Royal Air Maroc

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Royal Air Maroc
الخطوط الملكية المغربية
Logo der Royal Air Maroc
Boeing 737-700 der Royal Air Maroc
IATA-Code: AT
ICAO-Code: RAM
Rufzeichen: ROYAL AIR MAROC
Gründung: 1957
Sitz: Casablanca,
MarokkoMarokko Marokko
Heimatflughafen: Flughafen Casablanca
Leitung: Driss Benhima (CEO)
Vielfliegerprogramm: Safar Flyer
Flottenstärke: 44 (+ 10 Bestellungen)
Ziele: National und international
Webseite: royalairmaroc.com

Royal Air Maroc, kurz RAM, arabisch ‏الخطوط الملكية المغربية‎, DMG al-Ḫuṭūṭ al-Malakīyya al-Maġribīyya, ist eine staatliche marokkanische Fluggesellschaft mit Sitz und Basis in Casablanca sowie Mitglied der Arab Air Carriers Organization.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Die Gesellschaft wurde 1953 als Compagnie Cherifienne des Transports Aeriens (CCTA) gegründet. Der Flugbetrieb wurde anfangs mit dreimotorigen Junkers Ju 52/3m durchgeführt, die jedoch nach kurzer Zeit durch Douglas DC-3 und Lockheed Constellations ersetzt wurden. Schon bald nach der Unabhängigkeit des Landes wurde der Name in Royal Air Maroc geändert und die Gesellschaft begann ab 1957 von ihrer Heimatbasis Casablanca aus internationale Flüge durchzuführen.

Das Jet-Zeitalter[Bearbeiten]

1960 nahm RAM ihre ersten Düsenflugzeuge in Betrieb: Sud Aviation SE-210 Caravelles. Sie wurden auf den wichtigen Europarouten unter anderem nach Paris und Madrid eingesetzt bis sie von Boeing 727 abgelöst wurden. Zeitgleich stießen Boeing 707 zur Flotte, um längere Strecken und solche mit größerer Nachfrage bedienen zu können. Für die Kurzstrecke wurden Boeing 737-200 beschafft. Am Ende der 1970er unterhielt Royal Air Maroc ein Flugnetz, das Europa, Nordamerika, den Nahen Osten und Nordafrika umfasste.

Die 1980er- und 1990er-Jahre[Bearbeiten]

RAM setzte in den 1980er Jahren ihre Expansion fort. Neue Strecken wurden eröffnet und bestehende erweitert, Frequenzen wurden erhöht. Boeing 757 ergänzten ab 1986 die Flotte, um die ältesten Boeing 727 zu ersetzen. Mit der Erweiterung des Mohammed-V-Flughafen in Casablanca im Jahre 1984 erhielt die Gesellschaft eine moderne Heimatbasis.

Zu Beginn der 1990er wurden die letzten Boeing 707 ausgeflottet und währenddessen neue effizientere Boeing 737 der Serien -400 und -500 eingeführt, um die Frequenzen vor allem auf den Europastrecken zu erhöhen. Bis zur Mitte der 1990er Jahre verließen auch die letzten Boeing 727 die Flotte. Um die Nordamerikastrecken effizienter bedienen zu können, wurde eine einzelne Boeing 747-400 von Air France übernommen. Royal Air Maroc expandierte auch in Richtung bisher unterbedienter afrikanischer Flughäfen.

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten]

Mit den steigenden Passagierzahlen und den neu eröffneten Strecken sowie unter dem Druck der steigenden Ölpreise, bestand ein Bedarf ältere Flugzeuge zu ersetzen. Im Jahr 2000 entschied sich RAM bei beiden großen Flugzeugherstellern Flugzeuge zu bestellen: 20 Boeing 737NG und vier Airbus A321. Neue Strecken nach West- und Zentralafrika wurden eröffnet, außerdem wurde ein Code-Share-Abkommen mit Delta Air Lines geschlossen.

Der Geschäftsplan des Unternehmens wurde geändert. Statt wie bisher hauptsächlich den Bedarf von Touristen und von im Ausland lebenden Marokkanern zu bedienen, rückte jetzt die Hub-Funktion der Heimatbasis Casablanca in den Vordergrund, um Umsteigeverbindungen zwischen europäischen und afrikanischen Flughäfen zu ermöglichen. 2002 entschloss sich die Gesellschaft zwei Boeing 767 zu leasen.

Zwei Jahre später reagierte RAM auf den Low-Cost-Trend und gründete die Billigfluggesellschaft Atlas Blue mit Hauptsitz in Marrakesch. Der Tochtergesellschaft wurden zunächst sechs Boeing 737-400 überlassen, zwischenzeitlich flogen auch drei Airbus A321 der Muttergesellschaft für Atlas Blue. Ein Jahr später bestellte RAM vier Boeing 787-8.

2006 beförderten Royal Air Maroc und Atlas Blue zusammen die Rekordzahl von vier Millionen Passagieren.

Im Jahr 2009 wurden zwei weitere gebrauchte Boeing 767-300 übernommen.

Der Betrieb der Tochtergesellschaft Atlas Blue wurde im Jahr 2010 eingestellt, die Strecken größtenteils von Royal Air Maroc übernommen.

Am 19. August 2011 übernahm die Royal Air Maroc-Tochtergesellschaft Royal Air Maroc Express ihre ersten beiden ATR 72-600 und ist somit der Erstbetreiber der überarbeiteten Version dieses Musters.

Ab 2012 wurden die A321 außer Dienst gestellt und die Flotte auf Maschinen des Herstellers Boeing vereinheitlicht.

Am 14. März 2013 wurde mit der Boeing 737-800 CN-RGN die insgesamt 50. Boeing 737 übernommen.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 747-400 der Royal Air Maroc
Eine Boeing 767-300ER der Royal Air Maroc

Mit Stand Dezember 2013 besteht die Flotte der Royal Air Maroc aus 44 Flugzeugen[1] mit einem Durchschnittsalter von 8,7 Jahren[2]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[3][4] Anmerkungen Sitzplätze[5]
(Business/Economy)
Boeing 737-300F 01 Frachtflugzeug -
Boeing 737-700 06 138 (-/138)
144 (12/120)
Boeing 737-800 30 05 177 (12/159)
177 (12/165)
183 (-/183)
Boeing BBJ2 01 betrieben für die marokkanische Regierung -
Boeing 747-400 01 498 (20/478)
Boeing 767-300ER 04 236 (12/224)
235 (10/225)
237 (10/227)
Boeing 787-8 05 Auslieferung vsl. ab Dezember 2014[6] - offen -
Suchoi Superjet 100 01 Wet-Lease
Gesamt 44 10

Weitere Flugzeuge werden durch die Tochtergesellschaft Royal Air Maroc Express unter deren eigener Lizenz betrieben.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 22. Dezember 1973 prallte eine von der Sobelair geleaste Sud Aviation Caravelle im Anflug auf den Flughafen Tanger-Boukhalef bei Dunkelheit und Regen nahe der Stadt Tétouan gegen den Berg Mellaline im Rif-Gebirge. Alle 106 Insassen der Maschine kamen ums Leben.[7]
  • Am 3. November 1986 stürzte eine Super King Air 200 auf dem Flughafen Casablanca bei einem Trainingsflug ab. Die vier Personen an Bord wurden bei dem Unfall getötet.[8]
  • Am 6. Februar 1989 verunglückte eine von der französischen Inter Cargo Service geleaste Vickers Vanguard beim Start auf dem Flughafen Marseille. Das Flugzeug überrollte das Bahnende und stürzte ins Mittelmeer. Die drei Insassen der Frachtmaschine kamen bei dem Unfall ums Leben.[9]
  • Am 21. August 1994 wurde der Autopilot einer in Agadir gestarteten ATR 42 in einer Flughöhe von 16.000 Fuß ausgeschaltet. Das Flugzeug ging in einen Sturzflug über und zerschellte am Boden. Alle 44 Personen an Bord starben. Die vermutliche Unfallursache war ein Suizid des Flugkapitäns.[10]
  • Am 26. März 2003 verunglückte eine Boeing 737-400 bei der Landung auf dem Flughafen Oujda-Angads. Die Maschine setzte neben der Landebahn auf. Dabei brach das Fahrwerk. Aufgrund der Beschädigungen wurde das Flugzeug als Totalverlust abgeschrieben. Die 60 Personen an Bord überlebten das Unglück unverletzt.[11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ch-aviation.ch – Royal Air Maroc (englisch) abgerufen am 29. Dezember 2013
  2. airfleets.net – Fleet age Royal Air Maroc (englisch) abgerufen am 29. Dezember 2013
  3. boeing.com - Orders and Deliveries (englisch) abgerufen am 29. Juli 2013
  4. aerotelegraph.com - Royal Air Maroc testet Embraer, 29. Juli 2013
  5. royalairmaroc.com - Kabine Sitzplan abgerufen am 11. November 2013
  6. airliners.de - Aus aller Welt, 28. September 2012
  7. Aviation Safety Network, 22. Dezember 1973 [1]
  8. Aviation Safety Network, 3. November 1986 [2]
  9. Aviation Safety Network, 3. November 1986 [3]
  10. Aviation Safety Network, 21. August 1994 [4]
  11. Aviation Safety Network, 26. März 2003 [5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Royal Air Maroc – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien