Rubidiumiodid

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Kristallstruktur
Struktur von Rubidiumiodid
__ Rb+     __ I
Kristallsystem

kubisch

Raumgruppe

Fm\bar{3}m

Gitterkonstanten

a0 = 7,342 Å[1]

Allgemeines
Name Rubidiumiodid
Andere Namen
  • Rubidium iodatum
  • Rubi-i[2]
Verhältnisformel RbI
CAS-Nummer 7790-29-6
PubChem 3423208
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[3]

Eigenschaften
Molare Masse 212,37 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,11 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

642–647 °C[1]

Siedepunkt

1300 °C[4]

Löslichkeit

in Wasser 1520 g·l−1 bei 17 °C[3]

Brechungsindex

1,647[5]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [3]
Toxikologische Daten

4708 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Rubidiumiodid ist das Rubidiumsalz der Iodwasserstoffsäure HI.

Darstellung[Bearbeiten]

Rubidiumiodid kann durch Salzbildungsreaktion mit Iodwasserstoffsäure aus Rubidiumhydroxid hergestellt werden:

\mathrm{  \ RbOH + HI \ \rightarrow\  \ RbI + H_2O}

Auch die Synthese aus den Elementen ist möglich – metallisches Rubidium verbrennt mit elementarem Jod in einer heftigen Reaktion zu Rubidiumiodid.

\mathrm{ 2 \ Rb(s) + I_2 \ \rightarrow\ 2 \ RbI}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Rubidiumiodid bildet farblose Kristalle und ist gut wasserlöslich. Es weist eine rotviolette Flammenfärbung auf. Der Brechungsindex der Kristalle beträgt nD = 1,6474.[6]

Die Löslichkeit in Wasser nimmt mit steigender Temperatur zu und ist in untenstehender Tabelle gelistet:

Löslichkeit von RbI in Wasser[7]
(angegeben in g RbI in 100 g gesättigter Lösung)
Temperatur in °C 6,9 18,0 25,0
Löslichkeit in g/l 57,9 58,98 62,05

In verschiedenen organischen Lösungsmitteln ist Rubidiumiodid nur schlecht löslich:

Löslichkeit von RbI in organischen Lösungsmitteln[7]
(angegeben in g RbI in 100 cm3 gesättigter Lösung)
Lösungsmittel 0 °C 25 °C
Acetonitril 1,478 1,350
Propionitril 0,274 0,305
Nitromethan 0,567 0,518
Aceton 0,960 0,674
Furfural 4,930

Die Standardbildungsenthalpie von Rubidiumiodid beträgt ΔfH0298 = −328,7 kJ·mol−1,[8] die Freie Standardbildungsenthalpie ΔG0298 = −325,7 kJ·mol−1,[8] und die molare Standardentropie S0298 = 118,11 J·K−1 ·mol−1.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

Rubidiumiodid wird neben anderen Rubidiumhalogeniden wie Rubidiumchlorid und Rubidiumbromid in der Medizin als Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie als Antidepressivum eingesetzt. Besondere Verwendung findet es als Bestandteil von Augentropfen, in denen es unter den Bezeichnungen Rubjovit® (enthält 8 mg/ml RbI) und Polijodurato® am Markt ist. Es gibt jedoch Untersuchungen, die dem Rubidiumiodid allergieauslösende[9] und entzündungsverursachende[10] Nebenwirkungen nachweisen. Homöopathische Produkte, die Rubidiumiodid enthalten, sind unter dem Namen 'Rubidium iodatum' oder der Kurzbezeichnung 'rubi-i' ebenfalls erhältlich.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Korth Kristalle – Rubidiumiodid
  2. a b Remedia – Rubidium iodatum
  3. a b c d e f Datenblatt Rubidiumiodid bei AlfaAesar, abgerufen am 29. Januar 2010 (JavaScript erforderlich)..
  4. Webelements – Rubidium iodide
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-248.
  6. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage, Springer, 1997, ISBN 978-3-5406-0035-0, S. 688 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. a b Aterton Seidell: "Solubilities Of Organic Compounds Vol - I", S. 1429. Volltext
  8. a b c R. E. Dickerson, H. B. Gray, H.-W. Sichting, M. Y. Darensbourg: "Prinzipien der Chemie", Verlag Walter de Gruyter 1988, ISBN 9783110099690, S. 976. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  9. Rubidium als Allergiauslöser
  10. Contact dermatitis from rubidium iodide in eyedrops – Abstract