Rowland S. Howard

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Rowland Stuart Howard (* 24. Oktober 1959; † 30. Dezember 2009) war ein australischer Rockmusiker, Gitarrist und Songwriter.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Für seine erste Band The Young Charlatans schrieb Rowland S. Howard den Song Shivers, der ein Hit wurde, nachdem Howard zu der Band The Boys Next Door um Nick Cave und Mick Harvey stieß. 1978 nahm die Band ihr erstes Album Door, Door auf. Zwei Jahre später zogen die Musiker nach London und nannten sich in The Birthday Party um. Die Band erregte besonders auf Grund von Caves expressivem Auftreten sowie durch das dissonante von Feedbacks und hohen Tönen geprägte Gitarrenspiel von Howard Aufsehen. Der kommerzielle Erfolg blieb allerdings aus. 1984 löste sich die Band aufgrund von Differenzen zwischen Cave und Howard auf.

Howard wurde Mitglied von Crime and the City Solution um den Sänger Simon Bonney. In dieser Zeit gehörten der Band Mick Harvey, Howards Bruder Harry und Epic Soundtracks an. Während der folgenden Jahre lebte er in London und Berlin. 1986 verließ Howard zusammen mit seinem Bruder und Soundtracks die Band und gründete 1987 mit ihnen und seiner damaligen Freundin Genevieve McGuckin These Immortal Souls. Dem Debütalbum Get Lost, (Don't Lie!) folgte erst 1992 die Platte I'm Never Gonna Die Again. In den Jahren dazwischen kollaborierte Howard mit Musikern wie Nikki Sudden, dem Ex-Barracudas Sänger Jeremy Gluck, Barry Adamson, Einstürzende Neubauten, Jeffrey Lee Pierce (von The Gun Club), Fad Gadget, Nick Cave and the Bad Seeds, Henry Rollins und A.C. Marias. Mit Lydia Lunch nahm er bereits 1982 eine Coverversion des Lee Hazlewood/Nancy Sinatra-Klassikers Some Velvet Morning auf. Der Single folgte erst 1987 die LP Honeymoon in Red.[1] 1991 spielten beide das Album Shotgun Wedding ein. Ansonsten bleibt es in den 1990er Jahren still um ihn. Um 1995 zog Howard wieder nach Australien. Im Jahre 1999 nahm er die Solo-LP Teenage Snuff Film auf, der nach langer Pause 2009 Popcrimes folgte.

In einem Interview sprach er erstmals im Oktober 2009 über seine Erkrankung an Leberkrebs. Seinen letzten Auftritt hatte er am 30. Oktober 2009 in seiner Heimatstadt Melbourne zusammen mit Mick Harvey am Schlagzeug. Laut verschiedenen Berichten soll er bereits während des Konzerts mehrmals Blut gespuckt, aber trotzdem weiter gespielt haben[2]. Seine Heroinsucht konnte Howard erst in den letzten Lebensjahren überwinden. Nachdem er lange vergeblich auf eine Lebertransplantation wartete, starb er am 30. Dezember 2009 in einem Krankenhaus in Melbourne. Am 7. Januar 2010 fand in der Sacred Heart Church, Melbourne, Victoria in Australien eine öffentliche Trauerfeier statt.[3] Ein offizielles Grab gibt es nicht, die Asche von Howard wurde der Familie am 8. Januar nach der Einäscherung übergeben.

Bedeutung[Bearbeiten]

Während Howard ein kommerzieller Erfolg niemals gelang und er teilweise am Rande des Existenzminimums lebte, gilt sein Gitarrenstil als wegweisend und stilbildend für die australische Variante des Punkrock[4]. Auch Richard Lowenstein bezeichnet ihn in seiner Dokumentation We're Living on Dog Food über die australische Punkszene als eine der wichtigsten Persönlichkeiten[5].

Filmauftritte[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

mit The Boys Next Door

  • 1979 Door, Door LP
  • 1979 Hee Haw EP
  • 1980 The Birthday Party LP

mit The Birthday Party

  • 1981 Prayers on Fire LP
  • 1982 Drunk on the Pope's Blood LP
  • 1982 Junkyard LP
  • 1983 The Bad Seed EP
  • 1983 Mutiny! EP
  • 1985 It's Still Living LP
  • 1985 A Collection... LP
  • 1987 The Peel Sessions: The Birthday Party EP
  • 1988 The Peel Sessions II: The Birthday Party EP
  • 1999 Live 81-82 CD

mit Crime and the City Solution

  • 1985 The Dangling Man EP
  • 1985 Just South of Heaven Mini LP
  • 1986 Room of Lights LP

mit These Immortal Souls

  • 1987 Get Lost (Don't Lie!) LP
  • 1992 I'm Never Gonna Die Again LP

mit Lydia Lunch

  • 1987 Honeymoon In Red LP
  • 1991 Shotgun Wedding LP
  • 1994 Transmutation / Shotgun Wedding Doppel-Live-CD
  • 1999 Shotgun Wedding Doppel-CD

mit Nikki Sudden

  • 1987 Kiss You Kidnapped Charabanc LP

mit Jeremy Gluck

  • 1987 I Knew Buffalo Bill LP
  • 1988 Burning Skulls Rise LP

Solo

  • 1999 Teenage Snuff Film LP
  • 2005 Autoluminescent EP
  • 2009 Pop Crimes CD

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die erste erneute Zusammenarbeit mit Nick Cave nach dem Ende von The Birthday Party. Cave untersagte jedoch die Nennung seines Namens in den Credits. 1994 wirkte Howard an Caves Album Let Love In mit.
  2. Z. B. Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 2. Januar 2010.
  3. Vgl. Nachruf von Harry Lachner auf BR2.
  4. Christian Buß bezeichnet The Birthday Party in seinem Nachruf für Spiegel Online als „wichtigste australische Band aller Zeiten“ neben AC/DC und den Go-Betweens
  5. Nachruf von The Age