Rudolf Dassler

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Rudolf Dassler (* 26. März 1898 in Herzogenaurach; † 27. Oktober 1974 ebenda) war ein deutscher Unternehmer. Er war Gründer des Sportartikelherstellers Puma und der ältere Bruder des Gründers von Adidas, Adolf Dassler.

Leben[Bearbeiten]

Zusammen mit seinem Bruder gründete Rudolf Dassler vor dem Zweiten Weltkrieg die Schuhfabrik „Gebrüder Dassler“, die sehr erfolgreich wurde. Im Mai 1933 wurde Dassler Mitglied der NSDAP. Später räumte er ein, die Partei bereits 1932 aus wirtschaftlichen Erwägungen gewählt zu haben. Dassler wurde anlässlich der totalen Mobilmachung im März 1943 nach Glauchau eingezogen und im April zum Innendienst bei der Reichsfinanzverwaltung in Łódź versetzt. Im Januar 1945 floh er vor der Roten Armee zurück nach Herzogenaurach. Noch im April wurde er von der Gestapo wegen Fahnenflucht verhaftet, weil er der Einberufung zum Reichssicherheitsdienst nicht gefolgt war. Beim Transport ins KZ Dachau wurde er von amerikanischen Soldaten zunächst befreit. Rudolf Dassler kam anschließend jedoch für ein Jahr in ein amerikanisches Gefangenenlager in Hammelburg. Ihm wurde vorgeworfen, für die Spionageabwehr, den Sicherheitsdienst und die Zensur gearbeitet zu haben. Die Amerikaner sollen ihm erzählt haben, dass er aus seinem eigenen nahen Umfeld denunziert worden sei. In Rudolf Dassler kam der Verdacht auf, dass sein Bruder Adolf der Denunziant gewesen sein könnte, um ihn aus dem Unternehmen zu drängen: Dieser hatte dort seine Hausmacht seit 1943 ausgebaut und keinen Versuch unternommen, seinem internierten Bruder zu helfen.

Spaltung des Unternehmens[Bearbeiten]

Bereits zuvor hatte es immer wieder Spannungen und Auseinandersetzungen gegeben, an denen auch die Ehefrauen beteiligt waren. Am 31. Juli 1946 kam Rudolf Dassler aus der Gefangenschaft frei. Von diesem Zeitpunkt an bekriegten sich die beiden Brüder Rudolf und Adolf Dassler bis zu ihrem Tod und die Nachkommen darüber hinaus. Nach seiner Entlassung soll Rudolf seinerseits Adolf bei den Militär-Behörden denunziert haben. Da diese nicht zu entscheiden vermochten, wer log und wer die Wahrheit sagte, ließen sie die beiden, nachdem sie zunächst als „Belastete“ eingestuft worden sind, einige Monate später laufen. Beide Brüder beschlossen danach rasch, das Unternehmen aufzuteilen. So kommt es, dass zwei der größten Sportartikel-Hersteller der Welt ihren Firmensitz nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt haben. Rudolf Dassler wollte seine Firma zunächst „Ruda“ (Initialen Rudolf Dassler) nennen, doch wurde er umgestimmt, und seitdem heißt das Unternehmen Puma.

1970 weitete sich der Bruder-Krieg zum Söhne-Krieg aus. Der Streit der Söhne Horst Dassler (Sohn von Adolf Dassler) und Armin Dassler (Sohn von Rudolf Dassler) begann 1970. Die Väter hatten in den Jahren zuvor Absprachen getroffen, was die Vertragsschließung mit Sportlern und Vereinen anbelangte. Beim brasilianischen Fußballspieler Pelé hatten sie eine Art Friedensabkommen geschlossen. Entgegen diesem sogenannten Pelé-Pakt nahm Armin Dassler jedoch Pelé für Puma unter Vertrag. Dies war der Beginn des Söhne-Kriegs. Adolf und Rudolf Dassler sollen jahrzehntelang bis zum Tod kein Wort miteinander gesprochen haben. Zu Rudolfs Tod 1974 um eine Würdigung gebeten, verweigerte die Familie seines Bruders „aus Gründen der Pietät“ jeglichen Kommentar.

Entwicklung[Bearbeiten]

Rudolf Dassler leistete einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Fußballschuhe: Er entwickelte die ersten serienreifen Schraubstollenschuhe. Für die Herstellung zog der Puma-Gründer zahlreiche Fußballexperten wie den Nationaltrainer Sepp Herberger hinzu. Nachdem er im Jahr 1949 mit der Entwicklung begonnen hatte, erfolgte die erste Auslieferung der Schraubstollenschuhe („Super Atom“) zum Start der deutschen Fußballsaison 1952/53. In dieser Saison trugen zahlreiche Einzelspieler deutscher Clubs wie Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart und 1. FC Kaiserslautern das neue Modell. Darunter waren auch die späteren Nationalspieler Horst Eckel und Werner Liebrich. Bereits in der folgenden Fußballsaison 1953/54 kam eine weiterentwickelte Version der Schraubstollenschuhe unter dem Namen „Brasil“ auf den Markt. Insgesamt acht Spieler der Elf von Hannover 96 trugen im siegreichen Endspiel am 23. Mai 1954 um die Deutsche Meisterschaft die neuen Fußballschuhe.

Unter seiner Regie blieb das Unternehmen nur ein kleines Provinzunternehmen. Erst unter seinem Sohn Armin Dassler wurde der Weltruf von Puma begründet. Rudolf Dassler starb am 27. Oktober 1974 im Alter von 76 Jahren an Lungenkrebs.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen für NS-Zeit und Bruder-Krieg[Bearbeiten]