Rover 400er-Serie

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Rover 400 / 45
Produktionszeitraum: 1990–2005
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine, Kombi
Vorgängermodell: Rover 200 (Typ XH)
Nachfolgemodell: Roewe 350

Die Rover 400er-Serie bestand aus Fahrzeugen der unteren Mittelklasse, die die MG Rover Group im Frühjahr 1990 einführte. Ab Herbst 1999 wurde die Reihe unter dem Namen Rover 45 bis zur Einstellung der Marke im Frühsommer 2005 produziert.

Die Modelle wurden während der Zusammenarbeit mit Honda entwickelt und alle Versionen sind von Honda-Derivaten abgeleitet.

400 (Typ XW, 1990–1995)[Bearbeiten]

1. Generation
Rover 416 GSi (1990–1995)

Rover 416 GSi (1990–1995)

Produktionszeitraum: 1990–1995
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
Länge: 4365 mm
Breite: 1940 mm
Höhe: 1400 mm
Radstand: 2550 mm
Leergewicht: 1020–1160 kg

Bei der ersten 400er-Serie, die im März 1990 vorgestellt wurde, handelte es sich um die viertürige Stufenheckversion der Rover 200er-Serie. Wie die 200er-Serie basierte sie auf dem Honda Concerto. Im Sommer 1993 kam noch ein Kombi mit dem Zusatz Tourer hinzu.

Die Fahrzeuge verfügten über die gleiche Karosserie sowie Mechanik und besaßen ebenfalls innen und außen über die gleichen Stilmerkmale. Die Dieselmaschine wurde von Citroën als 1,8-Liter mit Turbolader und als 1,9-Liter-Saugmotor beigesteuert.

Bei einem Radstand von 2550 mm waren die Fahrzeuge 4365 mm lang, 1940 breit und 1400 mm hoch. Das Leergewicht war mit 1020 bis 1160 kg angegeben.

400 (Typ RT, 1995–1999)[Bearbeiten]

2. Generation
Rover 400 Schrägheck

Rover 400 Schrägheck

Produktionszeitraum: 1995–1999
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
Länge: 4315–4370 mm
Breite: 1680–1695 mm
Höhe: 1395–1400 mm
Radstand: 2620 mm
Leergewicht: 1120–1210 kg

Die zweite Generation der 400er-Serie kam im Mai 1995 als Fließhecklimousine in der Modellklasse ähnlich dem Ford Mondeo heraus. Sie basierte auf dem fünftürigen Honda Civic, der ebenfalls im Frühjahr 1995 erschien. Mit der 200er-Serie, die Rover in eigener Regie überarbeitete, hatte diese Version nichts mehr zu tun.

Als Antrieb dienten 1,4-Liter- und 1,6-Liter-Motoren der Rover K-Serie, ein 1,6-Liter-SOHC-Motor der Honda D-Serie (nur mit Automatikgetriebe) und der 2,0-Liter-Benzinmotor der Rover T-Serie sowie wie der 2,0-Liter-Turbodiesel der größeren Rover 600er-Serie. Die Rover 400er-Serie entsprach in der Größe dem Ford Escort, aber Rover versah unter anderem das Armaturenbrett mit Holzapplikationen und platzierte das Modell preislich auf dem Niveau des Ford Mondeo. Dies führte dazu, dass die Wagen trotz Anfangserfolgen die Verkaufszahlen der ersten 200er-/400er-Generation nicht mehr erreichen konnten.

Diese Rover-Baureihe wurde schon in der Grundversion gut ausgestattet und konnte mit weiteren Extras wie Alarmanlage mit Ultraschall-Innenraumüberwachung, Lederausstattung, Klimaanlage, elektrischen Glasschiebe- Hubdach und vierfachen elektrischen Fensterhebern etc. aufgewertet werden, womit die 400er-Baureihe durchaus gehobenen Ansprüchen genügte.

Bei einem Radstand von 2620 mm waren die Limousinen 4315 mm lang, 1695 mm breit und 1395 mm hoch. Die Maße des Kombis betrugen 4370 mm Länge, 1680 mm Breite und 1400 mm Höhe. Das Leergewicht war mit 1120 bis 1210 kg angegeben.

45 (Typ RT, 1999–2005)[Bearbeiten]

2. Generation
Rover 45 Schrägheck (1999–2004)

Rover 45 Schrägheck (1999–2004)

Produktionszeitraum: 1999–2005
Karosserieversionen: Limousine, Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
Dieselmotor:
2,0 Liter
Länge: 4362 mm
Breite: 1696 mm
Höhe: 1394 mm
Radstand: 2620 mm
Leergewicht: 1180–1340 kg

Ende 1999 unterzog die MG Rover Group die 400er-Serie einem Facelift und gab ihr einen neuen Namen: Rover 45. Er war sofort als das Auto wiederzuerkennen, das in den späten 1990er-Jahren den Käufern als Alternative zu Ford Mondeo und Vauxhall Vectra angeboten worden war. Das Rover-Management hatte jedoch die Fehler der früheren Strategie erkannt, und der Wagen wurde nun als Rivale des Ford Focus angeboten.

Die Benzinmotoren mit 1,4, 1,6 und 1,8 l Hubraum sowie der 2,0-l-Diesel wurden von der 400er-Serie übernommen, der 2,0-l-Vierzylinder-Benziner wurde durch den 2,0-l-V6 des größeren Rover 75 ersetzt, letzterer war nur als Stufenheckvariante erhältlich.

Der 45 bekam die besseren Sitze aus dem größeren 75 und (obwohl die 400er-Serie über ein recht gutes Handling verfügte) erhielt nochmals verbesserte Radaufhängungen, um ein ausgewogenes Fahrverhalten und eine bessere Kurvenwilligkeit zu erzielen. Dadurch erreichte und übertraf der Rover 45 (insbesondere ab 2003, als er die Fahrwerkskomponenten mit den MG-Modellen teilte) die meisten seiner Konkurrenten in den Fahreigenschaften.

Den Rover 45 gab es auch mit einem CVT-Getriebe, das vom deutschen Zulieferer ZF Friedrichshafen geliefert wurde und zuvor bereits im MG F/TF Verwendung fand. Die besondere Konstruktion des CVT-Getriebes hatte einen ölgekühlten laminierten Stahlgurt (mit externem Ölkühler), der auf verschiebbaren Konen lief. Das führte zu vielen Reklamationsfällen, welche die MG Rover Group an den deutschen Zulieferer verwies. Da BMW die MG-Rover-Fertigungsstätte für handgeschaltete Getriebe betrieb, musste Rover die Getriebe von BMW kaufen, die aber die Preise so stark erhöhten, dass Rover sich schließlich nach anderen Quellen umsah. So wurden spätere Rover 25-/45-Modelle mit bis zu 1,6 Litern Hubraum mit Ford-Getrieben ausgestattet.

Nach all diesen Veränderungen durch die MG Rover Group sind bei den späten Modellen außer der Karosserieform nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit den ursprünglichen Honda-Typen zu erkennen.

Anfangs verkaufte sich der Rover 45 dank seiner guten Ausstattung, seinem komfortablen Innenraum und den verringerten Preisen relativ gut. Die verlangten Preise blieben moderat, aber der Rover 45 verlor an Attraktivität gegenüber den besser ausgestatteten und moderneren Konkurrenten wie beispielsweise Peugeot 307 und Renault Mégane. Gegenüber seinen Konkurrenten wirkte das Styling des noch auf dem Honda Domani von 1992 basierenden 45 unmodern, selbst wenn aus Fahrersicht die Fahrdynamik ebenbürtig oder besser war als die der Mitbewerber.

Bei unverändertem Radstand von 2620 mm waren die Fahrzeuge 4362 mm lang, 1696 mm breit und 1394 mm hoch. Das Leergewicht war mit 1180 bis 1340 kg angegeben.

Ab Sommer 2001 wurde der Rover 45 auch als sportlicher und eleganterer MG ZS verkauft. Die Entwicklung des Rover 45 lag bei Honda. Es wird daher vermutet, dass sich die Firma seinerzeit Pläne und Werkzeuge für die Fertigung der Modelle 45 und ZS gesichert hat, bevor die MG Rover Group an die Nanjing Automobile Group verkauft wurde.

Modellpflege[Bearbeiten]

Ein Facelift im Frühjahr 2004 war der letzte Versuch, die Verkaufszahlen des Rover 45 zu verbessern. Er erhielt eine neue Front und ein neues Heck, ein überarbeitetes Armaturenbrett, ein neu abgestimmtes Fahrwerk, eine verbesserte Ausstattung und wurde außerdem mit Preisnachlass verkauft, was durch das Produktionsende des Honda Domani in Japan nötig wurde.

Die Herstellung wurde Mitte 2005 mit dem Ende der MG Rover Group eingestellt[1].

Nachfolger[Bearbeiten]

Ab 2001 versuchte die MG Rover Group, den 45 durch ein auf einer verkürzten Rover-75-Plattform basierendes neues Modell zu ersetzen. Dieses Fahrzeug hatte den Codenamen „RDX60“ und wurde zuerst als „Rover TCV“ präsentiert. Es wäre größer als seine Wettbewerber gewesen und hätte über ähnlich luxuriöse Fahreigenschaften wie der Rover 75 verfügt.

Noch während der Konstruktionsphase musste jedoch der Designpartner von MG Rover, die Tom Walkinshaw Racing (TWR), Vergleich anmelden, da sie für ihr Formel-1-Team Arrows einstehen musste. MG Rover verlor so die meisten der CAD-Zeichnungen für den neuen Wagen und erlitt dadurch einen Verlust von 100 Millionen GBP. Schließlich musste MG Rover noch weitere Millionen an den Sequester von TWR bezahlen, um wieder in den Besitz der CAD-Zeichnungen zu gelangen. Durch diesen Rückschlag verlor die MG Rover Group viele Designer, Modellentwürfe und Quellen und war nicht mehr in der Lage zu einem Neuanfang. Obwohl die Idee nicht vollständig aufgegeben wurde, sagen die Konstrukteure der Firma, dass das Projekt bis zum Ende der Firma im Frühsommer 2005 nicht mehr sehr viel weiter gedieh.

Eine Rettung schien zunächst möglich, nachdem ein Joint-Venture zwischen MG Rover und der chinesischen SAIC erwogen wurde. Die SAIC benötigte mehr als ein Jahr, um dem Vorschlag zuzustimmen; nach dem Ablauf dieser entscheidenden Zeit verfügte MG Rover jedoch über keine finanziellen Mittel mehr, da sich die überarbeiteten Modelle 25, 45 und 75 nicht mehr gut verkauften und schließlich der 75 V8 herausgebracht wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autos ohne Nachfolger (Bild 41) auf Autobild.de (abgerufen am 4. August 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rover 400 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Rover 45 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien