Roza Bal

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Die Roza-Bal-Grabstätte

Roza Bal ist der Name eines Schreins, der sich in der Khanyar-Straße im Stadtteil Khanyar von Srinagar in Kaschmir, Indien befindet. Der Schrein enthält die Gräber von zwei muslimischen Heiligen - Yuz Asaf und Mir Sayyid Naseeruddin, ein Nachkomme von Musa al-Kazim.

Gebäude[Bearbeiten]

Das Grabmal selbst besteht aus einem rechteckigen niedrigen Gebäude auf einer Erhöhung, umgeben von Geländern an der Front. Es hat drei Bögen an der Front, wo eingetreten werden kann, und vier Bögen an der Seite. Im Inneren befindet sich eine Steinmetzarbeit, von der gesagt wird, dass sie Füße mit Kreuzigungsmalen zeigt. Der Körper ist nach der jüdischen Tradition ausgerichtet bestattet und nicht nach den Regeln des Islam. Doch das Gebäude beherbergt auch die Grabstätte eines lokalen muslimischen Heiligen, Mir Sayyid Naseeruddin, der im Einklang mit den islamischen Richtungen begraben wurde.

Identifizierung der beiden Heiligen[Bearbeiten]

Yuz Asaf[Bearbeiten]

Im Persischen wird in der Geschichte von Kaschmir das Heiligtum als das Grab eines ausländischen Prinzen identifiziert: Yuzasaf. Yuzasaf ist ein arabischer Name für Siddhartha in der arabischen Version der Legende von Barlaam und JosaphatBalahwir wa-Yuzasaf.[1][2] Im Jahr 1899 identifizierte Mirza Ghulam Ahmad diesen Yuz Asaf als Jesus von Nazaret, von dem Ahmad annimmt, dass er Kaschmir erreicht hatte, nachdem er seine Kreuzigung überlebt hatte.[3] [4][5][6][7]

Mir Sayyid Naseeruddin[Bearbeiten]

871 AH wurde dort Syed Nasir-ud-Din begraben, der von lokalen Muslimen als Sufi-Heiliger verehrt wurde,[8] obwohl andere historische Daten darauf hinweisen, dass er nur ein langjähriger Hausmeister des Schreins gewesen sei. Das Grab wurde zuvor von lokalen Nachkommen der Weisen gepflegt. Es wird gegenwärtig von einem Verwaltungsrat, bestehend aus Sunniten verwaltet. Sahibzada Basharat Saleem, ein ehemaliger, inzwischen verstorbener Hausmeister, behauptete, Ahnentafeln zu besitzen, die ihn als einen direkten Nachfahren der dort begrabenen Weisen bezeichnen.

Thriller und BBC Dokumentation[Bearbeiten]

In der letzten Zeit hat ein fiktiver Thriller von Ashwin Sanghi mit dem Titel The Rozabal Line die Vorstellung popularisiert, dass Jesus die Kreuzigung möglicherweise überlebt haben könnte, nach Indien reiste und möglicherweise in Kaschmir begraben wurde und eine Abstammungslinie in der Region hinterließ.

Im Jahre 2003 strahlte die BBC eine Dokumentation aus, die einen Abschnitt über die Geschichte von Yuz Asaf enthielt. Der Titel lautete „Did Jesus Die?“ („Starb Jesus?“).[9][10]

Derzeit wird daran gearbeitet, DNS[11] aus dem Grab zu bekommen, um die Identität und/oder Epochen der dort beerdigten Männer festzustellen sowie Ansprüche auf ihre Nachkommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mark Bothe: Die „Jesus-in-Indien-Legende“ – Eine alternative Jesus-Erzählung? 2011 Page 80. Mark Bothe: „Jedoch sprechen eingehende Untersuchungen dafür, dass in Yuz Asaf nicht Jesus gesehen werden darf. … was dazu führte, dass Josaphat zusammen mit Barlaam 1583 in den kirchlichen Heiligenkalender aufgenommen wurde.“
  2. Robert Volk: Historia animae utilis de Barlaam et Ioasaph (spuria): Einführung 2009 Page 157. „Hier liegt also ein in vorislamischer Zeit als künftiger Buddha verehrter Heiliger begraben, der der Legende nach aus dem Westen gekommen …“
  3. Mirza Ghulam Ahmad: Masih Hindustan-mein 1899
  4. Günter Grönbold Jesus in Indien. Das Ende einer Legende (Kösel-Verlag, München 1985)
  5. Norbert Klatt: Jesus in Indien, in Orientierungen und Berichte 13, 1986 (Evgl. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen). 24.
  6. Wilhelm Schneemelcher, R McL Wilson: New Testament Apocrypha: Gospels and Related Writings 1991 Seite 87. „Günter Grönbold book Jesus in Indien. Das Ende einer Legende (1985) is a devastating assessment of these fantasies.“
  7. Times of India Tomb Raider: Jesus buried in Srinagar? 8 May 2010 "One of the caretakers of the tomb, Mohammad Amin, alleged that they were forced to padlock the shrine ... He believed that the theory that Jesus is buried anywhere on the face of the earth is blasphemous to Islam."
  8. Bothe Op.cit. "In the year 871 A.H. Syed Nasir-ud-Din, a descendent of Imam Musa—Raza was also buried besides the grave of Yuz— Asaph."
  9. Did Jesus die?. BBC (englisch). Abgerufen am 25. Mai 2009.
  10. Did Jesus die?. BBC4/Video auf der Tomb of Jesus Website (englisch). Abgerufen am 24. Juni 2010.
  11. DNA Project Outline,obtain DNA from the Tomb of Jesus, Family of Jesus, Roza Bal,Yuz Asaf,rozabal. Jesus-kashmir-tomb.com. Abgerufen am 7. Juni 2010.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roza Bal, The Tomb of Jesus von Fida Hassnain und Suzanne Olsson, Booksurge in USA, Gulshan Pub. in Indien (2008) 9781419697586 Untersucht die Geschichte des Grabes und dessen Verbindung zu Jesus als Yuz Asaf.
  • Jesus in Kashmir, The Lost Tomb von Suzanne Olsson, Booksurge USA, (2005) Gulshan Publishing, Indien
  • Eine Suche nach dem historischen Jesus von Prof. Fida Hassnain. Gill & Macmillian, Ireland Gill & Macmillian, Irland
  • Das fünfte Evangelium von Fida Hassnain. Bluedolphin Publishing.USA Bluedolphin Publishing.USA
  • Jesus in Indien (Taschenbuch) ISBN 978-3921458396

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roza Bal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

34.09420174.816304Koordinaten: 34° 5′ 39″ N, 74° 48′ 59″ O