Ruciane-Nida

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Ruciane-Nida
Wappen von Ruciane-Nida
Ruciane-Nida (Polen)
Ruciane-Nida
Ruciane-Nida
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Biała Piska
Fläche: 17,07 km²
Geographische Lage: 53° 38′ N, 21° 32′ O53.63333333333321.533333333333Koordinaten: 53° 38′ 0″ N, 21° 32′ 0″ O
Einwohner: 4701
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 12-220 – 12-221
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NPI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 58: OlsztynekSzczytnoPiszSzczuczyn
DW 610: Piecki–Ruciane Nida
Schienenweg: Olsztyn–Pisz
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 46 Ortschaften
16 Schulzenämter
Fläche: 357,74 km²
Einwohner: 8372
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2816043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Leszek Gryciuk
Adresse: al. Wczasów 4
12-221 Ruciane-Nida
Webpräsenz: www.ruciane-nida.pl

Ruciane-Nida (deutsch Rudczanny-Nieden) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Sie ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde im Powiat Piski.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen den Seen Guzianka Wielka (Guschienen See) und Nidzkie

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt entstand 1966 durch dem Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Ortschaften Ruciane und Nida.

An der Stelle des heutigen Ortsteils Ruciane gab es bereits im 14. Jahrhundert kleinere Ansiedlungen, wie beispielsweise eine Köhlerei. 1679 wurde an der Mündung des Flusses Nidki in den Nidzkie-See (Niedersee) eine Wassermühle erwähnt. 1866 wurde mit dem Bau einer Straße von Ruciane nach Pisz begonnen, welche drei Jahre später fertiggestellt wurde. 1880 gab es in Nida ein Standesamt. 1898 erfolgte der Anschluss an das Schienennetz nach Sensburg. Bereits zu dieser Zeit entwickelte sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Stadt.

Bis 1938 trug Ruciane den Namen Rudczanny und später bis 1945 Niedersee, der Ort Nida hieß Nieden. Während des Ersten Weltkrieges gab es in der Umgebung des Ortes Gefechte zwischen dem Deutschen Kaiserlichen Heer und Kaiserlichen Russischen Armeen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges errichteten die Deutschen hier Bunkeranlagen. Mit dem Vorrücken der Roten Armee wurde die Zivilbevölkerung der Orte vollständig evakuiert. Als die sowjetische Rote Armee am 27. Januar 1945 die Orte einnahm, waren diese durch die Kämpfe schwer zerstört.

1946/47 wurde wieder eine Bahnverbindung errichtet und die Brücken, die die deutsche Wehrmacht gesprengt hatten, wurden wieder instand gesetzt. 1949 bis 1952 wurde ein Sägewerk errichtet, aber erst 1951 wurde Ruciane und 1952 Nida an das öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen. Am 11. Dezember 1954 wurde in Nida ein großes Werk für Holzfaser- und Holzspanplatten errichtet. Der Betrieb wurde zu einem der größten seiner Art in Europa und exportierte unter anderem in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und ins Vereinigte Königreich. 1965 arbeiteten in der Fabrik 1144 Menschen.

Das Stadtrecht erhielt der Ort am 1. Januar 1966, als sich die Dörfer Nida und Ruciane zu einem Ort zusammenschlossen. Im Rahmen einer Verwaltungsreform kam der Ort 1975 zur neu gebildeten Woiwodschaft Suwałki und blieb dort bis zu deren Auflösung 1999. 1995 meldete das Spanplattenwerk Konkurs an und wurde aufgelöst.

Religionen[Bearbeiten]

Von 1830 bis 1945 gab es im Gemeindegebiet eine Kolonie der aus Russland eingewanderten orthodoxen Sekte der Philipponen, die in der Gegend von Wojnowo einige Dörfer und ein orthodoxes Nonnenkloster gründeten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1933 gab es in Ruciane etwa 730 Einwohner, 1939 waren es 772.[2] 1880 lebten in Nida etwa 300 Menschen[3], 1914 420 Menschen, 1933 waren es 548[4] und 1939 542.[3]

Beim Zusammenschluss der zwei Orte lebten 3050 Menschen in der Stadt.[3] 1987 lebten 4793 Menschen in Ruciane-Nida, davon 3500 in Nida und 1293 in Ruciane.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Für den Entwurf wurde 1967 ein Wettbewerb veranstaltet, den der Olsztyner Bildhauer Henryk Mączkowski gewann. Das Wappen zeigt auf blauem Grund eine gelbe Fabrik und ein weißes Segelboot. Damit sind die damals wichtigsten Faktoren für den Ort, die Spanplattenfabrik und der Tourismus, dargestellt.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Ruciane-Nida besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Bartlewo Barteln Onufryjewo Onufrigowen
1929–1945 Rehfelde
Borek Osiniak Fedorwalde
Gałkowo Galkowen-Nikolaihorst
1938-45 Nickelshorst
Piaski Piasken
Gąsior Gonschor
1938–1945 Gonscher
Pieczysko Pieczisko
1935–1945 Waldofen
Głodowo Glodowen
1938–1945 Spirdingshöhe
Piotrowo Peterhain
Iwanowo Iwanowen Popielno Popiellnen
1928–1945 Spirding
Iznota Isnothen Pranie Seehorst
Jeleń Forsthaus Kreuzofen
1938–1945 Forsthaus Hirschhagen
Ruciane Rudczanny
1938–1945 Niedersee
Kadzidłowo Kadzidlowen
1938–1945 Einsiedeln
Ruczaj Ellerborn
Kamień Kamien
1938–1945 Keilern
Śwignajno Schwignainen
Karwica Kurwien Szeroki Bór Breitenheide
Karwica Mazurska Bahnhof Kurwien Ukta Ukta
Kokoszka Kokoska
1938–1945 Kienhausen
Warnowo Gut Warnold
Końcewo Konzewen
1938–1945 Warnold
Wejsuny Weissuhnen
Krzyże Kreuzofen Wierzba Wiersba
1938–1945 Beldahnsee
Ładne Pole Schönfeld Wojnowo Eckertsdorf
Lipnik Lipnik
1938–1945 Falkenhöhe
Wólka Dietrichswalde
Lisiczyn Fuchswinkel Wygryny Wigrinnen
Majdan Kloster Wypad Wypad
1938–1945 Waldsiedeln
Maskulińskie Zameczek Schlößchen
Nida Nieden Zamordeje Samordei
Niedźwiedzi Róg Bärenwinkel Zaroślak Niederwald
Nowa Ukta Neu Ukta Zdrużno Sdrusno
1938–1945 Eichenborn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Besonders wichtig für den Ort ist der Tourismus. Hierbei gibt es Angebote für den Wassersport, vor allem Segler, Campingmöglichkeiten, Reiterhöfe, aber auch Hotels und Pensionen. Die zwei Seen Guzianka Mała und Bełdany haben einen Wasserhöhenunterschied von zwei bis drei Metern und sind durch eine Schleuse verbunden.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bahnstrecke Olsztyn–Pisz.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Józef Śliwiński: Z dziejów Rucianego-Nidy i okolic. Wyższa Szkoła Pedagogiczna, Olsztyn 1993, ISBN 83-900851-0-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruciane-Nida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Für 1939: Geschichte von Ruciane-Nida (polnisch; abgerufen am 23. Juni 2013)
  3. a b c http://www.ruciane-nida.org/index.php?option=com_content&task=view&id=33&Itemid=50
  4. http://ruciane-nida.com/index.php?option=com_content&task=view&id=6&Itemid=6&limit=1&limitstart=1