Rudolf Bayer

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Rudolf Bayer (* 3. März 1939) ist ein Informatiker und emeritierter Professor der Technischen Universität München, wo er den Lehrstuhl für Datenbanksysteme und Wissensbasen innehatte.

Bayer entwickelte zusammen mit Edward M. McCreight die Datenstruktur des B-Baumes, die wegen ihrer flachen Anordnung geeignet ist, Zugriffe auf große Index- und Nutzerdatenbestände erheblich zu beschleunigen. Dabei wird das Nadelöhr zwischen flüchtigem Primärspeicher und persistentem Sekundärspeicher (z. B. magnetische Festplatten) vermieden, indem die Anzahl der Sekundärspeicherzugriffe durch geschickte Anordnung der Blätter und Knoten (Astgabeln) minimiert wird. Weiterentwickelte Versionen des B-Baums, wie der B+-Baum (von Bayer ursprünglich B*-Baum genannt) und der Präfix-B+-Baum (von Bayer Präfix-B*-Baum genannt) werden in allen heute gängigen Datenbanksystemen sowie in vielen moderneren Dateisystemen, wie NTFS, Ext3, ReiserFS, XFS und JFS, eingesetzt. Die von Bayer und McCreight entwickelten B-Baum-Algorithmen dürften somit zu den am häufigsten eingesetzten komplexeren Algorithmen gehören.

Rudolf Bayer hat den B-Baum zusammen mit Volker Markl zum patentierten UB-Baum weiterentwickelt, der speziell für mehrdimensionale Bereichsanfragen geeignet ist. Der UB-Baum wurde in das Datenbanksystem Transbase der Firma Transaction Software integriert. Transbase ist der kommerzielle Nachfolger des am Lehrstuhl von Rudolf Bayer entwickelten Datenbankmanagementsystems „Merkur“.

Rudolf Bayer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Firma Transaction Software GmbH.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Edward M. McCreight: Organization and Maintenance of Large Ordered Indexes. In: SIGFIDET Workshop. 1970, S. 107–141.
  • mit Edward M. McCreight: Organization and Maintenance of Large Ordered Indices. In: Acta Informatica. Volume 1, 1972, S. 173–189.

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]