 und 1433 erbaute Stiftskirche St. Moriz, die im 12. Jahrhundert erbaute Kirche St. Johann Baptist (diese Bezeichnung seit 1513), die später mehrfach verändert wurde und heute als Friedhofskirche dient, sowie die im 18. Jahrhundert erbaute Klausenkapelle. Ferner gibt es die 1737 wieder errichtete Antoniuskapelle, die 1682 bis 1695 erneuerte Wallfahrtskirche St. Marien (Weggentalkirche), einen Kranz von anderen Kapellen rund um die Kernstadt sowie die ehemaligen Klosterkirche des Karmeliterklosters aus dem 18. Jahrhundert, die allerdings seit 1817 profaniert ist. Die Evangelische Kirche Rottenburg wurde 1855/56 erbaut.

Sehenswert ist auch die Altstadt mit ihren engen Gassen und mittelalterlichen Türmen. Das Bischöfliche Ordinariat ist im ehemaligen Jesuitenkolleg aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. Prägend sind zudem die klösterlichen Pfleghöfe wie der Rohrhalder oder der Kreuzlinger Hof sowie die ehemaligen Adelspalais, wie die Alte Welt und das Haus zum Waldhorn sowie das barocke Rathaus. Das durch Glasscheiben zu betrachtende Römerbad zeigt die Ausgrabung einer römischen Therme, über welcher das Eugen-Bolz-Gymnasium errichtet wurde.

Seit Juni 2010 überspannt eine neue, filigrane Fußgängerbrücke[8] den Neckar im Verlauf der Bahnhofstraße (Entwurf: Büro Werner Sobek). Mit ihr konnte der Hochwasserschutz verbessert und eine Uferpromenade geschaffen werden.

Die Weilerburg im Stadtteil Weiler ist der Rest einer Burg aus dem 11. Jahrhundert. Hier befindet sich ein Aussichtsturm aus dem Jahr 1874, der als „Sieges- und Minnesängerdenkmal“ erbaut wurde. Der Ortsteil Eckenweiler verfügt über einen bemerkenswerten Wasserturm.

Kalkweiler Tor

Zu den Kirchen in den Stadtteilen Rottenburgs siehe den Abschnitt Religionen. Die überregional bekannteste Kirche ist die sogenannte Wurmlinger Kapelle auf dem Kapellenberg. Sie wurde in der Zeit von Papst Leo IX. als Sankt-Remigius-Kapelle erbaut. Sie diente dem Dichter Ludwig Uhland als Vorbild für sein Gedicht Droben stehet die Kapelle (1805), das später vertont wurde und heute als Volkslied bekannt ist.

Puerta Suevica: das über 50 km von bewaldeten Hängen eng begrenzte Neckartal zwischen Sulz und Rottenburg (Neckar-Erlebnis-Tal) öffnet sich Richtung Tübingen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rottenburger Fasnet: Die Fasnet hat einen besonderen Stellenwert in Rottenburg. Der größte Teil der Veranstaltungen findet zwischen dem „schmotzigen Daoschdig“ („fettiger Donnerstag“ Schmotz ist schwäbisch und bedeutet Fett, der Name bezieht sich auf in heißem Fett ausgebackene sog. „Fasnetsküchle“) und dem Aschermittwoch an vielen verschiedenen Lokalitäten in Rottenburg statt. Höhepunkte sind unter Anderem der große „Ommzug“ am Mittag des Faschingssonntages, sowie die „Fasnetsverbrennung“ vor dem Rathaus in der Nacht auf den Aschermittwoch.
Gräfin Mechthild: In der Zeit vom Schmotzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch wird Rottenburg von Gräfin Mechthild von der Pfalz, Erzherzogin von Österreich regiert. Am Schmotzigen Donnerstag verkündet sie vom Balkon des Rathauses die Fasnet und übergibt dem Hofnarren die Schlüssel der Stadt. (siehe weiter unten: Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Mechthild von der Pfalz)
  • Neckarfest: Dieses Stadtfest, bei dem sich die Vereine Rottenburgs präsentieren, lockt jährlich am letzten Juniwochenende zahlreiche Besucher in die Stadt. Highlights sind unter anderem der Flohmarkt in der Innenstadt sowie die abendlichen Feuerwerke.
  • Goldener Oktober: Jeweils am ersten Sonntag im Oktober präsentieren die Ortsteile der Stadt Rottenburg Most aus ihrem Anbaugebiet.
  • Auf dem Nikolausmarkt am Dom, der jeweils am ersten Wochenende im Dezember stattfindet, präsentieren über 100 Aussteller ihre weihnachtlichen Angebote.
  • Mittelalterliches Spectaculum Alle 2 Jahre verwandelt sich der historische Stadtgraben zurück in die Zeit des Mittelalters. Historische Darbietungen für Jung und Alt, mittelalterliche Marktstände, Ritterkämpfe, Gaukler uvm. sorgen für Kurzweyl.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rottenburg

Die A 81 StuttgartSingen führt an der Anschlussstelle 29 direkt nach Rottenburg. Über die B 27 ist Rottenburg mit Tübingen und Reutlingen, sowie mit dem Flughafen Stuttgart und der Neuen Messe Stuttgart verbunden. Die Obere Neckarbahn TübingenHorb führt durch die Stadt und mehrere Ortsteile.

Der Stadtteil Ergenzingen liegt an der Gäubahn Stuttgart–Singen. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 112. Für die Stadt selbst gilt der Stadttarif 12. Buslinien verkehren in alle Stadt- und Ortsteile.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Wasserkraftwerke in Rottenburg
Hauptartikel: Kraftwerke in Rottenburg

In Rottenburg befinden sich insgesamt vier Wasserkraftwerke.

Weinbau[Bearbeiten]

In Rottenburg beginnt der Weinbau des Neckartals und erstreckt sich mit Unterbrechungen bis zur Mündung bei Heidelberg. Die Rottenburger Rebflächen in der Einzellage Kapellenberg zählen zum Bereich Oberer Neckar des Anbaugebietes Württemberg. Auch in den Stadtteilen Wurmlingen und Wendelsheim wird Weinbau betrieben.[9]

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Über das lokale Geschehen in Rottenburg berichten als Tageszeitungen das Schwäbische Tagblatt und der Schwarzwälder Bote. Die Stadtverwaltung gibt wöchentlich das Amtsblatt Rottenburger Mitteilungen heraus. Über Kabel ist das regionale Fernsehprogramm RTF.1 Regionalfernsehen zu empfangen.

Bildung[Bearbeiten]

Rottenburg am Neckar ist Sitz der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik, des Priesterseminares der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

Die Stadt ist zudem Trägerin des Eugen-Bolz-Gymnasiums (EBG) und eines 2001 eröffneten Zweiten Städtischen Gymnasiums (ZSG), das 2010 zum Paul-Klee-Gymnasium umbenannt wurde, der Realschule im Kreuzerfeld mit Außenstelle Ergenzingen, der Weggentalschule (Förderschule), der Hohenbergschule (Grund-, Haupt- u. Werkrealschule) und der Kreuzerfeldschule (Grundschule). Auch die Stadtteile sind gut mit Bildungseinrichtungen versorgt. So gibt es seit 2013 eine Gemeinschaftsschule in Ergenzingen und je eine selbständige Grundschule in den Ortschaften Bad Niedernau (Kilian-von-Steiner-Schule), Baisingen, Dettingen mit Außenstelle in Hemmendorf, Ergenzingen, Hailfingen (Sophie-Scholl-Schule), Kiebingen (Rohrhaldenschule), Oberndorf, Schwalldorf-Frommenhausen, Seebronn, Wendelsheim und Wurmlingen (Uhlandschule).

Der Landkreis Tübingen ist Träger der Gewerblich-Kaufmännischen-Hauswirtschaftlichen Schule (Berufliche Schule) und der Lindenschule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten für Geistigbehinderte, das Diasporahaus Bietenhausen ist Träger der Schule für Erziehungshilfe. Die Schulstelle Rottenburg der staatlichen Schule für Kranke am Universitätsklinikum Tübingen, genannt „Schule am Ufer“, wird getragen vom Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit in Rottenburg und Tübingen e.V.

An Privatschulen gibt es in der Kernstadt die Schule St. Klara (Mädchenrealschule und -progymnasium, in die mittlerweile auch ein Wirtschaftsgymnasium und seit 2013 ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium integriert wurden), die Carl-Joseph-Leiprecht-Schule (Freie Katholische Grund-, Haupt- und Realschule) und die Abendrealschule Rottenburg sowie in Ergenzingen die Liebfrauenschule der Schönstätter Marienschwestern (Fachschule für Sozialpädagogik), das Kolping-Berufskolleg (Schwerpunkte Biologie, BWL, Gestaltung, Technik). Seit 1994 wird an einer weiteren von der Katholischen Kirche getragenen Schule unterrichtet, dem Sankt-Meinrad-Gymnasium (SMG).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Gedenkstein für Michael und Margaretha Sattler

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Karin Heiligmann: "Sumelocenna – Römisches Stadtmuseum Rottenburg am Neckar." Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1992, ISBN 3-8062-1073-X.
  3. Karin Heiligmann: "Sumelocenna – Römisches Stadtmuseum Rottenburg am Neckar." Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1992, ISBN 3-8062-1073-X
  4. Vgl.: Franz Quartal: Graf Albrecht II von Hohenberg. In: Graf Albrecht II und die Grafschaft Hohenberg, 2001 S. 24 “
  5. Wirtembergisches Urkundenbuch. Band VII, Nr. 2379. Stuttgart 1900, S. 271 (Digitalisat, Onlineausgabe): „Cůnradus dictus Herter civis in Rotenburg“ Dass sich mit dieser Erwähnung dieses "Bürgers" bereits ein Hinweis auf eine Stadt Rottenburg finden ließe, gilt mittlerweile als strittig. Vgl.: Franz Quartal: Graf Albrecht II von Hohenberg, ebd., S. 25
  6. Annales Sindelfingenses 1083–1483, hrsg. von Hermann Weisert, Sindelfingen 1981, S. 113, zit. n. Franz Quartal: Graf Albrecht II von Hohenberg, ebd., S. 26: „ Civitas nova prope rotinburch muris et novis aedificiis fuit in coata“
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 72, ISBN 3-89331-208-0.
  8. Flyer zur Neueröffnung der Josef-Eberle-Brücke (PDF-Datei; 449 kB)
  9. vgl. hierzu auch: Friedrich Pfaff, Die Weinpreise in Rottenburg am Neckar (1545–1620), Alemannia 19 (1892), S. 167 f.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Keyser (Hrsg.): Württembergisches Städtebuch. Band IV. Teilband Baden-Württemberg. Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Kohlhammer, Stuttgart 1962.
  • Dieter Manz: Rottenburger Miniaturen. Band 4: Aus den Veranstaltungskalendern 1999–2003. Geiger-Verlag Horb 2004, ISBN 3-89570-922-0.
  • Dieter Manz: Rottenburg, Stadt am Neckar. Fotos von Norbert Krüger. Metz, Wannweil 1998, ISBN 3-86114-123-9 (formal falsche ISBN).
  • Franz Quarthal: Graf Albrecht II von Hohenberg. In: Bernhard Rüth, Andreas Zekorn (Hrsg.): Graf Albrecht II. und die Grafschaft Hohenberg. Tübingen 2001, S. 11–56. ISBN 3-928471-44-9
  • Hartmann Reim: Ausgrabungen im römischen Sumelocenna (Rottenburg), Kreis Tübingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 3. Jg. 1974, Heft 4, S. 40–45 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rottenburg am Neckar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien