Ruhi Su

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Ruhi Su auf einem Konzert 1979 in Deutschland

Mehmet Ruhi Su (* 1912 in Van; † 20. September 1985 in Istanbul) war ein türkischer Volkssänger und Saz-Spieler armenischer Herkunft.[1]

Leben[Bearbeiten]

Schon im frühen Kindesalter verlor er seine Familie während des Völkermords an den Armeniern und wuchs daher erst bei einer mittellosen Familie in Adana auf und besuchte später ein Internat für Waisenkinder in Adana. Su begann im Alter von zehn Jahren Violine zu spielen. 1936 besuchte er eine Musikschule und 1942 studierte er am Musikkonservatorium in Ankara (Ankara Devlet Konservatuarı). In den folgenden Jahren arbeitete er als Lehrer an der Mittelschule Ankara Cebeci İkinci Ortaokulu und am Dorfinstitut Hasanoğlan. Danach wirkte er an der Staatsoper (Devlet Operası) und erschien in den Opern wie Madame Butterfly, Fidelio, Tosca und Rigoletto. Während seiner zeitgenössischen Musikausbildung studierte er auch die türkische Volksmusik und hatte regelmäßige Sendungen im Rundfunk, spielte Saz und sang Volkslieder, während er gleichzeitig an der Oper arbeitete. 1952 wurde er aus politischen Gründen für fünf Jahre inhaftiert, was seine Karriere in der Oper ein Ende bereitete.

Während er ganz Anatolien von einem Dorf zur anderen durchstreifte, begann er, Volkslieder aufzuzeichnen. Seine westliche Musikkarriere bildete die Grundlage seiner Annäherung zur Deutung und zur Durchführung der traditionellen türkischen Musik. Er verwendete Werke der alten türkisch-alevitischen Aşık genannten Dichter-Sänger wie Yunus Emre und Pir Sultan Abdal. In seinen Lieder berichtet er von den vernachlässigten und unterdrückten Menschen und drückt seine Liebe zur Menschheit aus.

Ruhi Su starb am 20. September 1985 und wurde auf dem Friedhof Zincirlikuyu in Istanbul begraben. Seine Frau Sıdıka Su starb am 18. Oktober 2006.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1972: Seferberlik Türküleri Ve Kuvayi Milliye Destanı
  • 1972: Yunus Emre
  • 1972: Karacaoğlan
  • 1972: Pir Sultan Abdal
  • 1974: Şiirler - Türküler
  • 1974: Köroğlu
  • 1977: El Kapıları (Zusammen mit Sümeyra)
  • 1977: Sabahın Sahibi Var (Zusammen mit Sümeyra)

Nach seinem Tod

  • 1986: Pir Sultan'dan Levni'ye
  • 1987: Kadıköy Tiyatrosu Konseri I
  • 1987: Kadıköy Tiyatrosu Konseri II
  • 1988: Beydağı'nın Başı
  • 1988: Dadaloğlu Ve Çevresi
  • 1989: Huma Kuşu Ve Taşlamalar
  • 1990: Sultan Suyu "Pir Sultan Abdal'dan Deyişler"
  • 1991: Dostlar Tiyatrosu Konseri (Zusammen mit Sümeyra)
  • 1992: Ankara'nn Taşına Bak
  • 1993: Semahlar
  • 1993: Çocuklar, Göçler, Balıklar
  • 1993: Zeybekler
  • 1993: Ezgili Yürek
  • 1993: Ekin İdim Oldum Harman
  • 1993: Uyur İken Uyardılar
  • 1994: Barabar
  • 1995: Aman Of

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 100 yaşında bir dev: Ruhi Su. Radikal, 5. September 2012