Rudolf Eberhard (CSU)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rudolf Eberhard (* 1. November 1914 in Nürnberg; † 26. Dezember 1998 in München) war ein deutscher Politiker und Volkswirt. Den Krieg erlebte er bis 1945 als Infanterist an der Front, zuletzt als Hauptmann d.R.. Seine politische Laufbahn begann er 1947 als Landrat des Landekreises Ebermannstadt. Als Abgeordneter der CSU gehörte er von 1950 bis 1974 dem Bayerischen Landtag an. Von Oktober 1957 bis Juni 1964 diente er in den Kabinetten von Hanns Seidel, Hans Ehard und Alfons Goppel als Bayerischer Finanzminister. Von Ende 1958 an war er zudem stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident.

In seiner Zeit als Staatsminister der Finanzen lag ihm die Verbesserung der Finanzkraft der Gemeinden und Kreise besonders am Herzen. Dies verwirklicht er durch den nach ihm benannten Eberhard-Plan.

Nach dem Rücktritt von seinen politischen Ämtern stand er von 1964 bis 1970 an der Spitze der Bayerischen Staatsbank.

Eberhard studierte von 1935 bis 1939 Rechts- und Staatswissenschaften und schloss sein Studium mit der ersten juristischen Staatsprüfung und einem Diplom als Volkswirt ab. Im Anschluss wurde er in die Wehrmacht einberufen und diente, zuletzt im Rang eines Hauptmanns, an der Front. Nach Kriegsende widmete er sich seiner politischen Laufbahn. 1947 wurde er zum Landrat des oberfränkischen Landkreises Ebermannstadt gewählt und zog nach der Landtagswahl am 26. November 1950 als Abgeordneter erstmals in den Bayerischen Landtag ein. Dort wurde der evangelisch-liberal geprägte Eberhard im Juni 1951 zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. 1954 übernahm er auch den Posten eines der stellvertretenden Landesvorsitzenden seiner Partei.

Nach dem Scheitern der von Wilhelm Hoegner geführten Mehrparteienkoalition holte der neu gewählte Ministerpräsident Hanns Seidel Eberhard als Finanzminister in sein Kabinett. Er blieb auch nach den Rücktritten von Seidel und dessen Nachfolger Ehard in diesem Amt. In einer Phase wirtschaftlicher Hochkonjunktur prägte er das Amt nachhaltig. Er verteidigte vehement die Steuereinnahmen der Länder gegenüber dem Bund und verhalf den bayerischen Kommunen zu größerer finanzieller Selbständigkeit. Im Herbst 1963 kündigte Eberhard den Rücktritt von seinen politischen Ämtern zum 30. Juni des nächsten Jahres an, um an die Spitze der Bayerischen Staatsbank zu wechseln.

Neben seinen politischen Tätigkeiten engagierte er sich für die Belange des Fremdenverkehrs und diente lange Jahre als Präsident des Deutschen Fremdenverkehrsverbands und der Deutschen Zentrale für Fremdenverkehr.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)