Ruch Chorzów

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Ruch Chorzów
Wappen
Voller Name KS. Ruch Chorzow SSA
Gegründet 1920
Stadion Stadion Miejski
Plätze 10.000
Präsident PolenPolen Dariusz Smagorowicz
Trainer PolenPolen Waldemar Fornalik
Homepage www.ruchchorzow.com.pl
Liga Ekstraklasa
2013/14 3. Platz
Heim
Auswärts

Ruch Chorzów ist ein Fußballverein aus der polnischen Großstadt Chorzów (deutsch: Königshütte) im Oberschlesischen Revier. Der Verein ist 14-maliger polnischer Meister und somit gemeinsam mit dem Lokalrivalen Górnik Zabrze Rekordmeister Polens. Zuletzt konnte Ruch im Jahre 1989 den Meistertitel erringen. In der Saison 14/15 spielt Ruch in der höchsten polnischen Spielklasse, der Ekstraklasa.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Verein im Jahre 1920 vor dem Hintergrund der Volkstumskämpfe in Oberschlesien in der damals noch preußischen Ortschaft Bismarckhütte von der Sportabteilung des polnischen Plebiszitkommissariats unter Wojciech Korfanty als Ruch Bismarkhuta.[1] ("Ruch" bedeutet auf Deutsch „Bewegung“.) Er galt somit als Verein der Schlesischen Aufständischen.[2] Nach dem Anschluss Ostoberschlesiens an Polen 1922 wurde die deutsche Ortsbezeichnung durch die polnische im Vereinsnamen ersetzt - Wielkie Hajduki. 1923 setzten die polnischen Behörden die Fusion von Ruch mit dem deutschen Verein Bismarckhütter Ballspielclub (BBC) durch, der über ein eigenes Stadion verfügte. Schon ein Jahr später (1924) wurde das Kürzel BBC aus dem Namen gestrichen.[3]

Nachdem am 1. April 1939 die bis dahin selbständige Gemeinde Wielkie Hajduki an die benachbarte Stadt Chorzów angeschlossen worden war, nannte sich der Verein KS Ruch Chorzów. [4] Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen im September 1939 wurde er von den deutschen Besatzungsbehörden für aufgelöst erklärt. Faktisch aber wurde er nur umbenannt: Er bekam eine deutsche Vereinsleitung und wurde unter dem alten Namen Bismarckhütter Ballspielclub neu registriert.[5] Für ihn traten in der Gauliga Schlesien auch die bisherigen polnischen Nationalspieler Eryk Tatuś, Teodor Peterek und Gerard Wodarz an, die die deutsche Volksliste unterzeichnet hatten. Im November 1939 erhielt er den Namen der Anfang der zwanziger Jahre von den polnischen Behörden aufgelösten Bismarckhütter Spielvereinigung 1899 (BSV).[6] 1941, 1942 und 1944 wurde die BSV jeweils Vizegaumeister, 1943 erreichte er den 4. Platz.

Im Februar 1945 lösten die neuen polnischen Behörden den deutschen Verein offiziell auf. Faktisch bekam er seinen alten polnischen Namen zurück, ein Großteil der Spieler, die im Krieg in der Gauliga gespielt hatten, blieb.[7] In ihren offiziellen Biografien blieb die Besatzungszeit ausgespart.[8]

Mit der Welle der Liquidierung von Traditionsvereinen unter dem Stalinismus wurde der Klub 1948 nach sowjetischem Vorbild als KS Chemik Chorzów an ein Industriekombinat angeschlossen. Nach der Vereinigung mit anderen Betriebsmannschaften hieß er von 1949 an ZS Unia Chorzów. Erst mit dem politischen Tauwetter von 1956 konnte er zum alten Namen Ruch zurückkehren.[9] Seit dem Jahr 2004 ist Ruch Chorzów in die Aktiengesellschaft Sportowa S.A. eingebunden.

Für die Saison 2007/08 erhielt der Verein vom polnischen Fußballverband zunächst keine Lizenz, da ein Schuldentilgungsplan aus dem Vorjahr vorgelegt wurde. [10] Nachrücken sollte dafür die bereits abgestiegene Mannschaft von Wisła Płock. Diese Entscheidung wurde jedoch kurz darauf aufgehoben, so dass der Verein erstmals seit 2003 wieder in der Ekstraklasa spielte. Am 18. November 2008 teilte der Verein mit, dass er schuldenfrei sei.[11] Größter Vereinserfolg nach der Jahrtausendwende war der Einzug ins polnische Pokalendspiel 2009, was jedoch im Stadion Śląski mit 0:1 gegen Lech Posen verloren ging. Auch im Jahr 2012 konnte man erneut das polnische Pokalendspiel erreichen, unterlag jedoch in Kielce mit 0:3 Legia Warschau. Insgesamt war es eine der besten Spielzeiten der letzten Jahrzehnte, da man neben dem Pokalfinaleinzug auch in der Ekstraklasa Vize-Meister wurde und mit nur einem Punkt Rückstand auf Śląsk Wrocław den großen Coup nur denkbar knapp verpasste. Von diesen Erfolgen unbeflügelt entpuppte sich die Ekstraklasa-Saison 2012/2013 als Achterbahnfahrt und so konnte man erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt realisieren. Zwar war man als 15. sportlich abgestiegen, konnte jedoch aufgrund des direkten gewonnenen Duells gegen GKS Belchatow und den Lizenzentzug von Polonia Warschau die Klasse doch noch halten.

Kader Saison 2014/15[Bearbeiten]

(Stand: 3. September 2014)

Nr. Position Name
1 PolenPolen TW Kamil Lech
2 PolenPolen AB Piotr Stawarczyk
3 PolenPolen AB Daniel Dziwniel
4 PolenPolen MF Łukasz Surma
5 PolenPolen MF Marek Zieńczuk
6 PolenPolen MF Michał Szewczyk
7 PolenPolen MF Jakub Kowalski
9 PolenPolen ST Grzegorz Kuświk
10 PolenPolen MF Filip Starzyński
11 PolenPolen ST Michał Efir
13 RusslandRussland AB Roland Gigolaev
14 PolenPolen MF Sebastian Janik
15 PolenPolen AB Martin Konczkowski
16 PolenPolen MF Bartłomiej Babiarz
Nr. Position Name
17 PolenPolen MF Maciej Urbańczyk
18 PolenPolen AB Artur Gieraga
19 PolenPolen MF Michał Rzuchowski
20 PolenPolen AB Marek Szyndrowski
21 PolenPolen TW Krzysztof Kamiński
22 PolenPolen AB Marcin Kuś
29 PolenPolen MF Kamil Włodyka
32 PolenPolen AB Marcin Malinowski
39 PolenPolen AB Michał Helik
80 Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina AB Senad Karahmet
84 PolenPolen TW Wojciech Skaba
90 LettlandLettland ST Eduards Višņakovs
- UkraineUkraine MF Volodymyr Tanchyk

Erfolge[Bearbeiten]

  • Polnischer Meister (14): 1933, 1934, 1935, 1936, 1938, 1951, 1952, 1953, 1960, 1968, 1974, 1975, 1979, 1989
  • Polnischer Vize-Meister (6): 1950, 1956, 1963, 1970, 1973, 2012
  • Polnischer Pokalsieger (3): 1951, 1974, 1996
  • Polnischer Pokalfinalist (6): 1963, 1968, 1970, 1993 (Reserve), 2009, 2012
  • Polnischer Superpokalsieger (2): 1989, 1996

Fans[Bearbeiten]

Spieler begrüßen die Fans, November 2009

Der KS Ruch Chorzów gilt als Club der Oberschlesier, vor allem für die Jugend, die sich mit und durch die Mannschaft zu ihrer oberschlesischen Identität bekennen (unter anderem durch Spruchbänder, Gesänge, Flaggen etc.). Die Fans von Ruch pflegen Fahnen mit dem deutschen Wort „Oberschlesien“ mit sich zu führen. Durch den polnischen Fußballverband PZPN wurde das Zeigen dieser Fahnen in den polnischen Stadien 2009 verboten.[12] Das scheint aber nicht für die Wettanbieter zu gelten. Viele führen den Verein auch unter „Ruch Königshütte SA“.

Stadion[Bearbeiten]

Ruch Chorzów spielt im Stadion Miejski, das im Jahre 1935 erbaut wurde und eine Zuschauerkapazität von 10.000 Menschen fasst. Momentan wird das Stadion umgebaut bzw. modernisiert. Bei wichtigen internationalen Spielen weichen die Fußballer von Ruch auf das Stadion Śląski aus. Jenes Stadion hat eine Kapazität von 47.202 Plätzen.

Platzierungen der letzten Spielzeiten[Bearbeiten]

  • 2002/03 14. Platz (Ekstraklasa, Abstieg)
  • 2003/04 11. Platz (2. Liga)
  • 2004/05 14. Platz (2. Liga)
  • 2005/06 07. Platz (2. Liga)
  • 2006/07 01. Platz (2. Liga, Aufstieg)
  • 2007/08 10. Platz (Ekstraklasa)
  • 2008/09 10. Platz (Ekstraklasa)
  • 2009/10 03. Platz (Ekstraklasa)
  • 2010/11 12. Platz (Ekstraklasa)
  • 2011/12 02. Platz (Ekstraklasa)
  • 2012/13 15. Platz (Ekstraklasa)
  • 2013/14 03. Platz (Ekstraklasa)

Bedeutende ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Tadeusz Malnowicz Krystian Walot Bronislaw Bula Jan Beniger Henryk Bolesta Piotr Czaja Albin Wira Henryk Dusza Edward Lorens Jozef Kopicera Piotr Drzewiecki Jerzy Wyrobek Jozef Nowak Albin Mikulski

Teilnahmen am Europacup[Bearbeiten]

2014/15 UEFA Europa League

  • 2. Qualifikationsrunde: Ruch Chorzów – FC Vaduz 3:2, 0:0
  • 3. Qualifikationsrunde: Ruch Chorzów – Esbjerg fB 0:0, 2:2
  • Play-offs: Ruch Chorzów – Metalist Charkiw 0:0, 0:1 n.V.

2012/13 UEFA Europa League

2010/11 UEFA Europa League

2000/01 UEFA-Cup

1998/99 UEFA Intertoto Cup

1996/97 Pokal der Pokalsieger

1989/90 Pokal der Landesmeister

1979/80 Pokal der Landesmeister

1975/76 Pokal der Landesmeister

1974/75 Pokal der Landesmeister

1973/74 UEFA-Cup

1972/73 UEFA-Cup

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruch Chorzów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Chorzowianin nr 22 (398) vom 28. Mai 2008, s. 17
  2. 80 lat OZPN Katowice. Hrsg. A. Gowarzewski. Katowice 2000, S. 16.
  3. 75 lat OZPN Katowice. Hrsg. A. Gowarzewski. Katowice 1995, S.44-45.
  4. naukowy.pl: Ruch Chorzów
  5. A. Gowarzewski, J. Waloszek: Ruch Chorzów. Katowice 1995, S. 54.
  6. Kattowitzer Zeitung, 20. November 1939, S.3.
  7. A. Gowarzewski, J. Waloszek, a.a.O., S. 67-69.
  8. z.B. T. Peterek: Z butami piłkarskimi na boiskach Europy. Chorzów 1957.
  9. A. Gowarzewski, S. Szczepłek, B. Szmel: Legia to potęga. Katowice 2004, S.40.
  10. Artikel bei goalgate.de vom 18. Juli 2007
  11. Ruch Chorzów spłacił długi. Gazeta Katowice, 18. Nov. 2008, (Webcite)
  12. katowice.gazeta.pl: PZPN: Fani Ruchu mają kibicować po polsku