Ruhner Berge

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Aussichtsturm (Ruhner Berg)

Die Ruhner Berge sind ein bis zu 176,8 m ü. NHN hoher Endmoränenzug, der beiderseits der Landesgrenze von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nahe Parchim liegt, und nach den Helpter Bergen die zweithöchste Erhebung des zuletzt genannten deutschen Bundeslands darstellt.

Namensgebend für die Ruhner Berge ist das ehemalige, nordöstlich der Ansiedlung Neu Drefahl gelegene Dorf Ruhn, das heutzutage wüst ist, aber Anfang der 1980er Jahre in der Grundstruktur (Fundamentreste und Gärten) noch erkennbar war.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Ruhner Berge befinden sich hauptsächlich im mecklenburgischen Landesteil im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die östlichen Ausläufer reichen bis in den Landkreis Prignitz auf brandenburgisches Gebiet. Der Höhenzug liegt rund 15 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Parchim bzw. erstreckt sich sichelförmig in etwa zwei Kilometer Entfernung um den Hauptort der Gemeinde Marnitz herum.

Am Westhang der Ruhner Berge, der etwa zwölf Kilometer lang und nur wenige Kilometer breit ist, entspringt die Löcknitz, ein Nebenfluss der Elbe. Marnitz, als größtes Dorf der kaum besiedelten Hügelkette, liegt am Nordosthang der Ruhner Berge. Im Norden durchschneidet die Bundesautobahn 24 die Hügellandschaft. Im Osten liegt die Gemeinde Suckow.

Geologie, Geschichte und Landschaftsbild[Bearbeiten]

Der Hügelkette der 1994 zum Landschaftsschutzgebiet erklärten Ruhner Berge wurde im Pommerschen Stadium der Weichsel-Eiszeit von Gletschergeschiebe zu einer Endmoräne aufgestaucht, daher spricht man diesbezüglich auch von einer Stauchmoräne. Heutzutage wird diese hauptsächlich von Mischwald bedeckt. Ein Lehrpfad veranschaulicht die Besonderheiten der Natur. Das Waldgebiet der Ruhner Berge heißt Marnitzer Buchen.

Ruhner Berg[Bearbeiten]

Vor- und Rückseite des „FF-Steins“ (Ruhner Berg)

Die höchste Erhebung des Höhenzugs Ruhner Berge, ist mit 176,8 m ü. NHN der Ruhner Berg, der mit dieser Höhe die zweithöchste Erhebung in Mecklenburg-Vorpommern ist und recht deutlich aus seiner Umgebung heraus ragt. Über einen Weg ist seine Bergkuppe erreichbar.

FF-Stein[Bearbeiten]

Neben dem offiziellen Vermessungsstein an der höchsten Stelle befindet sich der von Geodäten FF-Stein genannte Trigonometrische Punkt des Hauptdreiecksnetzes der ersten Triangulation in Mecklenburg durch Friedrich Paschen. Die Bezeichnung des Steins ist angelehnt an Friedrich Franz II., der die „Großherzoglich Mecklenburgische Landvermessung“ der Jahre 1853 bis 1860 in Auftrag gab.

In den Stein sind nachträglich kyrillische Buchstaben, wie etwa auf der Westseite ein „ГИК“ und die Jahreszahl „1945г“, eingeschlagen worden.

Aussichtsturm[Bearbeiten]

Bereits im Juni 1907 hatte der Krieger- und Militärverein Marnitz vorgeschlagen, einen Moltke-Turm zu errichten. Aber erst 1913 folgte eine Wettbewerbsausschreibung. Wegen fehlender Mittel und des Beginns des Ersten Weltkrieges wurde das Projekt 1916 endgültig eingestellt und die gesammelten Spenden einer Wohltätigkeitsstiftung für Kriegshinterbliebene überwiesen. Fast 20 Jahre später konnte ein ähnliches Projekt in Angriff genommen werden. 1933 wurde auf dem Ruhner Berg ein Aussichtsturm errichtet. Er erhielt damals den Namen des Gauleiters für Mecklenburg-Lübeck, Friedrich Hildebrandt.[1] Die hölzerne Konstruktion wurde in den Jahren 2000 und 2001 durch einen 32 Meter hohen gemauerten Turm ersetzt. Von der Aussichtsplattform hat man Ausblick über die Waldlandschaft der Ruhner Berge, zur Mecklenburgischen Seenplatte, in die Tiefebene (Prignitz) und bis hinüber zur Elbe. Der Turm wurde durch EU-Fördermittel, Spenden von in der Region ansässigen Firmen und Privatpersonen sowie durch die umliegenden Gemeinden, deren Wappen auf Blechschildern innerhalb des Turms dargestellt sind, finanziert. Neben der touristischen Nutzung dient das Bauwerk als Mobilfunkmast.

Fernmeldeturm[Bearbeiten]

Am Südwesthang des Ruhner Bergs befindet sich seit 1992 ein 91 m hoher Fernmeldeturm der Deutsche Funkturm GmbH in Stahlbetonbauweise (geographische Koordinaten: 53° 17′ 39″ N, 11° 54′ 4″ O53.29416666666711.901111111111).

Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Erhebungen der Ruhner Berge gehören unter anderem:

  • Ruhner Berg (176,8 m)
  • Dachsberg (169,1 m)
  • Reiherberg (161,4 m)
  • Priemerberg (152,6 m)
  • Buchberg (150,1 m)
  • Scharfenberg (135,7 m)
  • Krügerberg (128,3 m)
  • Taubenberg (126,7 m)
  • Schwarzer Berg (125,2 m)
  • Horststückenberg (124,5 m)

(Angaben jeweils bezogen auf Normalhöhennull)

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf dem Ruhner Berg findet jedes Jahr zum dritten Advent das traditionelle Turmblasen statt.

Panorama[Bearbeiten]

Panoramablick vom Aussichtsturm des Ruhner Bergs

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruhner Berge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landschaftsschutzgebiet Ruhner Berge auf den Seiten des Amtes Eldenburg-Lübz, abgerufen am 10. Oktober 2013.

53.29694444444411.904722222222177Koordinaten: 53° 18′ N, 11° 54′ O