Ruinenwerttheorie

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Die Ruinenwerttheorie ist ein durch den Architekten Albert Speer geprägter Begriff.

Speer beschrieb die Ruinenwerttheorie erstmals 1969: Die Verwendung besonderer Materialien sowie die Berücksichtigung besonderer statischer Überlegungen sollte Bauten ermöglichen, die im Verfallszustand, nach Hunderten oder (so rechneten wir) Tausenden von Jahren, etwa den römischen Vorbildern gleichen würden.[1]

Obwohl Speer den Begriff erst 1969 erstmals verwendete, wird die Ruinenwerttheorie vielfach als ein der Architektur im Nationalsozialismus zugrundeliegendes Prinzip verstanden, das beim Bau eines Gebäudes auch dessen würdigen Verfall mit einplante. In zeitgenössischen Texten wurde dieses Bauprinzip jedoch nie erwähnt, so dass es heute als nachträgliche Zuschreibung gilt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Angela Schönberger: Die Staatsbauten des Tausendjährigen Reichs als vorprogrammierte Ruinen? Zu Albert Speers Ruinenwerttheorie. In: Idea 6, 1987, S. 97–107.
  • Hans Ernst Mittig: Dauerhaftigkeit, einst Denkmalargument. In: Mo(nu)mente: Formen und Funktionen ephemerer Denkmäler. Weinheim, 1993, S. 11–34.
  • Isabel Kranz: Die Ruinen der Zukunft. (Fehl)Archäologie und nationales Selbstbild bei Alfred Franklin, Léo Claretie und Albert Speer. In: Goofy History. Fehler machen Geschichte. Hg. v. Butis Butis. Weimar, Böhlau, 2009: S. 107–129.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abert Speer: Erinnerungen. Frankfurt am Main, 1969, 2. A., S. 69
  2. Hans Ernst Mittig: Dauerhaftigkeit, einst Denkmalargument. In: Mo(nu)mente: Formen und Funktionen ephemerer Denkmäler. Weinheim, 1993, S. 21.