Roux-en-Y-Magenbypass

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Operationsprinzip

Der Roux-en-Y-Magenbypass ist eine chirurgische Operationstechnik im Rahmen der Adipositaschirurgie. Bei extrem adipösen Personen kann mit ihrer Hilfe eine Gewichtsreduktion erzielt werden, weil sie den natürlichen Weg der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt verändert und so zu einer gewollten Malabsorption führt und gleichzeitig bewirkt, dass die Patienten geringere Mengen an fester und flüssiger Nahrung aufnehmen.[1] Der Eingriff gilt als das letzte Mittel der Wahl, wenn konservative Methoden zur Gewichtsreduktion versagt haben.

Technik[Bearbeiten]

Wesentliches Merkmal der Technik, die in verschiedenen Varianten durchgeführt wird, ist, dass ein Magenpouch („künstlich miniaturisierter Magen“) angelegt und dann mit einer Dünndarmschlinge verbunden (anastomosiert) wird (alimentäre Schlinge). Ein zweiter Abschnitt des Dünndarms wird anschließend dazu benutzt, die Verdauungssäfte aufzufangen (biliodigestive Schlinge), um sie etwa 100–150 cm distal der alimentären Schlinge über eine weitere Verbindung zuzuführen. Erst ab diesem Bereich finden sich dann Verdauungssäfte und Nahrung wieder gemeinsam im Dünndarm (Common Channel).[2] Da der Magenpouch ein wesentlich kleineres Volumen hat als der Magen selbst, nimmt der Patient anschließend nur wesentlich kleinere Nahrungsmengen auf. Im Jahr 2011 wurde in 1974 Fällen ein Magenbypass bei Adipositaspatienten gelegt.[3]

Auswirkungen[Bearbeiten]

Die operierten Patienten können bereits nach wenigen Tagen beginnen, wieder feste Nahrung zu sich zu nehmen. Relativ gefürchtet beim R/Y-Magenbypass ist das sogenannte Dumping-Syndrom, die sogenannte Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung vom Magen in den Dünndarm mit ihren Folgen.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass mit einem Magenbypass immer auch eine Änderung der Darmflora, genauer des mikrobiellen Profils im Verdauungstrakt, einhergeht. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass diese Veränderung in der Zusammensetzung der Mikroorganismen des Verdauungstrakts wesentlich zur Gewichtsreduktion und Verminderung der Adipositas nach einer R/Y-Magenbypass-Operation beiträgt: Forscher schätzen, dass das veränderte mikrobielle Milieu über 20 % des Effekts der Operation ausmachen könnte.[4][5]

Die Gewichtsreduktion ist wohl bei vielen Patienten schneller und größer als bei den sogenannten restriktiven Techniken (wie etwa durch eine Verkleinerung des Magens, welche eine Mengenbeschränkung (Restriktion) der Nahrungsaufnahme erzeugt). Allerdings gibt es auch Berichte über Patienten, die nach mehreren Jahren etwa wieder fünf bis zehn Prozent des verlorenen Gewichtes zunehmen. Wie bei allen adipositaschirurgischen Maßnahmen, mit Ausnahme des Magenbands, müssen lebenslang Vitamine (insbesondere Vitamin B12), Spurenelemente und Eiweiß zugeführt werden. Es gibt Hinweise auf eine erhöhtes Risiko für Nierensteine.[6][7]

Quellen[Bearbeiten]

  1. W. Piper: Innere Medizin, Springer, 2006, S.450, ISBN 3540337253, hier online
  2. R. A. Weiner et al.: Adipositaschirurgie: Operationstechnik- Komplikationsmanagement- Nachsorge, Urban&FischerVerlag, 2009, S.79 ff., ISBN 3437230255, hier online
  3. Adipositas Behandlung Abgerufen am 26. Dezember 2012.
  4. Liou, A. P. et al.: Conserved shifts in the gut microbiota due to gastric bypass reduce host weight and adiposity. In: Sci Transl Med. 5, Nr. 178, 2011, S. 178ra41. doi: 10.1126/scitranslmed.3005687. PMID 23536013.
  5. Microbes Affect Weight Loss. The Scientist. Abgerufen am 8. April 2013.
  6. Ärzte Zeitung, 2. Juli 2008, S. 5, zitiert nach: JACS 206, 2008, 1145
  7. R. A. Weiner et al.: Adipositaschirurgie: Operationstechnik- Komplikationsmanagement- Nachsorge, Urban&FischerVerlag, 2009, S.95 ff., ISBN 3437230255, hier online
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