Roussillon (Vaucluse)

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Roussillon
Wappen von Roussillon
Roussillon (Frankreich)
Roussillon
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Apt
Kanton Gordes
Koordinaten 43° 54′ N, 5° 18′ O43.9022222222225.2927777777778312Koordinaten: 43° 54′ N, 5° 18′ O
Höhe 159–365 m
Fläche 29,77 km²
Einwohner 1.312 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 44 Einw./km²
Postleitzahl 84220
INSEE-Code
Website Roussillon-en-Provence
.

Roussillon [ʀusiˈjɔ̃] ist eine südfranzösische Gemeinde im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Apt und zum Kanton Gordes. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Luberon.

Die Kleinstadt mit 1312 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) liegt am Fuße des Luberon-Massivs und ist als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert[1].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bekannt ist der Ort vor allem durch seine ockerhaltige rote Erde, die als Rohstoff zur Herstellung von Farben verwendet wird. Hier bauten bereits die Römer, die das Dorf vicus russulus (rotes Dorf) nannten, Ocker ab. Roussillon war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Zentrum des Ockerabbaues, der bis 1930 noch betrieben wurde. Heute existiert nur noch eine Farbenfabrik zur Besichtigung (Ancienne Usine Mathieu). Ferner liegt am Ortsrand der Sentier des Ocres, der Ockerlehrpfad.

Die Weinberge im Umland von Roussillon gehören zur Appellation Côtes du Ventoux. Mehr als 120.000 Besucher jährlich und der Tourismus bestimmen heute das Leben der Gemeinde.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Grün ein weißer Balken, mit einer roten Rose belegt.

Personen[Bearbeiten]

  • Zwischen 1942 und 1945 versteckte sich Samuel Beckett in Roussillon vor der deutschen Wehrmacht und setzte der Stadt in seinem Theaterstück Warten auf Godot ein Denkmal.
  • 1950 kam der amerikanische Soziologe Laurence Wylie nach Roussillon und lebte ein Jahr lang hier, um die Gemeinschaft des abgelegenen Dorfes zu studieren. Aus seinen Beobachtungen machte Wylie ein Buch mit dem Titel „Dorf in der Vaucluse“ (Erstausgabe 1957). Im Buch nannte er das Dorf „Peyrane“, gemeint war aber Roussillon.[2]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roussillon auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)
  2. In der Soziologie gilt dieses Buch seit langem als Standardwerk über das Leben in der französischen Provinz vor der Industrialisierung und vor dem Fernsehen. Damals galten zum Beispiel zwei bestimmte Familien des Dorfes als schamlos, weil sie ihre Fensterläden am Tag nicht geschlossen hielten. "Kölner Stadt-Anzeiger vom 31. August 1994, S. 39, Artikel von Michael Bengel." und Laurence Wylie: Dorf in der Vaucluse, der Alltag einer französischen Gemeinde. Frankfurt a.M.: Fischer 1978 ISBN 3-596-26621-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roussillon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien