Rundbogenstil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Hübsch: Hauptgebäude des Polytechnikums in Karlsruhe, 1833–35

Der Rundbogenstil ist ein Baustil des Historismus, der die Stildiskussion in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts dominierte. Er nahm Elemente der byzantinischen, romanischen und Renaissancearchitektur auf und verband sie mit stilneutralen Motiven. Die Abgrenzung zur Neuromanik und Neurenaissance ist nicht eindeutig möglich.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Mit der Anlehnung an frühchristliche Vorbilder grenzt sich der Rundbogenstil vom Klassizismus ab, der mit seinem Rückgriff auf die Formensprache der Antike das frühe 19. Jahrhundert beherrscht hatte. Der Rundbogenstil schaffte mit seiner schlichten und streng geordneten Fassadenarchitektur die erste zeitgenössische Antwort auf die Frage nach einem angemessen Baustil seiner Zeit, die gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen vor dem Hintergrund der aufkeimenden Deutschen Nationalbewegung und der beginnenden Industriellen Revolution gestellt wurde. Gegenüber den Säulenordnungen des Klassizismus ermöglichte die Wölbtechnik flexiblere und rationellere Konstruktionen. Damit ist der Rundbogenstil ein frühes Beispiel für den Historismus, der Stilformen als Ausdruck einer bestimmten Bauaufgabe definierte.

Vertreter[Bearbeiten]

Ein einflussreicher Vertreter und theoretischer Vordenker des Rundbogenstils war unter anderem der Karlsruher Architekt Heinrich Hübsch, der mit seiner 1828 erschienenen Schrift „In welchem Style sollen wir bauen?“ gedankliche Grundlagen für den Rundbogenstil schuf. In Norddeutschland verwendete die von Conrad Wilhelm Hase begründete Hannoversche Architekturschule den Rundbogenstil (weitere Vertreter waren Ludwig Droste und Edwin Oppler), in Preußen war es die Schinkelschule.

Beispiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag Rundbogenstil in: Gerhard Strauss & Harald Olbrich: Lexikon der Kunst. Architektur, bildende Kunst, angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie. Seemann, Leipzig 1994, Band 6, S. 293 ff.
  2. Johanneskirche Düsseldorf, Geschichte
  3. „Bahnhöfe im Saarland, Stilentwicklung“
  4. tuepedia

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]