Round Table

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Logo des Round Table Deutschland

Round Table (RT) zählt zu den Service-Clubs und ist eine parteipolitisch und konfessionell neutrale Vereinigung junger Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren. Die Idee und die Organisationsform von Round Table haben ihren Ursprung in der Tradition des englischen Clublebens: Örtlich selbständige „Tische“ führen jeweils etwa 15 bis 25 junge Männer unterschiedlicher Berufe und Wirkungsbereiche zusammen. In Deutschland sind derzeit 222 Tische mit über 3500 Mitgliedern aktiv. Weltweit zählt die Vereinigung 33.000 Mitglieder in 70 Ländern (Stand 2012).

Die Idee[Bearbeiten]

Round Table erwartet von seinen Mitgliedern Aufgeschlossenheit und Interesse gegenüber traditionellen wie neuen Ideen und Entwicklungen entsprechend dem Motto „adopt, adapt, improve“. Das Motto stammt aus einer Rede des Prince of Wales, der im Jahr 1927 mit diesen Worten junge Männer dazu ermunterte, bewährte Lösungen zu übernehmen und sie auf die veränderten Verhältnisse der Gegenwart und der Zukunft hin weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Ein wesentlicher Teil des Clublebens ist deshalb der Information über die Ursachen und Auswirkungen aktueller Entwicklungen und dem Austausch von Berufs- und Lebenserfahrungen der Tischmitglieder untereinander gewidmet. Der einzelne kann auf diese Weise Standpunkte und Meinungen auch aus der Sicht anderer heraus kennenlernen und seinen Horizont über den eigenen Erfahrungsbereich hinaus erweitern. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Meinungen und Verhaltensweisen fördert bei den Mitgliedern von Round Table eine Form der Toleranz, die Gemeinsamkeiten über Unterschiede hinweg entwickelt und dabei Gräben nicht zuschüttet, sondern Brücken darüber baut.

Der Service-Gedanke[Bearbeiten]

Round Table erwartet von seinen Mitgliedern weiterhin die Bereitschaft, sich innerhalb des eigenen Tisches und darüber hinaus im Rahmen von „Service-Projekten“ für andere zu engagieren. Hinter dieser Erwartung steht die Überzeugung, dass der einzelne auch Pflichten gegenüber der Gemeinschaft hat. Bei dem Engagement in Service-Projekten ist nicht Geld, sondern persönlicher Einsatz gefordert, der sich auf Offenheit für die Probleme anderer und auf die Freude am gemeinsamen Handeln gründet. Round Table ist deshalb ein Service Club, aber keine karitative Einrichtung.

Nationale Serviceprojekte[Bearbeiten]

Jedes Jahr wählt der Club ein „Nationales Serviceprojekt (NSP)“. Ein Jahr lang wird das gewählte Projekt von allen 3.500 Mitgliedern des Serviceclubs unterstützt. Viele noch heute erfolgreiche Projekte haben als Nationales Serviceprojekt des Serviceclubs begonnen.

Beispiele:

  • Round Table SchmetterlingsKIDS: Hilfe für die Waisen der Medizin: Kinder mit Epidermolysis bullosa[1]
  • Raus aus dem toten Winkel: Round Table erklärt Kindern den toten Winkel[2]
  • RT School of Hope: Round Table baut eine Schule in Kenia[3]
  • Round Table Children's Wish e.V.: Round Table erfüllt schwer kranken Kindern Herzenswünsche[4]
  • K.I.D.: Round Table finanziert 6 ambulante Kinderhospize[5]
  • H.O.P.E: Round Table unterstützt aidskranke Kinder in Südafrika[6]
  • NCL-Stiftung: Round Table stiftet das Anfangskapital der Stiftung[7]
  • 11FSN: Round Table baut 11 Schulen in Nepal und ermöglicht Kindern eine Schulausbildung[8]

Das Clubleben[Bearbeiten]

Die örtlichen Tische von Round Table treffen sich alle zwei Wochen zu einem „Tischabend“. Dieser Tischabend beginnt häufig mit einem gemeinsamen Essen und hat in der Regel einen Vortrag aus den eigenen Reihen oder von Gastreferenten zum Mittelpunkt. Daneben gehört der „Drei-Minuten-Vortrag“ eines Tischmitgliedes zu einem tagesaktuellen Thema und die Abwicklung der tisch-internen „Regularien“ zum normalen Verlauf des Abends. Gelegentlich kommt ein „Ego-Vortrag“ hinzu, in dem sich ein neues Tischmitglied vorstellt oder in dem ein älteres Mitglied den Tisch über Veränderungen in seinem persönlichen Umfeld informiert.

Das Clubleben beschränkt sich nicht auf den einzelnen Tisch, sondern führt weit darüber hinaus. In der Vielzahl von Treffen und Veranstaltungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene lernen sich Mitglieder von Round Table aus unterschiedlichen Regionen, Ländern und Kulturen kennen. Das verbindende Element dabei ist über alle Unterschiede und Grenzen hinweg die Freude aller „(Round) Tabler“ an der Begegnung mit anderen Menschen und ihre gemeinsame Grundhaltung.

Einmal im Jahr treffen sich die deutschen Tische von „Round Table“ zu einem „AGM“ (Annual General Meeting). Darüber hinaus organisieren benachbarte Clubs gemeinsame Veranstaltungen, und einzelne Tische richten Wochenend-Veranstaltungen aus, zu denen sie bundesweit alle Mitglieder von Round Table einladen.

International hat jeder deutsche Tisch von Round Table in den anderen europäischen Ländern jeweils einen Partnerclub. Die Partner-Clubs treffen sich einmal im Jahr zum „Euromeeting“ (auch „Nummern-Treffen“ genannt), für das in jedem Jahr ein anderer der Tische der Gastgeber ist. Darüber hinaus veranstalten die Organisationen von Round Table in regelmäßigen Abständen „Mass-Touren“, Rundreisen durch ihre Länder, zu denen sie die Round Table Mitglieder weltweit einladen.

Der gesellige Rahmen dieser Begegnungen und Veranstaltungen und die selbstverständliche Beteiligung auch der Partnerinnen führt zu einer Vielzahl von Kontakten, Verbindungen und Freundschaften, die oft weit über die Zeit der Round Table Mitgliedschaft hinaus reichen.

Die Aufnahme in Round Table geschieht durch die Empfehlung eines Mitgliedes und bedarf der einstimmigen Billigung aller anderen Mitglieder des Tisches.

Die Geschichte[Bearbeiten]

Round Table wurde 1927 in England gegründet. Der Gründer Louis Marchesi wollte eine Vereinigung ins Leben rufen, die sich an das Vorbild ähnlicher Clubs anlehnte, jedoch in einem für ihn wichtigen Punkt ein Gegengewicht bilden sollte: beim Alter der Mitglieder. Die Mitgliedschaft in anderen Clubs ist in der Regel lebenslang angelegt, was in Verbindung mit zahlenmäßigen Aufnahmebeschränkungen meist zu einem hohen Altersdurchschnitt führt. Bei Round Table dagegen erlischt die Mitgliedschaft automatisch mit dem 40. Lebensjahr. Auf diese Weise werden regelmäßig wieder Plätze für neue, jüngere Tischmitglieder frei. Diese Regelung hat bei Round Table zu einem Altersdurchschnitt von Mitte 30 und zu einem hohen Maß an Homogenität unter den Tischmitgliedern geführt, was die persönliche Lebenssituation in Beruf und Familie angeht.

In vielen englischsprachigen Ländern wurde die Altersgrenze allerdings inzwischen auf 45 angehoben, um dem heute vergleichsweise höheren Alter beim Eintreten, bedingt durch längere Ausbildungszeiten als vor Jahrzehnten, Rechnung zu tragen. In Deutschland und Österreich beträgt die Altersgrenze allerdings weiterhin 40 – so ist ein permanenter Zufluss von neuen Ideen gesichert.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich Round Table in den meisten Ländern Europas, in Afrika, Asien und Nordamerika verbreitet.

Round Table in Deutschland[Bearbeiten]

Der erste deutsche Club wurde 1952 in Hamburg gegründet. Bis 2006 ist die Zahl der „Tische“ auf 221 in gesamten Bundesgebiet angewachsen.

Round Table in Österreich[Bearbeiten]

Die Gründung des ersten Clubs in Österreich erfolgte 1956 in Wien. Bis 2006 ist die Zahl der „Tische“ auf 50 in gesamten Bundesgebiet angewachsen.

Round Table in anderen Ländern[Bearbeiten]

Im Jahr 1991 gab es nationale Round Table Organisationen in 47 Ländern, die sich zur Dachorganisation „Round Table International“ zusammengeschlossen haben. Round Table International hat sich mit anderen Organisationen ähnlicher Zielsetzung wie

im „World Council of Service Clubs (WOCO)“ vereinigt, der sich einmal im Jahr an einem ständig wechselnden Ort trifft und mehr als 100.000 Mitglieder hat.

Old Tablers[Bearbeiten]

Viele der ausscheidenden Mitglieder schließen sich den „Old Tablers“[9] an. Da der Round Table mit 40 Jahren verlassen werden muss, wird Old Tablers in vielen Ländern auch „club41“ genannt. Die ältesten Tische in Deutschland sind in Berlin (OT 1), Konstanz (OT 2) und Wilhelmshaven (OT 3).

Ladies Circle[Bearbeiten]

Da Round Table und Old Table prinzipiell Männern vorbehalten sind, haben sich Frauen im Rahmen des Round Table im sogenannten Ladies' Circle zusammengeschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edwin A. Biedermann: Logen, Clubs und Bruderschaften. Droste-Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-1184-8
  • Sebastian Gradinger: Service Clubs – zur Institutionalisierung von Solidarität und Sozialkapital. VDM Verlag 2007, ISBN 3-8364-4651-0

Online-Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Round Table SchmetterlingsKIDS
  2. Raus aus dem toten Winkel
  3. RT School of Hope
  4. Round Table Children's Wish e.V.
  5. K.I.D.
  6. H.O.P.E
  7. NCL-Stiftung
  8. 11FSN
  9. „Old Tablers“