Rudolph Suhrlandt

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Selbstbildnis in Rom, 1810

Rudolph (Friedrich Carl) Suhrlandt (* 19. Dezember 1781[1] in Ludwigslust; † 2. Februar 1862 in Schwerin) war ein bedeutender Porträtmaler und Lithograf seiner Zeit.

Biografie[Bearbeiten]

Suhrlandt war ein Sohn von Johann Heinrich Suhrlandt, eines Hofmalers des mecklenburgischen (Groß-) Herzogs Friedrich Franz I. Er begann seine Ausbildung zunächst unter Anleitung seines Vaters und besuchte ab dem Jahre 1799 auf Empfehlung von Christian Daniel Rauch und mit einem fürstlichen Stipendium unterstützt die Kunstakademie in Dresden. Dort waren unter anderem Johann Eleazar Zeissig, genannt Schenau, Jakob Crescenz Seydelmann, Johann David Schubert (1761–1822) und Josef Maria Grassi seine Lehrer.

1803 hielt er sich in Wien auf, um an der dortigen Akademie weiter zu studieren. Er lernte die Schriften Johann Joachim Winckelmanns kennen, zeichnete nach antiken Statuen, machte die Bekanntschaft Antonio Canovas und wandte sich einem klassizistischen Kunstverständnis zu. Zweimal gewann er den Zeichenwettbewerb der Akademie. Mit Bildnissen russischer und polnischer Aristokraten machte er sich einen Ruf als Porträtzeichner.

1808 ging Suhrlandt nach Rom, wo er Mitglied der Lukasgilde wurde. In dieser Zeit schloss er auch Freundschaft mit einigen Deutschrömern, wie auch unter anderem mit Johann Christian Reinhart, Bertel Thorvaldsen. 103 seiner Bildniszeichnungen aus dieser Zeit wurden 1880 von Max Jordan für das Kupferstichkabinett Berlin erworben.

1816 war Suhrlandt wieder in Mecklenburg, wo ihn Großherzog Friedrich Franz I. als Hofmaler anstellte und ihm 1817 den Professorentitel verlieh. Am Hofe genoss er eine privilegierte Stellung, so konnte er, wie es in seinem Arbeitsvertrag festgemacht war, alle zwei Jahre mehrmonatige Bildungsreisen unternehmen, die ihn u. a. nach Italien, Stockholm, Sankt Petersburg und London führten.

1822–1824, 1827, 1830, 1832, 1836 und 1844 hielt er sich in Bremen auf. Hier entstanden Zeichnungen und Ölporträts unter anderem von Wilhelm Olbers, Georg Treviranus, Gesche Gottfried, Jacob Ephraim Polzin und Ludwig von Kapff.

Suhrlandthaus in Ludwigslust

Trotz aller Reisen war er in Mecklenburg zu Hause. Sein 1818 durch Johann Georg Barca errichtetes Wohnhaus in der Kanalstraße in Ludwigslust ist heute denkmalgeschützt und trägt den Schriftzug Suhrlandthaus. Seit 1849 wohnte Suhrlandt in Schwerin. Er heiratete die Lithografin Wilhelmine Skoglund (1803–1863). Beide hatten zwei Kinder, den Maler Carl Suhrlandt (1828–1919) und die Schweriner Geigenspielerin und Malerin Pauline Soltau (1833–1902).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Porträt Friedrich Franz I.

Zahlreiche Bilder aus der Mecklenburger Schaffenszeit befinden sich heute im Besitz des Staatlichen Museums Schwerin.

Schriften[Bearbeiten]

  • Aphorismen über die bildenden Künste, durch Beispiele erläutert. Schwerin: Sandmeyer 1841

Literatur[Bearbeiten]

  • Hela Baudis: Rudolph Suhrlandt (1781–1862). Grenzgänger zwischen Klassizismus und Biedermeier. Leben und Werk eines deutschen Hofmalers und Porträtisten des Bürgertums. Diss. Greifswald 2008 (mit Werkverzeichnis; Digitalisat)
  • Wulf Schadendorf: Museum Behnhaus. Das Haus und seine Räume. Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk. (= Lübecker Museumskataloge ; 3). 2. erweiterte und veränderte Auflage. Museum für Kunst u. Kulturgeschichte d. Hansestadt, Lübeck 1976, S. 119/120

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bei der Volkszählung 1819 in Mecklenburg-Schwerin gibt er selbst den 21. Dezember 1782 als Geburtstag an.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudolph Suhrlandt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien