Rudi Arndt

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Dieser Artikel behandelt den SPD-Politiker Rudi Arndt. Zum gleichnamigen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus siehe Rudi Arndt (Widerstandskämpfer).

Rudi Arndt (* 1. März 1927 in Wiesbaden; † 14. Mai 2004 in der Nähe von Kiew, Ukraine) war ein deutscher Politiker der SPD.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Beruf

Nach dem Abitur an der Frankfurter Helmholtzschule studierte Arndt Rechtswissenschaften. Anschließend ließ er sich als Rechtsanwalt nieder. In seiner Freizeit fuhr er Rallye. Er starb unerwartet während einer Flussfahrt auf dem Dnjepr nahe Kiew.

[Bearbeiten] Partei

In einer 2011 im Auftrag der Fraktion Die Linke im Hessischen Landtag vom Historiker Hans-Peter Klausch veröffentlichten Studie wird Rudi Arndts Mitgliedschaft in der NSDAP offenbart. Laut dieser Studie ist er am 20. April 1944 unter der Mitgliedsnummer 10.163.294 als Mitglied der NSDAP aufgenommen worden.[1] Der Autor der Studie warnt allerdings vor pauschalen Urteilen. Viele, wie der seinerzeit 17-jährige Arndt, seien „in jugendlicher Verblendung nach jahrelanger Indoktrination“ eingetreten und hätten später einen „Gesinnungswandel“ vollzogen.[2]

Arndt trat 1945 der SPD bei. Er war von 1948 bis 1954 Vorsitzender der Sozialistischen Jugend und von 1962 bis 1967 stellvertretender Bezirksvorsitzender der SPD Hessen-Süd. Nach dem Fall der Mauer baute er ab 1989 die thüringische SPD mit auf und war ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer.

[Bearbeiten] Abgeordneter

Arndt war von 1956 bis 1972 Landtagsabgeordneter in Hessen, von 1961 bis 1964 war er dort Vorsitzender der SPD-Fraktion. Von 1979 bis 1989 war er Mitglied des Europäischen Parlaments, wo er von 1984 bis 1989 Vorsitzender der größten Fraktion, der Sozialdemokratischen Fraktion (SPE) war.

[Bearbeiten] Öffentliche Ämter

1953 wurde er Referent für Jugendrecht und Bundesjugendplan im Hessischen Innenministerium.

Von 1964 bis 1970 war Arndt Wirtschafts- und Verkehrsminister der hessischen Landesregierung, von 1970 bis 1972[3] war er hessischer Finanzminister unter Ministerpräsident Albert Osswald.

Nachdem er bereits 16. Dezember 1971 zum Oberbürgermeister von Frankfurt am Main gewählt wurde, trat er am 6. April 1972 sein Amt an[4], das er bis 1977 ausübte.

Als Oberbürgermeister von Frankfurt war er auch verantwortlich für die Baupolitik und damit betroffen vom Häuserkampf, den Bürgerinitiativen und Studenten um die Erhaltung von bedrohtem Wohnraum im Frankfurter Westend führten. Seiner 1965 geäußerten Idee, die zerbombte Alte Oper nicht wieder aufzubauen, sondern sprengen zu lassen, verdankte er den Spitznamen Dynamit-Rudi. Rudi Arndt erklärte später, die Sprengung nie ernsthaft vorgeschlagen zu haben.

[Bearbeiten] Siehe auch

Liste ehemaliger Schüler der Helmholtzschule Frankfurt am Main

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Braunes Erbe – NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987).
  2. Pitt von Bebenburg: Neuanfang mit Alt-Nazis. In: Frankfurter Rundschau, 4. Mai 2011, abgerufen: 24. Mai 2011.
  3. Hessisches Ministerium der Finanzen – Die Finanzminister seit 1945
  4. Dokumentation zur Nachkriegszeit – Oberbürgermeister bis 1971
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