Ruf Automobile

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Alois Ruf jun. 2010

Ruf Automobile GmbH (Eigenschreibweise RUF) ist ein 1983 von Alois Ruf gegründeter deutscher Automobilhersteller aus Pfaffenhausen im oberschwäbischen Landkreis Unterallgäu. Das Unternehmen hat sich auf die Veredelung von Porsche-Fahrzeugen spezialisiert und baut auf Basis von Porsche-Rohkarosserien eigene Fahrzeuge.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein modernes Fahrzeug von RUF: Der 456 kW starke R turbo.
Seitenansicht des RUF CTR3
Heckansicht des RUF CTR3

Im Jahre 1939 wurde das Unternehmen RUF unter dem Namen „AUTO-RUF“ von Alois Ruf senior in Pfaffenhausen im Landkreis Unterallgäu gegründet. Vorerst spezialisierte man sich auf einen Kfz-Betrieb und eine Werkstatt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein Tankstellenbetrieb dazu. 1955 folgte ein separat geführtes Busunternehmen. In den 60er Jahren hat RUF dann die ersten Erfahrungen im Warten und Instandsetzen von Porsche-Fahrzeugen gesammelt. Seitdem werden immer die aktuellen oder etwas ältere Wagen leistungsgesteigert. Ab 1975 wurden neben Motorsport-Fahrzeugen auch straßenzugelassene Wagen präsentiert. So wurde beispielsweise aus einem Porsche 911 Turbo mit 3,0 Liter Hubraum und 191 kW ein RUF Turbo mit 3,3 Litern Hubraum und 223 kW. Auch für den Saugmotor bot man eine auf 159 kW gesteigerte Variante an. Dadurch kamen 1978 zahlreiche Sonderaufträge ins Haus.

Seit 1979 bietet das Unternehmen auf abgesperrten Strecken auch Fahrtrainings an. 1981 wurde Ruf vom Kraftfahrt-Bundesamt offiziell als Automobilhersteller anerkannt.

Ab 1983 konnte man bei RUF seinen 911er auch zum BTR umrüsten lassen. Neben einem 3,4 Liter Turbo und 275 kW war er mit einem selbst entwickelten Fünfganggetriebe ausgestattet, in Zeiten, in denen es bei Porsche für das hohe Drehmoment des Turbo nur vier Gänge gab. Die Leistung des RUF BTR wurde 1987 durch Einsatz der Motronic in der Leistungsstufe III auf 300 kW angehoben. In diesem Jahr wurde auch erstmals das von RUF eigenentwickelte Sechsganggetriebe verbaut, mit dem die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeug auf ca 330 km/h gesteigert werden konnte. Der Ladedruck des BTR-Motors konnte stufenlos von 0,6 bar bis 1 bar geregelt werden.

1987 folgte außerdem der Ruf CTR (auch Yellowbird genannt, engl. für „gelber Vogel“) mit BiTurbo, 345 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 342 km/h - zu jener Zeit weltweit das schnellste straßenzugelassene Fahrzeug. Sein Nachfolger erschien 1996 als CTR2, hier schon mit 382 kW. Auch für die neueren Saugmotoren im Carrera waren diverse Leistungssteigerungen möglich. Ab 1999 fanden sich auch Umbauten und Leistungsbausätze für den Boxster im Programm.

Mitte 2002 zündete die Sportwagenschmiede mit 550 PS und 2003 mit 590 PS die nächsten Leistungsstufen des RUF R turbo. Im Jahr 2007 stellte RUF die Eigenentwicklung „CTR3“ vor. Dieser besitzt einen 515 kW starken BiTurbo-Motor und erreicht über 370 km/h.[1] Seit April 2007 gibt es in Bahrain eine Autoproduktion von Ruf Automobile.[2]

Im Oktober 2008 stellte RUF den ersten elektrisch angetriebenen Sportwagen aus Deutschland vor, den eRUF. Im März 2009 präsentierte RUF auf dem Genfer Automobilsalon einen weiteren spektakulären Prototyp. Dieser Prototyp entstand in Zusammenarbeit mit der Siemens AG. Die Leistung liegt bei 270 KW (367 PS) und bietet über 900 Nm Drehmoment.[3]

Im Juli 2009 ist der neue Rt 12S erschienen. Zwei Jahre später auf dem Genfer Automobilsalon (2011 03. - 13. März) präsentierte RUF den Rt 12 R. Der Biturbo-Boxermotor mit 3,8 l Hubraum leistet 537 kW (730 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 940 Nm. Seit August 2009 hat RUF auch mit der Diesel-Power begonnen.

Vor 35 Jahren verfeinerte RUF den ersten 911 Turbo. Nun nach 35 Jahren Erfahrung mit turbogeladenen Motoren stellt RUF den neuen Rt-35 Anniversary vor. Ein Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht es herausragende Fahrleistungen zu erhalten. Der Sportwagen hat eine maximale Leistung von 630 PS und ein maximales Drehmoment von 825 Nm.

RUF machte sich nicht nur als Hersteller von Sportwagen einen Namen, sondern auch durch die Veredelung und Restaurierung klassischer RUF- und Porsche-Fahrzeuge.

Historische Modelle[Bearbeiten]

Typ Basisfahrzeug Motorisierung Von-Bis
Turbo 3,3 930 Turbo 3,3 Liter Turbo; 223 KW/ 412 Nm 1977
SCR 911 SC 3,2 Liter Sauger; 160 KW/ 280 Nm 1978-1983
BTR 911 Carrera 3,4 Liter Turbo; 184 KW/ 304 Nm 1983-1989
Ruf Carrera mit Katalysator 911 Carrera Katalysator 3,4 Liter Sauger; 184 KW/ 304 Nm 1984-1989
CTR 911 Carrera 3,4 Liter Bi-Turbo; 345 KW/ 480 Nm 1987
BTR III 964 Carrera 3,4 Liter Turbo; 300 KW/ 480 Nm 1988-1989
CR2/CR4 964 Carrera 4 3,6 Liter Sauger; 206 KW/ 325 Nm 1990-1993
BR4/BR2 964 Turbo 3,3 Liter Turbo; 265 KW/ 465 Nm 1991-1992
BTR 911 Carrera 3,8 Liter Turbo; 305 KW/ 550 Nm 1992-1994
RCT 964 Carrera 3,6 Liter Turbo; 272 KW/ 535 Nm 1992-1997
RCT EVO 964 Carrera 3,6 Liter Turbo; 313 KW/ 570 Nm 1992-1997
BTR2 993 Carrera 3,6 Liter Turbo; 309 KW/ 580 Nm 1994-1997
CTR II 993 Carrera 3,6 Liter Bi-Turbo; 382 KW/ 685 Nm 1996-2000
Turbo R 993 Turbo 3,6 Liter Bi-Turbo; 360 KW/ 650 Nm 1994-1997
RGT 996 Carrera 3,6 Liter Sauger; 283 KW/ 375 Nm ab 2000
turboR 993 Turbo 3,6 Liter Bi-Turbo; 382 KW/ 740 Nm ab 2001
Rturbo 996 Turbo 3,6 Liter Bi-Turbo; 404 KW/ 780 Nm ab 2002
3400 S Roadster Boxster 3,6 Liter Sauger; 228 KW/ 360 Nm ab 1997
3600 S Roadster Boxster 3,6 Liter Sauger; 254 KW/ 370 Nm ab 2002

Aktuelle Modelle[Bearbeiten]

Typ Basisfahrzeug Motorisierung
3400 K Cayman/Boxster 3,4 Liter Kompressor; 294 kW, 440 Nm
RK Spyder Boxster 3,8 Liter Kompressor; 324 kW
RK Coupe Cayman 3,8 Liter Kompressor; 324 kW
3800 S Cayman/Boxster 3,8 Liter Sauger; 309 kW, 450 Nm
R Kompressor 997 Carrera 3,6 oder 3,8 Liter Kompressor; 320 kW, 470 Nm
RGT 997 GT3 3,8 Liter Sauger; 327 kW, 420 Nm
RGT-8 997 GT3 4,5 Liter Sauger; 404 kW, 500 Nm
Rt12 997 Carrera 3,6 Liter BiTurbo oder 3,8 Liter BiTurbo; 412 kW/478 kW, 870 Nm
Rt12 S 997 Carrera 3,8 Liter BiTurbo; 504 kW, 880 Nm
Rt12 R 997 Carrera 3,8 Liter BiTurbo; 537 kW, 940 Nm
CTR3 Eigenentwicklung 3,8 Liter BiTurbo; 515 kW, 980 Nm
Dakara Cayenne 4,8 Liter BiTurbo; 441 kW, 890 Nm
Cayenne Diesel Cayenne Diesel 3,0 Liter Turbo; 212 kW, 580 Nm
eRUF Roadster 911 Elektromotor; 270 kW, 950 Nm
RXL Panamera 4,8 Liter BiTurbo/Sauger; 570PS/420PS, 520 Nm
CTR3 Clubsport Eigenentwicklung 3,8 Liter BiTurbo; 553 kW, 960 Nm
Rt35 991 Carrera 3,8 Liter BiTurbo; 464 kW, 825 Nm
Rt35S 991 Carrera 3,8 Liter BiTurbo; 477 kW, 840 Nm
RGT-8 991 Carrera 4,8 Liter Sauger; 404 kW, 500 Nm

Produkte und Service[Bearbeiten]

  • Neufahrzeuge
    • Fahrzeugbau
    • Hochleistungsfahrzeuge
  • Fahrzeugveredlung
    • Umbau aktueller Porsche-Wagen
    • Umbau nicht mehr gebauter und historischer Porsche-Wagen
  • Gebrauchtwagen
    • Verkauf gebrauchter Porsche- und Ruf-Fahrzeuge
  • Wartung und Reparatur
    • Service
    • Unfallreparatur Porsche- und Ruf-Fahrzeuge

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruf-Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ruf-Automobile.de (Version vom 30. April 2007 im Internet Archive)
  2. Der neue RUF CTR3
  3. Die Welt: Ohne Auspuff – Porsche 911 mit Elektroantrieb, vom 15. Oktober 2008, abgerufen am 10. Oktober 2012