Ruden (Insel)

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Ruden (Insel)
Blick vom Turm nach Norden über die Insel
Blick vom Turm nach Norden über die Insel
Gewässer Peenestrom
Geographische Lage 54° 12′ 14″ N, 13° 46′ 14″ O54.20388888888913.7705555555563Koordinaten: 54° 12′ 14″ N, 13° 46′ 14″ O
Ruden (Insel) (Mecklenburg-Vorpommern)
Ruden (Insel)
Länge 2,2 km
Breite 390 m
Fläche 0,24 km²
Höchste Erhebung m
Einwohner 2
8,3 Einw./km²
Hauptort Ruden
Lage der Insel Ruden
Lage der Insel Ruden

Der Ruden ist eine Insel in der Mündung des Peenestroms vor der zu Mecklenburg-Vorpommern gehörenden Ostseeküste. Der Ruden befindet sich auf dem südlichen Ende der Greifswalder Boddenrandschwelle, dem Rest eines Endmoränenrückens. Durch die Boddenrandschwelle verlaufen als Fahrrinnen das Landtief nördlich des Rudens und das Osttief östlich und südlich des Rudens. Verwaltungstechnisch gehört die Insel zur Gemeinde Kröslin.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Die flache Insel ist von Nord nach Süd 2,2 Kilometer lang. Die maximale Breite der Insel beträgt 390 Meter. Die Fläche beträgt 24 Hektar. Der südliche Teil mit einer Länge von 1,25 Kilometern ist eine stellenweise nur fünf bis sechs Meter, jedoch nirgends mehr als 40 Meter breite sandige Halbinsel, die durch Betonrippen vor Wellenerosion geschützt wurde. Am südlichen Ende der Insel steht ein 20 Meter hoher Leuchtturm. Hier ist die Insel nur 1,9 Kilometer von der Küste beim Peenemünder Haken entfernt.

Geschichte [Bearbeiten]

Befestigung auf dem Ruden 1730

In der heimatkundlichen Literatur bildete eine angeblich früher bestehende und in der Allerheiligenflut 1304 durch die Ostsee zerstörte Landverbindung vom Ruden zu der zu Rügen gehörenden Halbinsel Mönchgut einen beliebten Stoff, der mit Sagen und Erzählungen ausgeschmückt wurde.[1] Dem liegen Mitteilungen in zwei Stralsunder Chroniken aus dem 15. Jahrhundert zugrunde, wonach dieses Sturmhochwasser in der Greifswalder Boddenrandschwelle eine Fahrrinne namens Neues Tief, später Westertief genannt und bis ins 19. Jahrhundert genutzt, neu geschaffen hat.[1] Später, ab Johann Berckmann und Thomas Kantzow, wurde diese Überlieferung dann im Sinne einer Abtrennung des Rudens von Rügen missverstanden.[1]

Mit dem Namen "Ruden" wurde die Insel erstmals 1618 in der Lubinschen Karte bezeichnet.

Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Ruden von Dänen und Schweden als Zoll- und Lotsenstation genutzt.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Insel durch die Meereserosion ständig, vor allem an der Nordküste, kleiner. Noch um 1700 betrug die Fläche der Insel das Dreifache der heutigen Fläche. Während des Sturmhochwassers von 1872 wurden an der Ostküste etwa 20 bis 26 Meter weggespült. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ruden in zwei Teile zerrissen. Danach begann man ab 1894 mit dem Aufbau eines Schutzwalles, um die Insel als Lotsenstützpunkt zu erhalten. Nach einem weiteren Sturmhochwasser im Jahr 1904, das wiederum Landverluste zur Folge hatte, wurden die Schutzdeiche weiter verstärkt. Heute schützt ein Ringdamm den Nordteil der Insel und im Süden verhindern eingebrachte Betonrippen eine drohende Abspülung.

Nutzung [Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges errichtete die Wehrmacht auf dem Ruden einen Flugbeobachtungsturm, von dem aus die Flugbahnen der in der nahe gelegenen Heeresversuchsanstalt Peenemünde abgeschossenen Raketen beobachtet werden konnten. Zu Zeiten der DDR nutzten Grenzsicherungs-Einheiten der 6. Grenzbrigade Küste (DDR-Volksmarine) den Turm als Funkmessstation zur Verhinderung von Republikfluchten. Es waren ab 1972 etwa 20 Grenzsoldaten dauerhaft auf Ruden stationiert, die auch den Übergang vom Greifswalder Bodden zur freien Ostsee visuell überwachten.

Auf der Insel Ruden werden Bienenvölker gezüchtet, da aufgrund der widrigen Umweltverhältnisse ausgeschlossen werden kann, dass sich die Population mit anderen Bienenvölkern vermischen kann.

Der Ruden gehört seit 1925 zum Naturschutzgebiet „Naturschutzgebiet Peenemünder Haken, Struck und Ruden“. Rechtlich gesehen gehört der Ruden zur Gemeinde Kröslin im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Der Ruden ist eine deutsche Grenzübergangsstelle.

Die Insel, die von derzeit zwei Einwohnern bewohnt wird, verfügt über einen kleinen Hafen, der zumeist von Sportbooten angelaufen wird oder von Tagesausflüglern, die sich mit Ausflugs- oder Fischerbooten aus Karlshagen von der Insel Usedom oder dem Krösliner Ortsteil Freest übersetzen lassen. Jährlich führt das Einwohnerpaar tausende Besucher über die Insel.

Blick auf den Turm. In ihm befindet sich ein kleines Museum.

Literatur [Bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Zwischen Ryck und Ruden. Der sozialistische Aufbau unserer Heimat am Beispiel des KKW "Bruno Leuschner" ... und des "Friedrich-Loefffler-Instituts", Insel Riems - Boddeninseln im Spiegel der Geschichte. Neue Greifswalder Museumshefte, Nr. 3, Greifswald: Museum der Stadt 1978.
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seite 116

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b c Friedrich-Wilhelm Dwars: Der angebliche Landzusammenhang zwischen Rügen und dem Ruden in historischer Zeit und die Entstehung der Einfahrten am Ostrand des Greifswalder Boddens. In: Baltische Studien. Band 45 N.F., 1958, ISSN 0067-3099, S. 9–26.

Weblinks [Bearbeiten]