Roy Patrick Kerr
Roy Patrick Kerr (* 16. Mai 1934 in Kurow, Neuseeland) ist ein neuseeländischer Mathematiker.
Kerr wurde bekannt für die Entdeckung einer Lösung (Kerr-Lösung) der Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Während Karl Schwarzschild eine Lösung (die äußere Schwarzschild-Lösung) für die in Wirklichkeit nicht existierenden, statischen Schwarze Löcher fand (der Mittelpunkt eines Schwarzen Loches wird singulär: Punktsingularität), entwickelte Roy Kerr eine Lösung für rotierende Schwarze Löcher, bei denen ein eindimensionaler Ring in der Äquatorebene singulär wird. Diese Lösung wird auch Kerr-Metrik genannt. Sie ist das seltene Beispiel einer exakten Lösung einer Differentialgleichung der Physik (in diesem Fall der Einsteinschen Feldgleichungen), die auch in der Natur realisiert ist, bei Schwarzen Löchern, die nach dem No Hair Theorem durch wenige Parameter (Drehimpuls, Masse, Ladung) beschrieben sind.
Kerrs außerordentliches mathematisches Talent wurde erkannt, als er während seiner High Schoolzeit Kursteilnehmer an St. Andrews Hochschule in Christchurch war. Er erwarb im Jahr 1953 an der Canterbury-Universitätshochschule (der Vorläuferin der Universität Canterbury) seinen Abschluss als Master. Kerr ging dann an die Harvard-Universität in Cambridge, wo er im Jahr 1960 seinen Doktortitel erwarb. Seine Doktorarbeit handelte schon von den Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie.
Danach arbeitete er als Habilitationskursteilnehmer an der Syracuse University in Syracuse, New York, bei Peter Bergmann und für kurze Zeit bei der US-Luftwaffe auf dem Wright-Patterson Luftwaffenstützpunkt an einem bizarren Antigravitations-Projekt mit, das aber bald eingestellt wurde. 1962 ging Kerr an die University of Texas at Austin, wo er 1963 dann seine berühmte Theorie entwickelte[1], deren Bedeutung ihm selbst nach eigenem Bekunden jedoch lange Zeit nicht klar war.
Im Jahr 1965 führte er mit Alfred Schild zusammen die Kerr-Schild-Raumzeit ein. Von 1971 an war er bis zu seiner Emeritierung 1993 als Professor für Mathematik wieder an der University of Canterbury in Christchurch (Neuseeland) und leitete zehn Jahre lang als Dekan die Fakultät für Mathematik.
Kerr lebt seit seiner Emeritierung sehr zurückgezogen.
1984 erhielt er die Hughes Medal der Royal Society in London und 2006 den Marcel Grossman Award. Die Royal Society of New Zealand verlieh ihm 1982 ihre Hector Medal und 1993 die Rutherford Medal. Zu Beginn des Jahres 2011 wurde er für seine Leistungen in der Astrophysik als Companion (CNZM) in den neuseeländischen Verdienstorden New Zealand Order of Merit aufgenommen.[2]
[Bearbeiten] Weblinks
- Roy Patrick Kerr. In: MacTutor History of Mathematics archive (englisch)
- Professor Roy Kerr auf ifs.massey.ac.nz (englisch)
- Roy Kerr, Webpräsenz bei der University of Canterbury (englisch)
- Fest 2004 & CV (PDF, englisch)
- Marilyn Head: Man of mystery, Beitrag anläßlich des 70. Geburtstages am 25. September 2004 in New Zealand Listener, Ausgabe 3359, auf listener.co.nz, gesehen 8. Januar 2012 (englisch)
- Roy Kerr auf wolfram.com (englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Kerr Gravitational Field of a Spinning Mass as an Example of Algebraically Special Metrics, Physical Review Letters, Bd.11, 1963, S.237-238
- ↑ Mitteilung anläßlich der Aufnahme als Companion in den New Zealand Order of Merit auf der Website des Premierministers von Neuseeland, gesehen 9. Januar 2012 (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kerr, Roy Patrick |
| KURZBESCHREIBUNG | neuseeländischer Mathematiker |
| GEBURTSDATUM | 16. Mai 1934 |
| GEBURTSORT | Kurow, Neuseeland |