Ruine Werrach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

p3

Ruine Werrach
Turm der Burgruine Werrach.JPG
Alternativname(n): Wehr
Entstehungszeit: 1000 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg, Ortslage
Erhaltungszustand: Mauerreste
Ständische Stellung: Herren von Wehr - Bischof von Basel
Ort: Wehr
Geographische Lage 47° 37′ 40,3″ N, 7° 54′ 39,5″ O47.6278611111117.9109777777778Koordinaten: 47° 37′ 40,3″ N, 7° 54′ 39,5″ O
Ruine Werrach (Baden-Württemberg)
Ruine Werrach

Die Ruine Werrach, auch Wehr genannt ist die Ruine einer Höhenburg auf einem Hügel, etwa 50 Meter oberhalb der Talsohle der Wehra am Ausgang des Wehratals oberhalb der Stadt Wehr im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Hauptburg hat eine rechteckige Form die etwa fünfzig mal fünfundzwanzig Meter misst. Die Ecken im Süden der Anlage waren mit Rundtürmen versehen, von denen sich Reste des von dem an der Süd-West-Ecke befindlichen Rundturms, erhalten haben. Der Palas befand sich im Anschluss an den Rundturm im Süd-Osten. Die Mauern der Hauptburg sind stellenweise bis sechs Meter hoch und haben eine Mauerstärke von bis zu 2,5 Metern. Ein zweiter Mauergürtel, mit Ausnahme am südlichen Teil, umgab die Hauptburg deren ursprünglicher Zugang von Süd-Osten her mit einem äußeren Tor abgesichert war. Der Zugang zur Hauptburg, welche zusätzlich mit einem inneren Tor versehen war, befand sich im Osten.

Vorgelagertes Verteidigungswerk[Bearbeiten]

Der Hügel, auf dem die Burg errichtet war und der nach drei Seiten steil abfällt, bot einen natürlichen Schutz vor Angreifern. Zusätzlich wurde die Burg mit einem Halsgraben im Norden und Süden verstärkt.

Heute sind von der ehemaligen Burganlage noch stattliche Reste der Außenmauern des Burghofes erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herren von Wehr / Werrach[Bearbeiten]

Walther von Klingen in der Manessischen Liederhandschrift

Als Erbauer der Burg, die vermutlich schon im 12. Jahrhundert gegründet wurde, vermutete Rudolf Metz[1] die Herren von Wehr. Zwischen 1092 und 1132 bezeugte ein Adalgoz von Werrach zusammen mit Mitgliedern des Hochadels diverse Güterübertragungen. Vor 1100 hatte der Bischof von Basel, Burkhard von Fenis[2], die Vogtei über das Kloster St. Blasien dem Adalgoz übertragen. Seine Amtsführung gab den Anlass, dass die Basler Vogteirechte über das Kloster 1125 aufgehoben wurden. St. Blasien erwählte sich stattdessen den Zähringer Herzog Konrad zum Kastvogt.[3]

Die Herren von Klingen[Bearbeiten]

Danach befand sich die Anlage im Besitz des Ulrich von Klingen der sie mitsamt der Herrschaft Wehr nach seinem Tode im Jahre 1250 seinem Sohn, dem bekannten Minnesänger Walther von Klingen vermacht hatte. In der Fehde zwischen Rudolf von Habsburg und dem Basler Bischof, in dessen Hand sich die Burg befand, wurde die Anlage im Jahre 1256 belagert und anschließend zerstört. Der Basler Bischof Heinrich von Neuenburg (1263-1274) ließ die Burg wieder aufbauen doch kurz nach der Fertigstellung wurde die Burg 1272 erneut von Rudolf von Habsburg eingenommen, jedoch nicht wieder zerstört. Somit kamen Burg, Herrschaft und Dorf Wehr an das Haus Habsburg.

Das Haus Habsburg[Bearbeiten]

Von der Eroberung 1272 bis zum Übergang an das Großherzogtum Baden 1805 verbleib die Landeshoheit über Wehr bei den Habsburgern, die allerdings Wehr als Lehen weitergaben. Im 13. und 14. Jahrhundert mehrfach verpfändet tritt zu Anfang des 14. Jahrhunderts das aufstrebende Patriziergeschlecht Vasolt als Vögte der Herrschaft Wehr auf. Im Jahre 1346 erhielt Ritter Johannes von Staufen die Burg Wehr als Lehen auf Lebzeit. Die Markgrafen von Rötteln erlangten im Jahre 1363 das Pfandrecht über die Burg.

Die Herren von Schönau[Bearbeiten]

1365 erwarb Rudolf von Schönau, genannt Hürus der 1386 bei der Schlacht bei Sempach fiel, für 1800 flandrische Gulden Burg und Herrschaft Wehr, die danach bis 1805 in deren Händen verblieb.

Die 1668 in den Freiherrenstand erhobenen Herren von Schönau bauten sich später ein Schloss, das Alte Schloss Wehr, unterhalb der Burg. Ab dem 16. Jahrhundert verfiel die Burg und wurde als Steinbruch genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Meyer: Burgen von A bis Z - Burgenlexikon der Regio. Herausgegeben von den Burgenfreunden beider Basel aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens. Druckerei Klingental, Basel 1981, S. 36–37.
  • Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwalds - Mit Exkursionen, besonders in dessen alten Bergbaugebieten. Verlag Moritz Schauenburg, Lahr/Schwarzwald 1980, ISBN 3-7946-0174-2.
  • Max Miller, Gerhard Taddey: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6. Baden-Württemberg. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1965.
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden. Band 5: Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach. Tübingen und Leipzig 1901, S. 197–198. online
  • Erik Beck:Walther von Klingen, Wehr und die Verlegung des Klosters Klingental, in: Walther von Klingen und Kloster Klingental zu Wehr, hg. von der Stadt Wehr, Ostfildern 2010, S. 47-76.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Rudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwald, S. 715
  2. ein Anhänger von Kaiser Heinrich IV.
  3. s. Kreuter: Geschichte der vorderösterreichischen Staaten, St. Blasien 1790, Bd.1, S. 525; die Zähringer waren während des ganzen Investiturstreits papsttreu.