Rudolf Lehmann (Maler)

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Rudolf Lehmann, Selbstporträt (1896)

Wilhelm August Rudolf Lehmann (* 19. August 1819 in Ottensen bei Hamburg; † 27. Oktober 1905 in Bournemede (Bushey, England) war ein deutsch-englischer Maler.

Lehmann war der Sohn von Leo Lehmann; der Maler Henri Lehmann war sein älterer Bruder. Mit 16 Jahren ging Lehmann 1835 nach Paris und wurde dort für zwei Jahre der Schüler an der École des Beaux-Arts; u.a von seinem Bruder Heinrich (Henri). Ende 1837 kehrte Lehmann nach Deutschland zurück und ließ sich in München nieder.

Dort wurde er zwischen Frühjahr 1838 und Herbst 1839 Schüler in den Ateliers von Peter von Cornelius und Wilhelm von Kaulbach. Unterstützt durch seine Lehrer unternahm Lehmann im November 1839 eine Studienreise nach Rom, von der er im November 1846 wieder zurückkehrte.

1850 ging Lehmann nach London und ließ sich dort als freischaffender Maler nieder. Bereits 1851 wurde er aufgefordert, sich an den großen jährlichen Ausstellungen der Royal Academy of Arts zu beteiligen. Zwischen 1855 und 1859 weilte Lehmann wieder in Rom um die Antike zu studieren.

Lehmanns dritte Romreise fand zwischen 1863 und 1864 statt. Ein großer Schwerpunkt im künstlerischen Schaffen Lehmanns waren seine Schilderungen des täglichen Lebens in Rom und Umgebung. Daneben war Lehmann als Porträtist ein gefragter Künstler; die Schriftsteller Robert Browning, Ferdinand Gregorovius und Alphonse de Lamartine, die Maler Peter von Cornelius und Adolph Menzel, die Politiker William Ewart Gladstone und Frederick Lygon 6th Earl Beauchamp, die Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Leopold von Ranke, die Musiker Frédéric Chopin, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer u.v.a. saßen ihm Modell.

1895 veröffentlichte Lehmann in London seine Memoiren An artist's reminiscences. 1904 beteiligte sich Lehmann zum letzten Mal an einer Ausstellung der Royal Academy. Im darauffolgenden Jahr starb er im Alter von 86 Jahren am 27. Oktober in Bournemede bei Bushey.

Werke (Bilder)[Bearbeiten]

  • Sixtus V. segnet die Pontinischen Sümpfe (1847)
  • Wallfahrerin aus den Abruzzen in der Campagna
  • Ziegenhirtin der Abruzzen
  • Haydée und Graziella
  • Früher Morgen in den Pontinischen Sümpfen
  • Ave Maria
  • Alexander von Humboldt (1848, Porträt)

Werke (Literatur)[Bearbeiten]

  • Erinnerungen eines Künstlers. Hofmann, Berlin 1896, OCLC 2808277.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tino Mager: "Lehmann, (Wilhelm August) Rudolf", in: Savoy, Bénédicte und Nerlich, France (Hg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793-1843, Berlin/Boston 2013, S. 172–174.
  • Henri C. Marillier (Hrsg.): Men and women of the century. Bell & Sons, London 1896, OCLC 316588143.
  • Gustav Pauli: Die Hamburger Meister der guten alten Zeit. Hyperion Verlag, München 1925, DNB 36127601X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolf Lehmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien