Rudolf von Roth

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Rudolf von Roth

Rudolf von Roth (* 3. April 1821 in Stuttgart als Walter Rudolph Roth; † 23. Juni 1895 in Tübingen) war ein deutscher Indologe und Religionswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Rudolf von Roth studierte in Tübingen (bei Heinrich Ewald), Berlin und Paris (unter Eugène Burnouf) sowie in London, wo er in der Handschriftensammlung des East India House den Stoff zu seinen Arbeiten über älteste Sanskritliteratur sammelte, habilitierte sich 1845 in Tübingen und wurde dort 1848 zum Extraordinarius und 1856 zum ordentlichen Professor für den indischen Zweig der orientalischen Sprachen ernannt und zusätzlich zum Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek.[1] Sein Programm von der Verbindung von Indologie und allgemeiner Religionsgeschichte wurde Kennzeichen des Tübinger Lehrstuhls. 1861 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Er gilt als einer der Begründer der modernen Vedaforschung. Eine seiner herausragendsten Leistungen ist sicherlich die Mitarbeit an dem monumentalen, epochemachenden Petersburger Wörterbuch.

Im Jahr 1872 wurde er mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens der Württembergischen Krone ausgezeichnet[2], das mit dem persönlichen Adelstitel verbunden war. 1891 erhielt er das Kommenturkreuz dieses Ordens.

Als Student wurde er Mitglied der Tübinger Königsgesellschaft Roigel.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Oldenberg: Vedaforschung. Stuttgart, Berlin 1905, S. 5 ff.
  • Heinrich von Stietencron: Attraktion und Ausstrahlung. Das Wirken Rudolf von Roths. In: Heidrun Brückner [u.a.] (Hrsg.): Indienforschung im Zeitenwandel. Analyse und Dokumente zur Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen. Tübingen: Attempto 2003, ISBN 3-89308-345-6, S. 77-90
  • Ernst Windisch: Geschichte der Sanskrit-Philologie und indischen Altertumskunde. 1., 2. Teil sowie nachgelassene Kapitel des 3. Teils. Berlin, New York 1992, ISBN 3-11-013013-0, Kapitel 35 (S. 254 ff.)
  • Zeller, Gabriele (Bearb.): Rudolf von Roth: 1821 - 1895. Die weite Welt nach Tübingen geholt. Texte und Materialien einer Ausstellung anlässlich des 100. Todestages ... vom 23. Juni bis 15. August 1995. Wiesbaden: Harrassowitz 1996, ISBN 3-447-03789-X

Lexikonartikel

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe: Ulrich Nanko: Zur Geschichte des Lehrstuhls für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Tübingen (1848-1945). In: Heidrun Brückner [u.a.] (Hrsg.): Indienforschung im Zeitenwandel. Analyse und Dokumente zur Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen. Tübingen: Attempto 2003, ISBN 3-89308-345-6, S. 66 ff.
  2. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1877, S. 29

Weblinks[Bearbeiten]