rsync

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rsync
Maintainer Wayne Davison
Aktuelle Version 3.1.1
(22. Juni 2014)
Betriebssystem Unix, Linux, Mac OS X, Microsoft Windows, OS/2
Kategorie Synchronisation
Lizenz GPL (Freie Software)
rsync.samba.org

rsync ist sowohl ein Netzwerkprotokoll als auch ein unter der GPL stehendes Programm zur Synchronisation von Daten, meistens über ein Netzwerk. Die Synchronisation läuft bei rsync nur unidirektional, also von einem Quellverzeichnis zu einem Zielverzeichnis, ab.

Ein wichtiges Merkmal von rsync ist, dass es nicht nur ganze Dateien kopieren kann, sondern auch Teile von Dateien. Wurde auf dem Quell-Datenträger eine Datei verändert, werden nur die geänderten Teile der Datei auf das Zielsystem übertragen (Delta-Kodierung). Das kann speziell bei unkomprimierten Dateitypen erhebliches Transfervolumen einsparen und die Synchronisation deutlich beschleunigen. rsync wurde unter anderem von Paul Mackerras und Andrew Tridgell aus dem Samba-Team entwickelt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Ziel ist es, eine Datei (die Quelldatei) von einem Server auf einen Client zu übertragen, der eine Zieldatei hat, welche möglicherweise zu großen Teilen mit der Quelldatei übereinstimmt.

Dazu wird als erstes vom Client die Zieldatei in Blöcke einer bestimmten Länge unterteilt, für die jeweils zwei Prüfsummen gebildet und an den Server übertragen werden. Die erste dieser Prüfsummen ist rollierend und daher für den Server dazu geeignet, schnell eine gegebenenfalls verschobene Bytesequenz mit der gleichen Prüfsumme in der Quelldatei aufzuspüren. Da sie allerdings anfällig für Kollisionen ist, wird bei ihrer Übereinstimmung zunächst noch die zweite Prüfsumme getestet. Bei der zweiten Prüfsumme ist im Gegensatz zur rollierenden Prüfsumme eine Kollision praktisch ausgeschlossen,[1] allerdings ist ihre Berechnung sehr viel aufwändiger. Diese zweite Prüfsumme wurde im ursprünglichen Entwurf mit dem MD-4-Verfahren berechnet;[2] seit dem Release 3.0.0 von rsync wird stattdessen MD-5 benutzt.[3]

Mit den Prüfsummen generiert der Server Anweisungen, wie eine Kopie der Quelldatei aus den Datenblöcken der Zieldatei generiert werden kann. Für bereits auf dem Zielsystem vorhandene Blöcke werden Verschiebe-Vorschriften übertragen. Nur Daten, die sich nicht aus Blöcken der Zieldatei zusammensetzen lassen, werden direkt gesendet. Damit erhält der Client nun durch Befolgen dieser Vorschriften eine exakte Kopie der Quelldatei.

Zur Kommunikation wird der TCP-Port 873 verwendet. Aber auch ein Zugriff über eine Remoteshell – etwa ssh (verschlüsselt) oder rsh (unverschlüsselt) – ist problemlos möglich.

Anwendungen[Bearbeiten]

Hauptanwendungsgebiete von rsync sind Datensicherung und Mirrors, wie z. B. bei rsnapshot. Auch für einen Datenabgleich zu Firmenaußenstellen mit geringer Datenrate der Netzwerkanbindung, z. B. ISDN/ADSL, eignet es sich. rsync ist kompatibel zu rcp und kann deshalb auch für cvs verwendet werden – vorausgesetzt, ein rsyncd-Server ist vorhanden. rsync selbst kennt zwar keine Verschlüsselung, dies kann jedoch von ssh übernommen werden.

rsync ist für alle gängigen Unix-Betriebssysteme und OS/2 verfügbar; auf der Basis von Cygwin ist es auch auf Windows-Systemen lauffähig.

Daneben gibt es andere Programme – auch grafische – wie Unison (GTK+/Win), DeltaCopy (Win) oder RsyncX (Mac OS X), die das rsync-Protokoll unterstützen. Die derzeit aktuelle RsyncX-Version unterstützt allerdings nur eine veraltete Version von rsync.

rdiff-backup[Bearbeiten]

Der rsync-Algorithmus wird in der Backup-Lösung rdiff-backup,[4], eingesetzt. Diese Software wird für Linux, Mac OS X und Windows angeboten.

Damit können auf lokalen oder entfernten Rechnern liegende Dateien oder Verzeichnisse in einem Backup-Mirror gesichert werden. Zusätzlich lässt sich jede ältere Version einer Datei oder eines Verzeichnisses wiederherstellen, da rdiff-backup reverse deltas in platzsparender Weise speichert - nur die Teile der Quelldateien, die sich verändert haben, werden übertragen. Dies macht rdiff-backup zur bevorzugten Backup-Software für große Dateien, die sich nur wenig verändern (z.B. E-Mail-Postfächer auf dem lokalen Rechner, virtuelle Maschinen).

Mit dem Werkzeug archfs kann ein mit rdiff-backup erstelltes Backup-Verzeichnis als Festplatte gemountet werden. Alle Backups sind nun als snapshots zugänglich, ähnlich wie bei Rsnapshot und Back In Time.[5]

GUIs[Bearbeiten]

Linux[Bearbeiten]

Als Teil der Sammlung Gadmintools gibt es mit GADMIN RSYNC eine GUI zur Administration des rsync-Servers und dessen Clients. rsync wird außerdem als Basis für BackInTime, eine einfache grafische Backup-Software, ähnlich Apples Time Machine, verwendet. Eine weitere GUI findet man bei der Linux-Version von QtdSync[6] und Unison.[7]

Windows[Bearbeiten]

Windows-GUIs, die sowohl Client- als auch Server(daemon)-Funktionen unterstützen, sind beispielsweise DeltaCopy,[8] Unison[7] oder QtdSync.[6]

HardlinkBackup[9] (früher: RsyncBackup) bietet eine ähnliche Funktionalität wie Rsync (beispielsweise Hard-Links) und kann zur lokalen Sicherung verwendet werden. Es ist aber nicht mit rsync kompatibel und kann deshalb nicht als Client für einen Rsync-Server eingesetzt werden.

Mit Acrosync[10] gibt es seit kurzem eine eigenständige, native Win32-Rsync-Implementierung, die nicht auf dem rsync-Sourcecode basiert.

rsync läuft auch unter Cygwin[11], der Posix-Api und Toolsammlung für Windows.

Mac OS X[Bearbeiten]

Unter Mac OS X steht neben Unison[7] als GUI die Open-Source-Software arRsync[12] zur Verfügung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The rsync algorithm/Checksum searching (englisch)
  2. The rsync algorithm (englisch)
  3. http://rsync.samba.org/ftp/rsync/src/rsync-3.0.0-NEWS
  4. rdiff-backup
  5. archfs im Ubuntu-Handbuch (abgerufen am 12. April 2014)
  6. a b Download von QtdSync, einer GUI für Windows und Linux (englisch- und deutschsprachig)
  7. a b c Webpräsenz von Unison mit GUI für Windows, Linux und Mac OS x
  8. Webpräsenz von DeltaCopy, einer Microsoft-Windows-GUI (englischsprachig)
  9. HardlinkBackup
  10. Acrosync
  11. Cygwin
  12. Webpräsenz von arRsync für Mac OS