Ruhstorf an der Rott

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Ruhstorf a.d.Rott
Ruhstorf an der Rott
Deutschlandkarte, Position des Marktes Ruhstorf a.d.Rott hervorgehoben
48.43777777777813.336111111111319Koordinaten: 48° 26′ N, 13° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 319 m ü. NHN
Fläche: 51,39 km²
Einwohner: 6921 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94099
Vorwahlen: 08531, 08503 (Sulzbach am Inn), 08534 (Berg, Hader, Schmidham)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 145
Marktgliederung: 71 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Schulplatz 8 und 10
94099 Ruhstorf a. d. Rott
Webpräsenz: www.ruhstorf.de
Bürgermeister: Andreas Jakob (CSU)
Lage des Marktes Ruhstorf a.d.Rott im Landkreis Passau
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Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Die Rott bei Frimhöring
Die Pfarrkirche Christus der König
Die Marienkirche in Ruhstorf

Ruhstorf an der Rott (amtlich: Ruhstorf a.d.Rott) ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt liegt im unteren Rottal, am Rand des Niederbayerisches Bäderdreiecks. Das Gemeindegebiet umfasst etwa 51 Quadratkilometer. Die Grenze zu Österreich ist zehn Kilometer entfernt. [2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Ruhstorf an der Rott hat 71 amtlich benannte Ortsteile[3]:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird bereits 795 als Ezzinpah erwähnt unter Bezugnahme auf einen Bach, der hier in die Rott mündet. Im 12. Jahrhundert erscheinen verschiedene Formen des heutigen Namens, 1188 Ruzsdorf und bereits um 1230 Ruhstorf. Der Name bezieht sich auf die Lage des Dorfes an der Rott.

Im ausgehenden 13. Jahrhundert tritt mit Wernhero Walchuno de Ruestorf erstmals das Geschlecht der Ruhstorfer auf. Es handelte sich um bedeutende Ministerialen der Wittelsbacher, die bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1735 im Besitz der offenen Hofmark Ruhstorf waren. Danach ging die Hofmark in den Besitz der Grafen Fränking über, worauf sie die Grafen von Taufkirchen bis ins 19. Jahrhundert innehatten.

Ruhstorf an der Rott gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Griesbach des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Am 1. September 1877 erhielt Ruhstorf mit der Eröffnung der Rottalbahn einen Eisenbahnanschluss. 1895 gründete Heinrich Loher in Ruhstorf eine Reparaturwerkstätte für landwirtschaftliche Maschinen, aus der sich die Loher GmbH entwickelte. Der zweite bodenständige Industriebetrieb, die Motorenfabrik Hatz, wurde 1880 von Mathias Hatz gegründet.

Neben den Arbeitsstellen entstanden auch entsprechende Wohnungen, zudem siedelten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges viele Heimatvertriebene in Ruhstorf an. 1973 arbeiteten bei Hatz und Loher rund 2300 Mitarbeiter. Zusammen mit der Nachbarstadt Pocking wird Ruhstorf im Landesentwicklungsprogramm Bayern als gemeinsames Mittelzentrum eingestuft.

Am 29. November 2008 wurde die Gemeinde dann zum Markt erhoben.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Januar 1972 die Gemeinden Schmidham und Hütting zu Ruhstorf, am 1. Juli 1972 folgten Eholfing und ein Teil von Sulzbach am Inn.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1840: 3.363 Einwohner
  • 1939: 3.791 Einwohner
  • 1950: 5.948 Einwohner
  • 1970: 5.865 Einwohner
  • 1995: 6.210 Einwohner
  • 2003: 7.037 Einwohner
  • 2011: 7.081 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Das Rathaus von Ruhstorf

Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 30. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Andreas Jakob (CSU), der 2014 mit 51,75 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Zweiter Bürgermeister ist Markus Lindmeier (Parteilose Wählergruppe Sulzbach-Eholfing-Eglsee), dritter Bürgermeister Josef Hopper (Bürgerschaft Hütting)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Schwarz und Gold, vorne ein silberner Ort; hinten ein schwarzes Zahnrad; aus dem unteren Schildrand aufwachsend eine von Silber und Schwarz gespaltene Ähre.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Außenansicht der Nikolauskirche in Rottersham
Innenansicht der Nikolauskirche in Rottersham

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ruhstorf an der Rott

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ruhstorf an der Rott liegt relativ verkehrsgünstig an der B 388 sowie in unmittelbarer Nähe zur B 12 und zur Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Pocking). Nach Passau sind es 22 km, nach Schärding (Oberösterreich) 10 km, nach Simbach am Inn 35 km, nach Pfarrkirchen 20 km und nach Vilshofen an der Donau 30 km. Der Ort besitzt einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit, auch Rottalbahn genannt und als längste Nebenbahn in Bayern bekannt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Gemeinde wird vornehmlich von zwei bodenständigen Unternehmen getragen, der Siemens AG ehemals Loher GmbH am westlichen Ortsrand und der Motorenfabrik Hatz im Süden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruhstorf an der Rott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Ruhstorf – Über die Gemeinde
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111117/210623&attr=OBJ&val=757
  4. http://www.ruhstorf.de/ueber-uns/geschichte.html
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 474