Rudolf Viest

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Porträt aus dem Fotostudio Langhans

Rudolf Viest (* 24. September 1890 in Revúca, Slowakei (damals Österreich-Ungarn); † 1945 im KZ Flossenbürg) war ein tschechoslowakischer Divisions-General slowakischer Volkszugehörigkeit. Er war Oberbefehlshaber der Partisanen-Armee im Slowakischen Nationalaufstand und einziger General slowakischer Volkszugehörigkeit in der Armee der Ersten Tschechoslowakischen Republik (1918–1938).

1920 bis 1939 diente er als Offizier in verschiedenen Positionen und Funktionen. Zum Brigadegeneral wurde er 1933 befördert, zum Divisions-General, eine Rangbezeichnung in ostmitteleuropäischen Armeen vergleichbar dem früheren Generaloberst oder einem heutigen Viersternegeneral, im Jahr 1938.

1939 gehörte er zu einer Gruppe antifaschistischer Offiziere in der Slowakischen Armee, welche die Aufspaltung der Tschechoslowakei in das Protektorat Böhmen und Mähren und die Slowakei ablehnte. Er hielt Kontakt mit der Tschechoslowakischen Exil-Regierung in London. Am 29. August 1939 emigrierte er über Ungarn nach Frankreich, wo er Mitglied des Tschechoslowakischen National-Komitees in Paris und Oberbefehlshaber der Tschechoslowakischen Armee im Exil wurde. Seit dem 1. Januar 1940 war er Befehlshaber der 1. Tschechoslowakischen Division in Frankreich. Nach der Besetzung Frankreichs im Juni 1940 begab er sich nach England und wurde Minister in der Tschechoslowakischen Exilregierung. Viest war ein Bewunderer von Edvard Beneš.

Im August 1944 flog Viest mit einer tschechoslowakischen Regierungs-Delegation in die Sowjetunion. Von Moskau aus erreichte er am 6. Oktober 1944 Banská Bystrica und übernahm von Ján Golian, mit dem er als seinem Adjutanten weiter vertrauensvoll zusammenarbeitete, am nächsten Tag für die letzten Wochen den Oberbefehl der aufständischen Einheiten. Er war auch Präsident des Rates für die Verteidigung der Slowakei. Jedoch hatte sich die militärische Lage der Rebellen-Armee bereits zu verschlechtern begonnen.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 1944, angesichts der endgültigen Niederlage, forderte Viest in Donovaly die verbliebenen versprengten Truppenreste auf: „Boj za slobodu Česko-Slovenska sa nekončí, bude pokračovať v horách“ – frei übersetzt: „Der Kampf für die Freiheit der Tschechoslowakei ist nicht zu Ende, er wird in den Bergen fortgesetzt.“

Viest und Golian wurden vom deutschen Sondereinsatzkommando 14 am 3. November in Pohronský Bukovec im Okres Banská Bystrica gefangen genommen. Über Berlin ins KZ Flossenbürg in der Oberpfalz verbracht, wurden beide nach Folterungen 1945 hingerichtet.

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