Rudolf Cramer von Clausbruch (Offizier)

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Rudolf Cramer von Clausbruch (* 7. März 1864 auf Rittergut Czernewitz bei Thorn; † 20. August 1916 in Üsküb (Skopje)) war deutscher Offizier.

Familie[Bearbeiten]

Geboren wurde Gustav Rudolf Cramer von Clausbruch als Sohn des Landwirts, Dampfziegeleibesitzers und Amtsvorstehers Albert Wilhelm Cramer von Clausbruch (1829–1908) in Tornschau und seiner Frau Marie Luise, geb. Caesar (1839–1914, Schwester des Rudolf Otto Caesar). Er hatte zwei Schwestern: Marie (1866–1947) und Helene (* 1881) sowie fünf Brüder: Maximilian (1869–1934), Hans (* 1870), Curt (* 1873), Conrad (* 1882) und Richard. Verheiratet war er mit Alexandra, geborene Suhr aus Riga. Ihnen wurden zwei Töchter (Hedwig, * 7. Oktober 1903 und Ruth, verh. Ôvsthus, * 4. März 1905 in Heidelberg) sowie ein Sohn (Albert, * 24. Dezember 1907 in Gumbinnen) geboren.

Weitere Familienmitglieder waren Wolfgang Pohl, Hermann Seeger (Ehemann der Schwester Marie) und Rudolf Cramer von Clausbruch (Neffe).

Leben[Bearbeiten]

Cramer von Clausbruch trat nach dem Besuch des Gymnasiums 1883 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment Graf Tauentzien von Wittenberg (3. Brandenburgisches) Nr. 20 ein, avancierte 1884 zum Fähnrich, 1885 zum Leutnant, 1893 zum Oberleutnant und 1899 zum Hauptmann und Kompaniechef. Mit dem 6. Mai 1900 schied er aus der Königlich Preußischen Armee aus und trat zur Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun über. Hier wurde er als Leiter der Militärstation Joko eingesetzt.

Von Bedeutung war sein gegen die ausdrückliche Anweisung des Gouverneurs Jesko von Puttkamer durchgeführter Zug nach dem Hochland von Adamaua. Er besetzte am 28. August 1901 Ngawndere (Ngaoundéré) und marschierte, auf die Nachricht von der Vertreibung des Amir Djubayru von Adamawa durch die Briten, gegen Garua (Garoua), wo er den Truppen des Amir eine schwere Niederlage beibrachte. Gouverneur von Puttkamer berief ihn unmittelbar darauf zurück. Cramer von Clausbruchs eigenmächtiger Adamawa-Zug leitete die Eroberung Nordkameruns durch die deutschen Schutztruppe ein und war damit von herausragender Bedeutung für die weitere Entwicklung der deutschen Kolonie.

1902 wurde er wieder in die preußische Armee (Grenadier-Regiment „Kaiser Wilhelm I.“ (2. Badisches) Nr. 110) in Heidelberg eingereiht. 1906 wurde er für ein Jahr nach Russland beurlaubt, 1907 als Kompaniechef in das Füsilier-Regiment Graf Roon (Ostpreußisches) Nr. 33 in Gumbinnen (Provinz Preußen) versetzt und unter dem 16. Juni 1911 zum Major beim Stab ernannt.

Noch im gleichen Jahr erfolgte die Versetzung zum Stab des Infanterie-Regiments Nr. 45, am 27. Januar 1913 wurde er zum Bataillonskommandeur des Infanterie-Regiments Graf Dönhoff (7. Ostpreußisches) Nr. 44 in Goldap ernannt.

Am Ersten Weltkrieg nahm er, ab 1916 als Oberstleutnant, als Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 44, des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 49 und zuletzt des Infanterie-Regiments Nr. 146, u.a. auf dem Balkan teil. Er starb im Kriegslazarett Üsküb (Skopje) in Mazedonien an Typhus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Florian Hoffmann: Okkupation und Militärverwaltung in Kamerun. Etablierung und Institutionalisierung des kolonialen Gewaltmonopols 1891–1914. Göttingen 2007.