Rudolf Hagelstange

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Rudolf Hagelstange auf der Frankfurter Buchmesse 1977

Rudolf Hagelstange (* 14. Januar 1912 in Nordhausen; † 5. August 1984 in Hanau) war ein deutscher Schriftsteller.

Hagelstange besuchte das humanistische Gymnasium in Nordhausen, studierte von 1931 bis 1933 Philologie in Berlin und war von 1936 bis 1938 Volontär bei der Nordhäuser Zeitung. 1938 wurde er Mitteldeutscher Meister im Stabhochsprung.

1939 besuchte er die Reichspresseschule. Während des Zweiten Weltkrieges war er bei der Nachrichtentruppe, 1944 Kriegsberichterstatter in Frankreich und Italien. Als er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam, veröffentlichte er seinen ersten großen Gedichtband mit 35 Sonetten: Venezianisches Credo. Sein Werk ist breit gefächert; er war als Herausgeber, Lyriker, Romancier und Essayist tätig.

Zeichnung von Joachim Lutz 1949

Daneben vertrat er auf vielen Auslandsreisen die deutsche Nachkriegsliteratur. Zusammen mit Hans Erich Nossack war Hagelstange 1961 als Repräsentant der bundesdeutschen Schriftsteller auf der Feier zum 100. Geburtstag von Rabindranath Tagore in Neu-Delhi. Als Chronist der Olympischen Spiele fuhr er 1960 nach Rom und 1964 nach Tokio. In den 1980er Jahren stand er dem Bundesverband Deutscher Autoren vor. Heute trägt die Stadtbibliothek in Nordhausen seinen Namen. Von 1971 bis zu seinem Tod im Jahre 1984 lebte er in Erbach (Odenwald) und ist dort auch beerdigt worden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

In Hanau, wo er bei einem Aufenthalt im Gartenhaus einer Freundin starb, wurde ein Weg nach ihm benannt.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Ich bin die Mutter Cornelias: Erzählung. Zeichnungen Friedrich Graf, Verlag Haacke, Nordhausen 1939
  • Es spannt sich der Bogen: Gedichte. Erste Auflage Rupert-Verlag, Leipzig 1943. Gedruckt bei Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig 1943. Weitere Auflagen erfolgten nach 1945.
  • Allegro - Ein italienischer Bilderbogen mit Versen. Helmut Bibow mit Versen von Rudolf Hagelstange. Hrsg.: Einheit 43402. Im Rahmen der Truppenbetreuung bei Mona, erschienen bei Mondadori, Verona 1944. Im seit 8. September 1943 von den Deutschen besetzten Italien erschienen.
  • Venezianisches Credo - Sonette. Officina Bodoni, Verona 1945. Diese Auflage war offensichtlich noch vor Ende des Krieges im besetzten Italien erschienen.
  • Venezianisches Credo - Sonette. Erstausgabe in Deutschland, Insel Verlag, Leipzig 1946
  • Meersburger Elegie. Erschienen im Tschudy-Verlag St. Gallen 1950 mit Zeichnungen von Fritz Deringer
  • Ballade vom verschütteten Leben. Wiesbaden, Insel Verlag 1952 (1959: Insel-Bücherei 687/1)
  • Altherrensommer (1969), als Taschenbuch: dtv, München 1972, ISBN 3-423-00812-1
  • Spielball der Götter (ausgezeichnet mit dem Julius-Campe-Preis)
  • Bei den schwarzen Baptisten
  • Venus im Mars
  • Der große Filou (1976)
  • Der General und das Kind
  • Der schielende Löwe oder How do you like America?
  • Tränen gelacht
  • Reisewetter
  • Das Haus oder Balsers Aufstieg
  • Der Niedergang oder von Balsers Haus zum Käthe-Kollwitz-Heim
  • Zeit für ein Lächeln
  • Es war im Wal zu Askalon
  • Die Puppen in der Puppe (1963)
  • Die letzten Nächte
  • Alleingang
  • Menschen und Gesichter (1982)

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Hagelstange. Der Schriftsteller und Dichter aus Nordhausen am Harz. Ein Lesebuch, Herausgeberin Stadt Nordhausen[1], le petit verlag & agentur
  • René Wintzen: Rencontre avec Rudolf Hagelstange, in Roland Mager Hg., Zs. Documents. Revue mensuelle des questions allemandes. Rottweiler Verlagsdruckerei, Rottweil, April 1953. S. 289–416 (französisch)
  • Rudolf Hagelstange, in Internationales Biographisches Archiv 41/1984 vom 1. Oktober 1984, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolf Hagelstange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wikipedia-Korrektur: Rudolf Hagelstange "war nicht in der SS", Artikel in der Online-Ausgabe des Darmstädter Echos vom 12. Januar 2012