Rudolph Logistik Gruppe

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Rudolph Logistik Gruppe
Rudolph Logistik Gruppe-Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1946
Sitz Baunatal, Deutschland
Leitung Torsten Rudolph
Mitarbeiter ca. 2.200
Umsatz 225 Mio. € (2012)
Branche Logistikdienstleister
Website www.rudolph-log.com

Die Rudolph Logistik Gruppe ist ein international tätiger Logistikdienstleister.

Allgemein[Bearbeiten]

Die Rudolph Logistik Gruppe ist ein weltweit agierender Logistikdienstleister, dessen Hauptsitz in der Mitte Deutschlands in Baunatal liegt. Rudolph zählt heute 36 Standorte in Deutschland, Europa und auf der Arabischen Halbinsel. Die Unternehmensgruppe setzt sich aus mehreren kleineren Firmen zusammen und konzentriert sich auf die Geschäftsfelder Automotive Logistik, Systemverkehre, Industrielogistik, Fulfillment und Konsumgüterlogistik

Geschichte[Bearbeiten]

Am 13. November 1946 setzte Justus Rudolph mit der Gründung eines Transportunternehmens in Guntershausen den Grundstein für die Rudolph Logistik Gruppe. Besonders die ersten Jahre waren beschwerlich, denn im damaligen Nachkriegsdeutschland war die Beschaffung von geeigneten Fahrzeugen, Öl und Diesel nahezu unmöglich. Die Söhne Hans und Karl unterstützten ihren Vater und bauten aus Altbeständen einen LKW mit Holzvergaser zusammen. Ein Jahr später traten sie offiziell in das Unternehmen ein. In den ersten Jahren lag der Fokus des damaligen Kleinunternehmens auf der Bauindustrie. Ein wegweisender Schritt war 1957 der Beginn der Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie. Rudolph & Söhne übernahm die Gebietsspedition für Volkswagen für den Raum Nordhessen, Südniedersachsen und Teile Ostwestfalens. Ein Sammelgutgeschäft entstand als weiteres Geschäftsfeld und entwickelte sich zum zweiten Standbein.

1969 ging Justus Rudolph in den Ruhestand und überließ seinen Söhnen die Unternehmensführung. Diese brachten in den kommenden Jahren ihre Söhne Jürgen Rudolph und Werner Rudolph mit in das Unternehmen. Außerdem stieg Gottfried Kretschmar, der Schwiegersohn von Hans Rudolph, ebenfalls in das Geschäft ein. Nach ein paar Jahren einigten sich die drei auf eine effiziente Arbeitsteilung: Während Jürgen Rudolph den Schwerpunkt Transport übernahm, kümmerte sich Werner Rudolph um das Sammelgutgeschäft und Gottfried Kretschmer widmete sich den Finanzen, der Verwaltung und dem Personal.

Zu Beginn der 70er Jahre entstanden immer wieder neue Standorte. Rudolph Logistik wurde international und breitete sich über die Grenzen Deutschlands aus. Den Anfang bildeten Transporte nach Belgien. Lieferungen nach Antwerpen, Transporte ab Petras in Griechenland oder Fahrten nach Sarajewo und Brüssel folgten kurze Zeit später.

Im Jahr 1983 verstarb Hans Rudolph. Jürgen Rudolph, Werner Rudolph und Gottfried Kretschmer übernahmen die Unternehmensführung, und im Zuge dessen änderte sich auch die Unternehmensstruktur. Aus der zuvor bestehenden OHG entstand die Rudolph & Söhne Internationale Spedition GmbH & Co. KG.

Mit der Übernahme von vier Niederlassungen des LOG SPED-Verbundes 1997 verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl über Nacht auf 800. Diese Übernahme stärkte besonders den Geschäftszweig Automotive und legte den Grundstein für den neuen Geschäftsbereich Konsumgüter.

Im Jahre 2000 gründete Rudolph zusammen mit Hellmann Worldwide Logistics unterschiedliche Joint Ventures und realisierte verschiedene Automobillogistikprojekte in Großbritannien. Betriebsstätten in Luxemburg und Portugal folgten. Durch die verstärkte Ausbreitung des Onlinehandels entstand das neue Geschäftsfeld Fulfillment.

In Zusammenarbeit mit Audi Volkswagen Middle East (AVME) und dem Joint-Venture-Partner Hellmann Worldwide Logistics eröffnete Rudolph 2007 ein neues Logistikzentrum in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate). Außerdem stieg Torsten Rudolph – Urenkel des Firmengründers Justus Rudolph – in das Unternehmen ein und wurde gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Rudolph zum geschäftsführenden Gesellschafter der Rudolph Logistik Gruppe. Ende 2008 zog sich Werner Rudolph nach und nach aus seinen Funktionen zurück.

In den ersten Jahren widmete sich Torsten Rudolph dem Umbau der Unternehmensorganisation. 2008 strukturierte sich das Unternehmen standortübergreifend nach Geschäftsfeldern. Die Schwerpunkte bilden die fünf Bereiche Automotive Logistik, Systemverkehre, Industrielogistik, Fulfillment und Konsumgüterlogistik.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Automotive-Logistik[Bearbeiten]

Im Geschäftsfeld Automotive konzentriert sich die Rudolph Logistik Gruppe auf den Aufbau und den Betrieb von Lieferanten-Logistik-Zentren.[1] Zu dem übernimmt sie unterschiedliche Warehousing-Aufgaben und bietet JIT- und JIS-Belieferung bis zum Verbauort an. Auch Warenkorb- und Setbildung, Werklogistik sowie innerbetriebliche Transporte und Leergutmanagement gehören zu ihrem Leistungsrepertoire. Neben den sogenannten Kernkompetenzen bietet das Unternehmen zudem auch unterschiedliche Mehrleistungen, wie beispielsweise Vormontagen, Fertigungsaufgaben, CKD-Abwicklung, Qualitätskontrollen und Umpack- und Verpackungsarbeiten.

Systemverkehre[Bearbeiten]

Beschaffungs- und Distributionslogistik bilden die Kernaufgabe des Geschäftsfeldes Systemverkehr. Im Bereich der Beschaffungslogistik bietet Rudolph Teil- und Komplettladungsverkehre, Milk-run-Konzepte, Konsolidierung/Dekonsolidierung, sowie JIT- und JIS-Transporte. Im Bereich der Distributionslogistik liegt der Fokus auf der Händler-Ersatzteilversorgung. Rudolph Logistik agiert europaweit, mit Hilfe eines modernen, skalierbaren Flottenmanagement. Das Unternehmen verfügt über eine eigene Flotte, sowie zahlreiche Festcharter-Flotten. Unter anderem werden Telematiksysteme genutzt, die eine Echtzeitortung der Fahrzeuge, Elektronische Auftragsübermittlung und die Navigation ermöglichen.

Konsumgüter-Logistik[Bearbeiten]

Im Konsumgüterbereich stellt Rudolph die Verbindung zwischen Produzenten und Handel her. Wichtige Aufgaben in diesem Bereich sind Warehousing, Kommissionierung, Produktionsentsorgung und Konfektionierungen von Aktionswaren und Displays. Die Erweiterung des Aufgabengebietes stellt die Entwicklung von Verpackungen, die Qualitätskontrollen oder das Retourenmanagement dar. Kunden im Konsumgüterbereich sind beispielsweise Alnatura, Heinz Ketchup und Hipp.[1]

Industrielogistik[Bearbeiten]

Im Industriebereich bildet Rudolph einen Teil der Supply Chain. Die Aufgaben konzentrieren sich auf die Sicherstellung der Materialverfügbarkeit, der Warenverteilung und der Prozessstabilität. Spezifisch für jeden Kunden werden Best-Practice-Lösungen erarbeitet und verschiedene IT-Systeme genutzt.

Fulfillment[Bearbeiten]

Versandhändler wie Manufactum,[1] Onlineshops, aber auch Direktvertriebe nehmen Fulfillmentleistungen in Anspruch. Ein Dreh- und Angelpunkt liegt in der Erarbeitung von Konzepten, die genau auf die individuellen Anforderungen der unterschiedlichen Kunden angepasst werden müssen. Zum angebotenen Leistungsrepertoire gehören z. B. Auftragsmanagement über kundenindividuelle Portallösungen, Schnittstellen zu kundeneigenen Shop- oder Warenwirtschaftssystemen, Lagerung nach produktspezifischen Erfordernissen, sowie die Kommissionierung und Konfektionierung. Dazu kommen noch unterschiedliche zusätzliche Leistungen, wie z. B. Geschenkverpackung, Preisauszeichnung, Labeling oder unterschiedliche Qualitätskontrolle.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rudolph Logistik schafft über 800 neue Stellen, HNA, 7. November 2012