Rudebox

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Rudebox
Studioalbum von Robbie Williams
Veröffentlichung 2006
Label Chrysalis (EMI)
Format CD, LP
Genre Pop, Hip-Hop, Dance
Anzahl der Titel 16 + Hidden Track
Laufzeit 73m35s

Besetzung

Gesang: Robbie Williams

Produktion Soul Mekanik, Mark Ronson, Pet Shop Boys, Brandon Christy, Craig Russo, William Orbit, Dave Lee, Jerry Meehan
Studio Williams EMI-Chrysalis Studio
Chronologie
Intensive Care
(2005)
Rudebox Reality Killed the Video Star
(2009)

Rudebox ist ein Musikalbum von Robbie Williams.

Das Album, welches ursprünglich unter dem Titel 1974 (Williams’ Geburtsjahr) geplant war, erschien am 20. Oktober 2006 auf dem Label Chrysalis (EMI) und wird den Genres Pop, Hip-Hop und Dance zugerechnet.

Rezeption[Bearbeiten]

Das Musikalbum Rudebox ist das siebte Studioalbum von Robbie Williams und wurde bei seiner Veröffentlichung von Kritikern sehr unterschiedlich bewertet; es überwog allerdings die Einschätzung, dass das Album misslungen sei.

Die FAZ beantwortete die anfangs gestellte Frage „Taugt Rudebox etwas oder nicht?“ zwar mit „Ja, sie taugt etwas“. Eine Übersetzung des Wortes „Rudebox“ hielt die FAZ aus Anstandsgründen für nicht geboten und verwies lediglich auf Williams' Faible für „das anzügliche Vokabular der Straße“.[1]

Der Spiegel hingegen bezeichnete in seiner Online-Ausgabe Rudebox als „offensichtlich hastig zusammengeschludert, [es] ist nicht einfach nur schlecht, das Album ist eine Zumutung“. Durch die vielen verschiedenen Produzenten und die deshalb stark wechselnden Musikrichtungen fehle dem Album eine klare Linie. Überdies seien die Kompositionen musikalisch schwach; das Album sei allgemein eine Sammlung an Titeln, die „andere Künstler noch nicht einmal als B-Seiten veröffentlichen würden“.[2]

Zur überwiegend negative Aufnahme durch die Kritiker mögen Spannungen, die sich anlässlich von Williams' Welttournee 2006 zwischen dem Sänger und Teilen der Presse entwickelt hatten, beigetragen haben. Doch auch die Fans, die den Vorgänger Intensive Care noch insgesamt positiv aufgenommen hatten, reagierten zurückhaltend: Kommerziell war das Album - gemessen an Williams' früheren Erfolgen - eine Enttäuschung.

Bei seiner Veröffentlichung wurde das Lied Rudebox, das stilistisch eine deutliche Abkehr von Williams' bisheriger Musik darstellte, auch von der britischen Presse zumeist verrissen. Zwar vertrat Priya Elan im New Musical Express die Ansicht, es handle sich um „an amazing pop album“. Doch Victoria Newton bezeichnete Rudebox im Massenblatt The Sun als „worst record I've EVER heard“.[3] Für Komplikationen sorgte eine Textstelle des Titelstücks, bei der Williams die Zeile „…dance like you just won at the Special Olympics…“ („…tanze, als hättest du bei den Special Olympics gewonnen…“) rappt.

Nach Protesten verschiedener Behindertenorganisationen, wurde das Wort „special“ bei der Single-Veröffentlichung des Stücks herausgeschnitten[4]. Ob es sich um einen bewusst inszenierten Skandal handelte, ist offen.

Trackliste[Bearbeiten]

  1. Rudebox (4:44)
  2. Viva Life On Mars (4:51)
  3. Lovelight (4:02)
  4. Bongo Bong/Je Ne T'Aime Plus (feat. Lily Allen) (4:48)
  5. She's Madonna (feat. Pet Shop Boys) (4:16)
  6. Keep On (feat. Lily Allen) (4:19)
  7. Good Doctor (3:16)
  8. The Actor (4:06)
  9. Never Touch That Switch (2:47)
  10. Louise (4:46)
  11. We're The Pet Shop Boys (feat. Pet Shop Boys) (4:57)
  12. Burslem Normals (3:50)
  13. Kiss Me (3:18)
  14. The 80s (4:18)
  15. The 90s (5:34)
  16. Summertime (5:41)
  17. Dickhead (Bonustrack) (4:09)

Rudebox[Bearbeiten]

Als erste Single wurde der Titelsong Rudebox ausgekoppelt. Der Titel erreichte in Deutschland, Italien und der Schweiz in der ersten Verkaufswoche Platz 1 der Charts und kam auch in den meisten anderen europäischen Ländern in die Top 5.

Der Titel wurde zum ersten Mal auf dem britischen Radiosender „Radio 1“ von dem DJ Scott Mills am Freitag, dem 7. Juli gespielt. Damit wurde die Sperrfrist des Labels gebrochen, was zu einem kleinen Skandal führte. Das war das zweite Mal, dass Scott Mills die Sperrfrist eines Labels brach, beim ersten Mal geschah dies bei Justin Timberlakes SexyBack. Offiziell erschien der Song im September.

Prägnant ist, dass Robbie Williams hier musikalisch in Richtung Rap tendiert, allerdings angelehnt an jene Form, die in den 1980er Jahren in Westeuropa verbreitet gewesen war. Rudebox benutzt unter anderem als Instrument ein billiges Keyboard der Firma Casio (Casio VL-1), das schon die Band Trio 1982 in ihrem Welthit Da da da verwendet hatte.

The 90s[Bearbeiten]

Ein Ex-Manager von Robbie Williams, Nigel Martin-Smith, beschwerte sich wegen des Textes in The 90s, jedoch ignorierte Williams die Aufforderung, ihn zu ändern. Das Londoner Staatsgericht verhängte daher am 17. Oktober 2006 eine Strafe von 250.000 US-$ gegen Williams’ Plattenfirma EMI.

Veröffentlichungen und Charterfolge[Bearbeiten]

Datum Titel DE AT CH UK US
Album
20. Oktober 2006 Rudebox 1 1 1 1
Singles
1. September 2006 Rudebox 1 5 1 4
11. November 2006 Lovelight 21 30 20 8
18. Februar 2007 Bongo Bong/Je Ne T'Aime Plus (feat. Lily Allen)* 77
23. Februar 2007 She's Madonna 4 14 8 14

 *: Wurde nur in der Schweiz veröffentlicht.

Das Album wurde bis jetzt ca. 2 Millionen Mal verkauft. Die erfolgreichste Single war dabei "She's Madonna" (ein Titel, der auf die Beziehung zwischen Guy Ritchie und Madonna anspielt).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAZ.net: „Robbie Williams: Ich bastele mir eine Band“
  2. Der Spiegel: Die wichtigsten CDs der Woche: Robbie Williams – Rudebox
  3. The Sun: Robbie single worst EVER
  4. Williams' Special Olympics Lyric upsets disabled Artikel auf www.contactmusic.com, 23. Oktober 2006

Weblinks[Bearbeiten]