Ruhr-Viadukt (Herdecke)
51.3991666666677.4222222222222117Koordinaten: 51° 23′ 57″ N, 7° 25′ 20″ O
| Ruhr-Viadukt in Herdecke | ||
|---|---|---|
| Nutzung | Wuppertaler Nordbahn | |
| Querung von | Ruhr | |
| Ort | Herdecke | |
| Konstruktion | Steinbogenbrücke | |
| Gesamtlänge | 313 m | |
| Breite | 8 m | |
| Anzahl der Öffnungen | 12 | |
| Lichte Weite | 20 m | |
| Höhe | 29,33 m | |
| Baubeginn | 1875 | |
| Fertigstellung | 1878 | |
| Freigabe | 15. Mai 1879 | |
| Lage | ||
|
|
||
| Höhe über dem Meeresspiegel | 117 m ü. NHN | |
| Historische Postkarte | ||
| Der Herdecker Viadukt um 1900 auf einer alten Ansichtskarte | ||
| Sicht vom Harkortsee | ||
Der Ruhr-Viadukt zwischen Herdecke und Hagen-Vorhalle überquert als Eisenbahn-Viadukt die Ruhr und befindet sich in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Er markiert den Beginn des Harkortsees.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Beschreibung
Die Gleise führen in 30 Metern Höhe mit 313 Metern Länge über den Fluss; 24.400 Kubikmeter Bruchstein und 12 Bögen mit einer Spannweite von jeweils 20 Metern sind dafür erforderlich. Das Bauwerk beschreibt eine leichte Kurve mit einem Radius von 380 Metern. Die Brückenfahrbahn mit den darauf liegenden Gleisen hat ein Gefälle von 0,5 Prozent.
[Bearbeiten] Bau
Bereits im Jahre 1879 wurde die Strecke als Teilstück der Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd („Rheinische Strecke“) der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eingeweiht - eine technische Meisterleistung für die damalige Zeit. Der Bau des Viaduktes in den beschriebenen Dimensionen wurde notwendig, um im weiteren Verlauf der Strecke die Länge des Ender Tunnels möglichst kurz halten zu können. Der Anstieg der zugehörigen Bahnstrecke begann bereits am südlichem Fuß des Kaisberges mit ein Prozent; der Wunsch der planenden Ingenieure nach einer rechtwinkeligen Querung des Ruhrtales führte zu einer kurvenreichen Ausführung der gesamten Strecke auf diesem Abschnitt.
[Bearbeiten] Zerstörungen
Im Mai 1943 wurde ein ganzer Pfeiler bei der Zerstörung der Möhne-Sperrmauer vom Hochwasser weggerissen, zwei Jahre später wurde das Bauwerk von der Wehrmacht gesprengt. Der Viadukt wurde erst 1952 wieder aufgebaut, wobei er gerichtet werden musste, da durch den Einsturz zweier Gewölbe bei den Kriegszerstörungen der ganze Viadukt verzogen war. Trotzdem dauerte es noch bis 1957, als die ersten Züge den Viadukt überqueren konnten.
Auch heute ist der Viadukt weiterhin gefährdet. Auf der Suche nach einem verloren gegangenen Außenbordmotor eines Sportbootes stellte man bei den in der Ruhr stehenden Pfeilern Auskolkungen von zehn Meter Tiefe fest, obwohl der Fluss an dieser Stelle nur einen Meter tief sein sollte.
Wer heute mit der Volmetalbahn auf der Strecke zwischen Hagen nach Herdecke fährt, überquert die Ruhr immer noch auf der alten Strecke und kann die Aussicht genießen. Am südlichen Ende erkennt man noch das Fundament einer Flakstellung, mit der man den Viadukt im Zweiten Weltkrieg gegen Luftangriffe schützen wollte.
[Bearbeiten] Literatur
- Julius Mohr: Der Viadukt der RE über das Ruhrtal. - Artikel in: Zeitschrift für Baukunde, Bd. IV, 1881
- Wolfgang Kessler: Mit Dampf in luftiger Höhe - Der Viadukt der Rheinischen Eisenbahn über das Ruhrtal bei Herdecke. - Artikel in: Herdecker Blätter, Heft 2 (November 1992), Seiten 16-25 (mit Zitaten von Julius Mohr)
- Heinz Klewe u. Dorothea Rohn-Klewe: Stadtbahn statt Stillegung - Die Zukunft der Bahnstrecke Dortmund-Herdecke-Hagen. Dortmunder Vertrieb für Bau- und Planungsliteratur. 1993. ISBN 3924352933
- Rolf Swoboda/Michael Schenk: Die Rheinische Eisenbahn zwischen Hagen und Dortmund einschließlich der Zweigbahn nach Langendreer, 2005, ISBN 3933254590
[Bearbeiten] Weblinks
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur
- Ruhr-Viadukt (Herdecke). In: Structurae.
- railhoo: Report über die Eisenbahnstrecke Dortmund-Hagen
- Eisenbahnbildarchiv: Landschaftsaufnahme des Viadukts mit V100
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