Rotwildhöhlen-Menschen

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Fragmentarischer Schädel (Longlin 1) aus der Longlin-Höhle
Unterkiefer MLDG 1679 (links) and MLDG 1706 (rechts) aus der namensgebenden Höhle Maludong

Als Rotwildhöhlen-Menschen („Red Deer Cave people“) bezeichnet eine Forschergruppe um den australischen Anthropologen Darren Cunroe Knochenfunde aus Südchina, die 2012 teils auf ein Alter von 11.510 ± 255, teils auf 14.500 bis 13.000 kalibrierte Kalenderjahre vor heute datiert wurden.[1][2] Die Knochen wurden zwar dem modernen Menschen (Homo sapiens) zugeordnet, allerdings gehören sie möglicherweise zu einer gesonderten, bislang nur aus dieser Region bekannten Gruppierung von Zuwanderern aus Afrika, die früher und getrennt von den unmittelbaren Vorfahren der heutigen Chinesen die Region besiedelten; neben typischen Merkmalen von Homo sapiens wurden den Funden Merkmale des archaischen Homo sapiens zugeschrieben und Ähnlichkeiten mit den Funden aus Zhirendong.

Da alle Versuche, DNA aus den homininen Knochen zu gewinnen, vergeblich waren, wurde 2012 keine Aussage zur Verwandtschaft mit anderen Populationen des Homo sapiens oder des Homo erectus publiziert.

Entdeckung[Bearbeiten]

Die Knochenfunde – Schädelfragmente, einzelne Zähne und einige Knochen aus dem Bereich unterhalb des Kopfes – wurden ab 1979 in der südchinesischen Provinz Yunnan in der namensgebenden Höhle Maludong (Rotwildhöhle) und in einer zweiten Höhle bei Longlin in Guangxi entdeckt. Sie besitzen ein eher flaches und breites Gesicht und ein relativ schmales Nasenbein.

Die Rotwildhöhle erhielt ihren Namen, weil dort neben den homininen Knochenfunden auch zahlreiche Rotwild-Knochen entdeckt wurden, offenbar Überreste der Jagdbeute ihrer ehemaligen Bewohner.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. darrencurnoe.net (PDF; 132 kB), Dump vom 26. März 2012: Questions and answers about the ‚Red Deer Cave people‘.
  2. Darren Curnoe et al.: Human Remains from the Pleistocene-Holocene Transition of Southwest China Suggest a Complex Evolutionary History for East Asians. In: PLoS ONE, Band 7, Nr. 3, e31918, 2012, doi:10.1371/journal.pone.0031918