Rudolf Franke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rudolf Franke (Begriffsklärung) aufgeführt.

Rudolf Franke (* 24. Juni 1870 in Hannover; † 11. Dezember 1962 in Bückeburg; vollständiger Name Rudolf Heinrich August Philipp Franke) war ein deutscher Ingenieur.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Rudolf Franke war 1894 ein Jahr lang Assistent am Elektrotechnischen Institut der TH Hannover. 1896 promovierte er an der Universität Rostock. Im folgenden Jahr erlangte er seine Habilitation an der TH Braunschweig. Ab 1898 hielt er als Privatdozent an der TH Hannover Vorlesungen im Lehrgebiet „Elektrische Kraftübertragung und Wechselstrommaschinen“. 1906 wurde er Vorstandsmitglied der Firma Mix & Genest Telephon- und Telegrafen-Werke in Berlin-Schöneberg. Ab 1907 war er an der TH Berlin Privatdozent für Instrumente- und Apparatebau.

Bis 1900 hatte er eine Messmethode mit Kompensationsapparat ausgearbeitet, die die Normalelemente nicht mit starker Stromentnahme belastet.

1909 legte er eine vom VDE unterstützte Denkschrift vor „betr. die Einrichtung eines Lehrplans für Schwachstromtechnik an der Kgl. TH zu Charlottenburg“, in der er vorschlug, anstelle Schwachstromtechnik den Begriff Fernmeldetechnik zu verwenden, um sich vom Starkstrom stärker abzugrenzen.

Das Vorlesungsverzeichnis des Wintersemesters 1911/1912 nannte erstmals eine Vorlesung „Fernmeldetechnik“. Seit der Jahrhundertwende bildeten zwei Fachgebiete die Nachrichtentechnik: die Telegrafie, die sich zur Fernmeldetechnik entwickelte, und die Funkentelegrafie, die sich zur Hochfrequenztechnik entwickelte.

Franke wurde am 23. März 1910 Dozent für „Elektrische Schwachstromanlagen“ an der TH Berlin. Drei Monate später erhielt er den Titel Professor.

1911 wurde er Vorstandsvorsitzender von Mix & Genest. An der TH Berlin hörte er von Karl Strecker, dass an der Schwachstromtechnik wenig Interesse bestehe.

1912/13 wurden die Dozenturen Frankes für „Elektrische Schwachstromanlagen“ und Streckers für „Elektrotelegraphie“ zur Dozentur „Elektrische Fernmeldetechnik“ zusammengelegt. Der preußische Landtag bewilligte jedoch die ordentliche Professur für Schwachstromtechnik nicht.

Nach dem Ersten Weltkrieg waren an der TH Berlin mehr als die Hälfte aller Elektrotechnik-Studenten Studierende der Fernmeldetechnik. Der Nachwuchs der Reichspost für die 1922 geschaffene Laufbahn des höheren fernmeldetechnischen Dienstes bestand im Wesentlichen aus Franke-Schülern.

1921 wurde Franke außerplanmäßiger Professor für Fernmeldetechnik und Feinmechanik und am 9. November 1922 ordentlicher Professor für Fernmeldetechnik, Werk- und Gerätebau. Am 30. Juni 1935 wurde er emeritiert. Sein Lehrstuhl für Fernmeldetechnik wurde aufgeteilt in die Fachrichtungen „Hochfrequenztechnik“ und „Fernmeldetechnik“.

Von 1934 bis 1938 war Franke Vorsitzender der wissenschaftlichen Abteilung des VDI.

1937 zog er nach Bückeburg um.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Goebel: Rudolf Franke, Der Schöpfer der Fernmeldetechnik. Archiv für das Post- und Fernmeldewesen 2, Nr. 8, 1950, S. 659–660.

Weblinks[Bearbeiten]