Rowan Atkinson

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Rowan Atkinson bei der Premiere von Johnny English – Jetzt erst recht! in Sydney (2011)

Rowan Sebastian Atkinson CBE[1] (* 6. Januar 1955 in Consett, County Durham, England) ist ein britischer Komiker und Schauspieler. International bekannt wurde er vor allem durch seine Paraderolle als der Sonderling Mr. Bean.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Rowan Atkinson, der jüngste von vier Brüdern, wurde im englischen Consett in einer Landwirts- und Unternehmerfamilie geboren.[2] Seine Eltern sind Eric Atkinson und Ella May (geborene Bainbridge), die am 29. Juni 1945 heirateten. Sein ältester Bruder ist der politische Ökonom und Publizist Rodney Atkinson.[3] Neben Rodney sind Rupert und Paul, der als Kleinkind starb, seine weiteren Brüder. Atkinson wurde anglikanisch erzogen und besuchte die Durham Choristers Schule, die St. Bees Schule sowie die Newcastle University. Atkinson, der ursprünglich Elektroingenieur werden wollte und in Oxford studierte, begann seine Karriere 1979 bei der BBC als Ensemblemitglied der Comedy-Show Not the Nine O'Clock News, bei der auch Mel Smith, Pamela Stephenson und Griff Rhys Jones mitspielten.

Ab 1982 konnte man Atkinson in der Serie Blackadder sehen, in der er die Titelrolle des Edmund Blackadder (wörtlich: Kreuzotter) in vier Staffeln spielte. Die von Richard Curtis und Ben Elton geschriebene Serie spielt in vier verschiedenen Epochen, karikiert zahlreiche historische Persönlichkeiten der englischen Geschichte und nimmt die nationalen, kulturellen und politischen Eigenheiten und Eitelkeiten des englischen Volkes aufs Korn. Durch den Wortwitz und die satirischen Anspielungen auf die aktuelle britische Politik blieb der Erfolg auf den englischsprachigen Raum beschränkt. Ebenfalls 1982 spielte Atkinson im James-Bond-Film Sag niemals nie den Angestellten Nigel Small-Fawcett der Britischen Botschaft Nassau in einer skurril gestalteten Nebenrolle.

Atkinson als Mr. Bean neben Manneken Pis in Brüssel (2007)

International bekannt wurde Atkinson vor allem als Mr. Bean, ein kindischer, neugieriger und egoistischer Sonderling, der im Alltagsleben vom Pech verfolgt zu sein scheint. Der Humor ist sehr körperbetont und kommt fast vollständig ohne Text aus, so dass eine Übersetzung nicht nötig ist. In der Rolle des Mr. Bean sind Atkinsons Markenzeichen seine Gestik und vor allem seine Mimik, die ihm den Spitznamen rubber face (Gummigesicht) einbrachte. In dem fünfzigminütigen BBC-Film Visual Comedy von 1992 analysiert und erläutert Atkinson in der Doppelrolle als Professor und als Schauspieler Kevin die Eckpunkte des stummfilmhaften Humors bei Mr. Bean. Dabei zeigt er, wie stark diese Figur in der Tradition der Komiker Charlie Chaplin und Buster Keaton angelegt ist.

Die gleichnamige Serie lief von 1990 bis 1995 im britischen Fernsehen. 1997 spielte er unter der Regie von Mel Smith in der Verfilmung Bean – Der ultimative Katastrophenfilm mit, die ein weltweiter Erfolg an den Kinokassen wurde. Außerdem leiht er seit 2002 seiner Figur in einer Zeichentrickserie die Stimme.

Atkinson ist seit 1990 mit der Maskenbildnerin Sunetra Sastry verheiratet. Die Hochzeitszeremonie fand im Russian Tea Room in New York City statt. Trauzeuge war Stephen Fry. Das Paar hat zwei Kinder. Sohn Benjamin wurde 1993 und Tochter Lily 1995 geboren.[4][5] und lebt abwechselnd in Oxfordshire Village/Waterperry, Northamptonshire Village/Apethorpe und London.

Der 1999 am Reedy-Creek-Observatorium in Australien entdeckte Asteroid (19535) Rowanatkinson wurde nach Atkinson benannt.[6]

2003 kam die James-Bond-Parodie Johnny English – Der Spion, der es versiebte in die Kinos, in der Atkinson einen chaotischen, aber eingebildeten Geheimagenten spielt. 2004 folgten Medienberichte, nach denen er sich wegen einer schweren Depression in psychiatrische Behandlung begeben habe. Diese Berichte wurden von Atkinsons Management und Anwälten dementiert, es gab ein juristisches Verfahren. Atkinson gewann es, sodass danach Entschuldigungen und Widerrufe in den Medien erschienen.[7] 2006 verkörperte er in dem Film Mord im Pfarrhaus eine der Hauptrollen, nämlich den zerstreuten Pfarrer Walter Goodfellow.

Am 29. März 2007 kam der zweite Mr. Bean-Kinofilm mit dem Titel Mr. Bean macht Ferien in die deutschen Kinos. In einem Interview in der Frankfurter Rundschau kündigte er an, sich von seiner Rolle als Mr. Bean zu trennen.[8]

Am 17. Januar 2009 feierte die Neuinszenierung des Musicals Oliver! im Royal Drury Lane Theatre, London ihre Premiere. Bis zum 18. Juli 2009 war Atkinson dort Montag bis Samstag in der Rolle des Fagin zu sehen. Dieser trug, durchaus beabsichtigt, unverkennbare Züge der Figuren Mr. Bean und Blackadder. Sein Nachfolger in dieser Rolle ist der britische Comedian Omid Djalili.

Am 27. Juli 2012 trat er auf der Eröffnungsfeier der XXX. Olympischen Spiele zusammen mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Simon Denis Rattle im Londoner Olympiastadion als Orchestermusiker auf.[9] Während er eine einzige immer wiederkehrende Note des Liedes "Chariots of Fire" auf einem Synthesizer spielte, drifteten seine Gedanken ab und es wurde eine Parodie auf die Anfangssequenz des gleichnamigen Sportlerfilms (dt.: Die Stunde des Siegers) eingespielt.

Trivia[Bearbeiten]

Atkinson gilt als Autofanatiker, unter anderem besitzt er einen McLaren F1. Mit diesem hatte Atkinson am 4. August 2011 einen Unfall in der Ortschaft Haddon in der Grafschaft Cambridgeshire. Atkinson brach sich dabei die Schulter und musste einige Tage im Krankenhaus von Peterborough verbringen.[10]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Fernsehserien[Bearbeiten]

Im Musikvideo der irischen Boyband Boyzone zu Picture of you spielte Atkinson als Mr. Bean mit.

Deutsche Synchronstimme[Bearbeiten]

In den deutschsprachigen Fassungen seiner Spielfilme leiht ihm überwiegend Lutz Mackensy seine Stimme. Er wurde aber auch schon von Wilfried Herbst synchronisiert. In "Sag niemals nie" ist Andreas Mannkopff seine deutsche Stimme.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rowan Atkinson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Queen Elizabeth II. Birthday Honours List S. 8
  2. Nick Barrat: Family Detective. In: The Daily Telegraph, 25. August 2007, abgerufen 1. Mai 2010.
  3. George Negus: Interview with Rodney Atkinson, Australian Broadcasting Corporation, 22. Juli 2007, aufgerufen 1. Mai 2010.
  4. Biography for Rowan Atkinson. In: imdb.com. Abgerufen am 6. März 2013.
  5. She definitely takes after her mother in the looks department! Rowan Atkinson's stunning daughter Lily steals the show at Johnny English Reborn premiere. In: dailymail.co.uk, 2. Oktober 2011, abgerufen am 19. Januar 2013
  6. JPL Small-Body Database Browser: 19535 Rowanatkinson (1999 HF3). Jet Propulsion Laboratory, 11. Mai 2009, abgerufen am 14. Juli 2012.
  7. BBC News: Rowan Atkinson wins libel pay-out
  8. Netzeitung: Mr. Bean hört auf
  9. "Mr Bean's Olympic orchestral appearance", BBC News, abgerufen am 19. Januar 2013
  10. , Artikel auf SPIEGELonline vom 5. August 2011, abgerufen am 7. Februar 2013