Rum-Orthodoxe Kirche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Rum-Orthodoxe Kirche („Rum“ steht arabisch einerseits für „Rom“ – gemeint ist Konstantinopel [„das neue Rom“] –, andererseits für „Byzantiner“; auch Antiochenische Kirche, Antiochenisch-Orthodoxe Kirche oder auch Griechisch-Orthodoxe Kirche von Antiochia) werden zumeist das autokephale orthodoxe Patriarchat von Antiochia (oder Antiochien) und die ihm nachgeordneten Kirchen bezeichnet.

Liturgiesprachen dieser Kirche waren ursprünglich Syrisch-Aramäisch und Griechisch, ist jedoch seit dem 20. Jahrhundert modernes Arabisch. Der Patriarch residiert in Damaskus. Diese Kirche hat viele Gemeinden im Ausland, vor allem in Australien und den USA, und gilt als eine progressive Kraft unter den orthodoxen Kirchen. Anders als in den meisten anderen Orthodoxen Kirchen pflegen die Auslandsgemeinden ihre Liturgie häufig in der Sprache des jeweiligen Gastlandes, und nehmen auch häufiger und problemloser Konvertiten auf, ohne diesen zusammen mit dem Bekenntnis zum orthodoxen Christentum auch eine „kulturelle Konversion“ abzuverlangen. Die Kirche betreibt auch eine im orthodoxen Bereich eher ungewöhnliche recht aktive Jugendarbeit, die sich stark auf die Ideen der Pfadfinderbewegung stützt.

Verschiedene Mitglieder der Kirche setzten sich aktiv für einen säkularen Panarabismus ein und hatten großen Einfluss auf die Baath-Partei in verschiedenen arabischen Staaten, bis diese politische Richtung seit den 1980er Jahren durch den Islamismus verdrängt wurde.

Das Haupt der Kirche ist seit 2012 Seine Seligkeit Youhanna X., Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient. Bis dahin war er Metropolit und amtierender Bischof von Europa mit Sitz in Paris. Das Erzbistum Europa wurde daraufhin in drei Erzbistümer geteilt. Metropolit, zuständig für Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist Isaak Barakat. Weihbischöfe in Deutschland sind Bischof Hanna Haikal in Berlin und Ephraim Maalouli von Seleukia. In Paris hingegen residiert Weihbhischof Ignatius Alhoshi von Larissa.

Die Kathedralbasilika des Patriarchen von Antiochia ist die Mariamitische Kathedrale von Damaskus.

Zu anderen Kirchen, die ebenfalls Anspruch auf den Patriarchensitz in Antiochia erheben, siehe Patriarchat von Antiochia.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Brandes: Die melkitischen Patriarchen von Antiocheia im 7. Jh. Anzahl und Chronologie. In: Le Muséon 111 (1998), 37–67.
  • K.-P. Todt: Region und Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiocheia in mittelbyzantinischer Zeit. In: Byzantinische Zeitschrift 94 (2001), 239–267.
  • K.-P. Todt: Griechisch-orthodoxe (Melkitische) Christen im zentralen und südlichen Syrien. Die Periode von der arabischen Eroberung bis zur Verlegung der Patriarchenresidenz nach Damaskus (635–1365). In: Le Muséon 119 (2006), 33–38.
  • Carsten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1594 bis 1664 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 82 (1998), 99–152.
  • Caersten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1665 bis 1724 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 88 (2004), 36–92.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Griechisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien