Rumia

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Rumia
Wappen von Rumia
Rumia (Polen)
Rumia
Rumia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Wejherowo
Fläche: 32,9 km²
Geographische Lage: 54° 34′ N, 18° 24′ O54.56666666666718.4Koordinaten: 54° 34′ 0″ N, 18° 24′ 0″ O
Einwohner:

46.107
(31. Dez. 2010)[1]

Postleitzahl: 84-230
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GWE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6/E 28 DanzigKoszalinStettin (–Berlin)
DW 100 Rumia–Kosakowo
Schienenweg: PKP-Linie 202 GdyniaStargard Szczeciński
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner:

46.107
(31. Dez. 2010) [2]

Gemeindenummer (GUS): 2215021
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeisterin: Elżbieta Rogala-Kończak
Adresse: ul. Sobieskiego 7
84-230 Rumia
Webpräsenz: www.rumia.eu

Rumia [ˈrumʲa] (deutsch Rahmel, kaschubisch Rëmiô) ist eine Stadt in der Kaschubei im Powiat Wejherowski der Woiwodschaft Pommern in Polen in der früheren preußischen Provinz Westpreußen mit etwa 45.000 Einwohnern. Rumia liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Gdynia und etwa 30 Kilometer nordwestlich von Danzig.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Rahmel nordnordwestlich von Danzig (rechte Bildhälfte, durch Anklicken vergrößerbar) und östlich von Neustadt an der Rheda auf einer Landkarte von 1910.
ulica Pomorska (Pommernstraße) in Rumia
rondo Unii Europejskiej (Kreisverkehr der Europäischen Union)
Góra Markowca (92 m über dem Meeresspiegel (Kronstädter Pegel)) an den westlichen Stadtgrenzen von Rumia

Der Ort in Pommerellen wurde als Rumina 1220 erstmalig in einem Dokument des Fürsten Swantopolk II. von Danzig urkundlich erwähnt. 1309 kam das Dorf zusammen mit Pommerellen durch den Vertrag von Soldin an den Deutschordensstaat.

Nach dem Zweiten Thorner Frieden und der Abtretung Pomerellens vom Deutschen Orden an den König Polens kam Rumia 1466 in den Besitz des königlichen Starosten in Puck. Der Ort gehörte verwaltungstechnisch zur Woiwodschaft Pommern, einem Teil der bis 1569 autonomen polnischen Provinz Königliches Preußen. 1627 wurde Rumia von den Schweden stark zerstört.

Mit der Ersten Teilung Polens 1772 kam das Dorf, das zuletzt zum Kloster Oliva gehört hatte[3], zur preußischen Provinz Westpreußen. Nach der Neuordnung des preußischen Staates 1815 gehörte Rahmel zum Kreis Neustadt i. Westpr. im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen.[4]

Um 1800 verfügte das Dorf über einen Stahlhammer.[5] 1870 wurde die Eisenbahnstrecke StettinDanzig eröffnet. Mit der Einführung der Amtsbezirke in Preußen wurde zum 21. Mai 1874 im Kreis Neustadt i. Westpr. der Amtsbezirk Rahmel Nr. 7 gebildet. Er umfasste die Landgemeinden Rahmel, Sagorsch und Schmelz und die Gutsbezirke Johannisdorf und Rahmel. Am 3. Oktober 1889 stellte der Kreisausschuss fest, dass die Landgemeinde Sagorsch auch die Ortschaft Schmelz umfasse und daher eine selbstständige Landgemeinde Schmelz nicht bestehe. Zum 29. Januar 1912 erfolgte die Eingliederung des Gutsbezirks Johannisdorf in die Landgemeinde Rahmel.

Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages zum 10. Januar 1920 wurde der Kreis Neustadt i. Westpr. und mit ihm der Amtsbezirk Rahmel mit den Landgemeinden Rahmel und Sagorsch und dem Gutsbezirk Rahmel ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten. Es bildete dann einen Teil der erneuerten Woiwodschaft Pommerellen.

1935 wurde bei Rumia ein Flughafen eröffnet, es bestand Passagierflugbetrieb mit der Hauptstadt Warschau.

Nach dem Polenfeldzug okkupierte das Deutsche Reich den Ort Rumia, der dem ehemaligen Landkreis Neustadt i. Westpr. zugeordnet wurde. Seit dem 26. Oktober 1939 lag Rumia für die Dauer des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des neuen Reichsgaues Westpreußen, später Danzig-Westpreußen. Während der nationalsozialistischen Okkupation existierten mehrere Kriegsgefangen- und Arbeitslager bei Rahmel, u. a. das Gemeinschaftslager-Flugzeugwerk-Kurt-Kannenberg und das Ostarbeiterlager der Firma Apparatenbau Gotenhafen Gmbh in Rahmel-Sagorsch.

Zum 24. Oktober 1940 wurden neue Amtsbezirke gebildet. Danach wurde der Amtsbezirk Rahmel wieder errichtet. Er umfasste nunmehr die Gemeinden Kasimir, Lensitz, Rahmel und Sagorsch. Am 25. Juni 1942 wurden zwei Gemeinden umbenannt, und zwar:

  • Kasimir in Bruchwinkel und
  • Sagorsch in Schmelztal.

Am 1. Januar 1945 bestand daher der Amtsbezirk Rahmel mit den Gemeinden Bruchwinkel, Lensitz, Rahmel und Schmelztal. Er wurde zuletzt verwaltet vom Amtskommissar in Rahmel.

Im März 1945 wurde die deutsche Besatzung durch den Einmarsch der Rote Armee beendet, der Ort heißt seitdem wieder „Rumia“. Die heutige Stadt wurde 1954 aus dem Dorf Rumia und den angrenzenden Dörfern Zagórze, Biala Rzeka, Szmelta und Janowo neu geschaffen; sie bildet zusammen mit Reda (Rheda) und Wejherowo (Neustadt) die Wirtschaftsregion „Kleine kaschubische Dreistadt“ („Małe Trójmiasto Kaszubskie“), neben der „großen Dreistadt“ (Danzig, Zoppot und Gdingen).

[Bearbeiten] Ortsteile

Die neu errichtete Kirche in Janowo, 2002

Die Gemeinde Rumia besteht aus folgenden Ortsteilen:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name (bis 1920 und 1939-45)
Biała Rzeka Kanié Bùdë Weißfluß
Janowo Rëmiô Janowò Johannisdorf
Lotnisko
Stara Piła Starô Piła Staravilla
Stara Rumia
Szmelta Rëmiô Szmelta Schmelz
Zagórze Sagorsch (1942-45 Schmelztal)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Verweise

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Rumia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
  3. Vgl. zum Beispiel Staatsarchiv Danzig - Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945 (Czeław Biernat, Hrsg.), Oldenbourg, München 2000, S. 248.
  4. Eintrag bei www.verwaltungsgeschichte.de
  5. August Karl von Holscher: Geographie und Statistik von West-, Süd- und Neu-Ostpreußnen - Nebst einer kurzen Geschichte des Königreichs Polen bis zu dessen Zerteilung, 3. Band, Berlin 1807, S. 105.,
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